Der Kampf gegen den akuten Fachkräftemangel in Rheinland-Pfalz stützt sich immer stärker auf qualifizierte Zuwanderung. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems anhand neuester Berechnungen mitteilte, ist die Zahl der Anträge auf Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen im vergangenen Jahr spürbar in die Höhe geschnellt.
Ein Trend, der sich direkt in der regionalen Wirtschaft und insbesondere im Gesundheitssektor in Mainz und Umgebung bemerkbar macht.
Zahlen fast verdoppelt: Ukraine, Syrien und Indien Spitzenreiter
Insgesamt registrierten die rheinland-pfälzischen Anerkennungsstellen im Jahr 2025 rund 4.200 Verfahren im Rahmen des Berufsqualifikationsfeststellungsgesetzes. Das bedeutet einen Zuwachs von 19 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Blickt man auf die vergangenen fünf Jahre, hat sich die Zahl der Anträge im Land damit fast verdoppelt (plus 92 Prozent).
Bei den Herkunftsländern der Abschlüsse liegt die Ukraine an der Spitze, dicht gefolgt von Syrien und Indien mit sowie der Türkei und Ägypten .
Das Statistikamt führt diesen Zuwachs primär auf das im Jahr 2020 in Kraft getretene Fachkräfteeinwanderungsgesetz sowie auf gezielte staatliche Initiativen zur Gewinnung von Fachkräften aus Nicht-EU-Staaten zurück. In diesem Segment hat sich die Zahl der Verfahren seit 2020 sogar mehr als verdoppelt.
Der vom Fachkräftemangel betroffene Gesundheitssektor in Rheinland-Pfalz profitiert am meisten
Besonders deutlich werden die neuen Daten beim Blick auf die Branchen. Als absoluter Hauptprofiteur der Entwicklung erweist sich das Gesundheitssystem: Allein im vergangenen Jahr wurden rund 1.400 Ausbildungsabschlüsse in der Pflege sowie knapp 1.100 Approbationen von ausländischen Ärztinnen und Ärzten von den Behörden uneingeschränkt positiv oder mit der Auflage einer Ausgleichsmaßnahme beschieden.
Angesichts einer gleichzeitig historisch niedrigen Zahl von jungen Menschen, die sich in der Region für eine klassische duale Berufsausbildung entscheiden, sichern die im Ausland qualifizierten Kräfte den Betrieb ab.
Ganz ohne Hürden läuft der Prozess vor Ort jedoch auch nur selten
Aufgrund von strukturellen Unterschieden in den weltweiten Ausbildungssystemen knüpfen die Behörden die volle Anerkennung in Deutschland häufig an Nachqualifikationen oder die erfolgreiche Teilnahme an Anpassungslehrgängen. Für die Betroffenen und die regionalen Arbeitgeber bedeutet dies oft geduldige bürokratische Zwischenschritte, bevor die Fachkräfte voll eingesetzt werden dürfen.





