StartKreis Groß-GerauNeue Einsatzfahrzeuge für den Katastrophenschutz im Kreis Groß-Gerau

Neue Einsatzfahrzeuge für den Katastrophenschutz im Kreis Groß-Gerau

Im Kampf gegen Extremwetter und Großlagen: Modernste Technik unterstützt ab sofort die Feuerwehren und Hilfsorganisationen in der Region.

Der Kreis Groß-Gerau stellte am 30. Juni am Kreisschulungszentrum in Groß-Gerau Einsatzfahrzeuge und Gerät im Wert von rund 1,8 Millionen Euro für den Katastrophenschutz   in Dienst. Die Ausstattung, die nun angeschafft wurde, erfolgt gemäß der Bedarfs- und Entwicklungsplanung des Kreises – und zwar in enger Abstimmung mit den Kommunen sowie Hilfsorganisationen. Fahrzeuge und Geräte stehen auch für die örtliche kommunale Gefahrenabwehr zu Verfügung.

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Die Investitionen sind eine direkte Antwort auf die zunehmenden Wetterextreme der vergangenen Jahre

Auch als „Sofortmaßnahmen Klimawandel“ wurden zuletzt immer wieder Löschfahrzeuge angeschafft. Diese Sofortmaßnahmen haben sich aus den Erkenntnissen der Flutkatastrophe 2021 sowie Waldbrandereignissen in Hessen und speziell auch in Mörfelden-Walldorf ergeben. Wie nötig sie sind, zeigt sich unter anderem darin, dass die beiden neuen Tanklöschfahrzeuge Waldbrand bereits sechs Mal im Einsatz waren, ehe sie nun offiziell in Dienst gestellt wurden.

Kreisbrandinspektor Friedrich Schmidt und sein Stellvertreter Andreas Möstl begrüßten die bei der Fahrzeugübergabe anwesenden Vertretern aus den Kommunen und der Rettungskräfte. Dies tat auch Landrat Thomas Will, der die Notwendigkeit betonte, für alle Katastrophenfälle gerüstet zu sein – gerade angesichts des Klimawandels. Zudem hatte er an diesem Nachmittag eine weitere Aufgabe bekommen: Er war gemeinsam mit Laura Pfeifer von der DLRG Rüsselsheim Taufpate für das neue Rettungsboot „Manta“ und gestaltete mit ihr die Taufzeremonie, die mit einem fröhlichen „Manta – Hipp, Hipp, Hurra!“ endete. Das hochmoderne Boot ist in Rüsselsheim stationiert und sichert gemeinsam mit den DLRG-Ortsgruppen Raunheim und Kelsterbach den zweiten Wasserrettungszug des Kreises.

Spezialfahrzeuge den Katastrophenschutz im Kreis Groß-Gerau kommen auch durch schwieriges Gelände

Die neu angeschafften Spezial-Tanklöschfahrzeuge sind echte Allrounder für extreme Lagen. Sie dienen der Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung in schwer zugänglichen Bereichen. Die hoch geländegängigen Fahrzeuge können bei allen Bränden außerhalb von Ortschaften Einsatzorte ohne Straßen und Wege erreichen. Diese Fähigkeit würde aber auch bei einem Flugzeugabsturz oder dem Brand eines Zuges auf freier Strecke helfen.

Zudem punkten die Fahrzeuge, die in Biebesheim und Rüsselsheim-Bauschheim stationiert sind, bei Unwettern: Zudem dienen die beiden Fahrzeuge bei Starkregen und sonstigen Unwetterereignissen durch ihre Beladung als Unwettereinheit. Durch die Möglichkeit, bei überfluteten Verkehrswegen mit bis zu 1,20 Meter Wassertiefe noch fahren zu können, sind sie auch für Hochwasserlagen nutzbar.

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Ferngesteuerter Löschroboter „Wolf R1“ begeistert beim Ortstermin

Ein technologisches Highlight der neuen Flotte bewegt sich komplett ohne Besatzung. Furore machte beim Ortstermin der Löschroboter Wolf R1, der ferngesteuert über den Weg fuhr. Er dient ebenfalls vornehmlich der Wald- und Vegetationsbrandbekämpfung, hier jedoch speziell auf mit Munition und sonstigen Kampfmitteln kontaminierten Flächen. Davon ist zum Beispiel der komplette Wald rund um den Flughafen Frankfurt betroffen. Der hochentwickelte Helfer kommt aus Sicherheitsgründen in der vordersten Linie zum Einsatz: Der Roboter wird immer dann genutzt, wenn es für Einsatzkräfte zu gefährlich wird. Das können auch Brände in Industrieanlagen mit Gefahrgut oder ausgedehnte Brände in Tiefgaragen der Fall sein. Stationiert ist der Roboter bei der Feuerwehr Ginsheim-Gustavsburg.

Sicherung der Lösch- und Trinkwasserversorgung

Um bei Großbränden autark agieren zu können, wurden zudem massive Wasserspeicher angeschafft. Die beiden Abrollbehälter Tank (10.000 Liter) – Standorte: Mörfelden-Walldorf und Rüsselsheim/Stadt – wurden zu 100 Prozent durch den Kreis Groß-Gerau finanziert; die Beschaffung des Wassertransportwagens Riedstadt (15.000 Liter) – Standort Erfelden – erfolgte im Rahmen einer Vereinbarung mit hälftiger Kostenaufteilung zwischen Riedstadt und dem Kreis Groß-Gerau.

Diese mobilen Tanks stellen sicher, dass bei Vegetations- und Großbränden sofort ausreichend Löschwasser bereitsteht, noch bevor lange Schlauchleitungen gelegt sind. Alle drei Systeme haben sich in der Praxis bereits bewährt und besitzen zudem eine wichtige Zusatzfunktion für die Bevölkerung: Sie dienen auch im Notfall zur Versorgung der Bevölkerung während eines Ausfalls der regulären Trinkwasserversorgung.

Moderne Führungseinheiten für den Rettungsdienst

Abgerundet wird das logistische Upgrade durch zwei neue Führungsfahrzeuge für den medizinischen Katastrophenschutz. Der neue Einsatzleitwagen Rettungsdienst (Sanität-Betreuung-Rettungsdienst – SBR) ersetzt ein älteres Fahrzeug und dient der Koordination bei Einsätzen mit mehreren oder vielen Verletzten oder Betroffenen. Das Fahrzeug stellt für die Einsatzleitung Rettungsdienst die mobile Führungseinrichtung. Das Fahrzeug ist direkt an den Leitenden Notarzt bzw. Organisatorischen Leiter gekoppelt.

Zusätzlich sorgt der neue „Einsatzleitwagen Bereitstellungsraum Rettungsdienst“ für geordnete Abläufe bei Großschadenslagen. Er dient zur Koordination von Bereitstellungsräumen und Einsatzabschnitten bei Rettungsdienstlichen Großlagen. Diese Aufgabe übernimmt die DRK-Ortsvereinigung Raunheim. Der Wagen ersetzt darüber hinaus ein nicht mehr einsatztaugliches Einsatzfahrzeug des Raunheimer DRK.

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