StartÜberregionalKommentar: Die Quittung für die Fleißigen

Kommentar: Die Quittung für die Fleißigen

Ein wirtschaftspolitisches Armutszeugnis: Wenn Fleiß und Leistung in Deutschland bestraft statt belohnt werden.

Kommentar von Stefan Heyde: Die Steuerreform sollte der große Wurf der Bundesregierung werden, ma feiert angeblich „Fairness“ und das 95 Prozent der Menschen entlastet werden sollen. Und nur kurze Zeit später entlarvt ein Finanzwissenschaftler das Ganze als das, was es ist: eine gigantische Mogelpackung auf Kosten der arbeitenden Mitte.

Dass ein Single mit 3.000 Euro brutto im Jahr 2028 weniger Netto auf dem Konto hat als heute, zeigt das ganze Dilemma dieser Politik. Hier wird den Menschen mit der linken Hand eine kleine Steuererleichterung zugeschoben, während ihnen die rechte Hand über explodierende Krankenkassen-, Pflege- und Rentenbeiträge alles wieder aus der Tasche zieht.

Die Steuerreform ist keine Entlastung, sie ist Taschenspielerei

Besonders bitter trifft es unseren Mittelstand, und zwar von beiden Seiten. Die Fachkräfte, die Meister, die Techniker und Ingenieure, die das Fundament unserer Wirtschaft bilden, werden abgabetechnisch rasiert.

Warum sollte sich jemand in unseren lokalen Betrieben noch für Überstunden melden, eine Beförderung anstreben oder mehr Leistung bringen, wenn der Staat die Belohnung dafür sofort einkassiert? Diese Steuerreform erstickt jede Leistungsbereitschaft im Keim.

Gleichzeitig werden den mittelständischen Arbeitgebern, die ohnehin unter Energiekosten und Bürokratie ächzen, über die paritätischen Sozialbeiträge die Lohnnebenkosten massiv in die Höhe getrieben. Sie geraten in eine gefährliche Zwickmühle: Entweder sie zahlen höhere Bruttolöhne, um ihren Mitarbeitern wenigstens das aktuelle Netto zu sichern, oder sie verlieren ihre Fachkräfte an Großkonzerne.

Was Berlin hier abliefert, ist ein handfester Bruch mit der arbeitenden Bevölkerung und den Betrieben, die diesen Staat überhaupt erst finanzieren. Wenn Fleiß und Leistung sich nicht mehr lohnen, verliert ein Land sein Fundament. Diese Steuerreform ist kein Grund zum Feiern, sie ist ein wirtschaftspolitisches Armutszeugnis.

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