StartMainzA643 Mainz-Mombach: Baubeginn der Vorlandbrücke wird vorgezogen

A643 Mainz-Mombach: Baubeginn der Vorlandbrücke wird vorgezogen

Trennung vom umstrittenen Ausbau durch den Mainzer Sand spart die Zustimmung der EU-Kommission

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat nach massiven Protesten der Stadt Mainz und der regionalen Wirtschaft angekündigt, für ein schnelleres Baurecht bei dem dringend notwendigen Ersatzneubau der Vorlandbrücke Mainz-Mombach zu sorgen. Wie die Autobahn GmbH des Bundes mitteilt, soll durch eine strategische Verfahrensänderung das gesamte Projekt spürbar beschleunigt werden. Statt in zehn Jahren könnte der Bau schon in rund zwei bis drei Jahren starten. Ziel ist es, die täglichen Belastungen für tausende Pendler und die lokale Wirtschaft so schnell wie möglich zu reduzieren. Seit der Sperrung der maroden Abfahrt Mainz-Mombach und der teilweisen Schließung der Auffahrt gehören kilometerweite Umwege und zeitraubende Staus im Berufsverkehr zum Alltag. Sobald das neue Bauwerk steht, sollen wieder alle Auf- und Abfahrten uneingeschränkt zur Verfügung stehen.

Fakten zum Ersatzneubau der Vorlandbrücke: 

    • Neuer Baubeginn: in rund 2 bis 3 Jahren (statt wie vorher geplant in 10 Jahren
    • Warum: massive Proteste der Stadt Mainz und der Regionalen Wirtschaft
    • Neuerung: Getrennte Planung des Ersatzneubaus und des Ausbaus der A643
    • Ziel: Beschleunigung des Ersatzneubaus und Entlastung der durch Stau und Umwege geplagten Verkehrsteilnehmer
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Verfahrensaufteilung umgeht bürokratische Hürden in Brüssel

Damit die Bagger bereits in rund zwei bis drei Jahren anrollen können, modifiziert der Bund das bisherige Planungsverfahren grundlegend. Ursprünglich war die gesamte Strecke als ein einziger, großer Planungsabschnitt behandelt worden. Dieser umfasste sowohl den Neubau der Vorlandbrücke als auch den sich anschließenden, hochgradig umstrittenen Ausbau der Autobahn 643 bis zum Autobahndreieck Mainz. Nun wird diese Strecke in zwei eigenständige Planungsabschnitte aufgeteilt.

In einem ersten Schritt wird ausschließlich der Ersatzneubau der Vorlandbrücke vorangetrieben. Die Planungen für den nachfolgenden Streckenabschnitt, der durch das ökologisch sensible Naturschutz- und FFH-Gebiet (FFH = Flora-Fauna-Habitat) „Mainzer Sand“ führt, werden auf einen späteren Zeitpunkt vertagt. Der Ausbau soll nach Angaben von Schnieder zwar definitiv stattfinden, allerdings soll eine Lösung gefunden werden, die weniger als bislang geplant in das Gebiet „Mainzer Sand“ eingreift.

Die organisatorische Trennung hat einen entscheidenden rechtlichen Vorteil: Für den isolierten Brückenneubau ist keine langwierige Zustimmung der EU-Kommission erforderlich. Die Autobahn GmbH geht davon aus, dass dieser Schritt das gesamte Genehmigungsverfahren massiv abkürzen wird.

Daniel Baldy und Christian Kanka dazu

Die Entscheidung des Bundesverkehrsministeriums stößt in der Mainzer Politik auf breite Zustimmung. Der Mainzer SPD-Bundestagsabgeordnete Daniel Baldy und der Mombacher SPD-Ortsvorsteher Christian Kanka begrüßten die Priorisierung in einer gemeinsamen Erklärung ausdrücklich als ein wichtiges Signal für Mombach und die gesamte Rhein-Main-Region. Die Sperrung der Anschlussstelle habe insbesondere die Menschen im Stadtteil sowie die Unternehmen im dortigen Industriegebiet erheblich belastet, da Mombach ungewollt zum Ausweichkorridor für den Autobahnverkehr wurde.

Daniel Baldy betonte: „Die dringend notwendige Sanierung der Vorlandbrücke kann jetzt vorangetrieben werden, ohne die Frage des Weiteren Ausbaus der A643 vorwegzunehmen. Das ist eine gute Lösung. Für den weiteren Abschnitt bleibt der Schutz des Mainzer Sands und die 4+2-Lösung mein Ziel.“

Auch der Mombacher Ortsvorsteher Christian Kanka begrüßt die Entscheidung: „Die Menschen in Mombach und die Unternehmen im Industriegebiet tragen die Folgen der Sperrung. Ich habe daher immer wieder deutlich gemacht, dass Mombach nicht dauerhaft zum Ausweichkorridor für eine gesperrte Autobahnabfahrt werden darf. Dass die Vorlandbrücke jetzt Priorität erhält, ist ein wichtiger Schritt und zeigt, dass sich der Einsatz für Mombach gelohnt hat.

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