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Mainz: Realisierungskonzept für Neubau der Anna-Seghers-Bibliothek

Deren oberstes Ziel ist, den Mainzer auch in den kommenden Jahrzehnten eine attraktive öffentliche Bücherei in zentraler Lage bieten zu können

Anna-Seghers-Bibliothek in Mainz – Nur sechs Monate nach dem Stadtratsauftrag präsentiert die Stadtverwaltung den städtischen Gremien einen konkreten Lösungsvorschlag für den Neubau der Anna-Seghers-Bibliothek.

Oberbürgermeister Nino Haase zum Neubau Anna-Seghers-Bibliothek: „Bibliotheken sind Orte der Bildung für alle. Unsere Planung bedeutet: viel mehr Fläche, beste Lage und modernste Ausstattung. Zugleich sparen wir künftig erhebliche Miet- und Energiekosten. Das Projekt passt daher perfekt ins Infrastrukturprogramm von Bund und Land. Besser kann man kaum investieren.“

Beginnend mit dem Finanzausschuss am 9. Juni und abschließend mit dem Stadtrat am 17. Juni beraten und beschließen die städtischen Gremien über die von der Stadtverwaltung vorgelegte Planung für die neue Bibliothek am Gutenbergplatz.

Deren oberstes Ziel ist, den Mainzern auch in den kommenden Jahrzehnten eine attraktive öffentliche Bücherei in zentraler Lage bieten zu können. Zugleich soll, so der Plan, die Bibliotheksfläche gegenüber dem aktuellen Standort um mehr als 60 Prozent wachsen, da Mainz gemessen an seiner Bevölkerungszahl hier großen Nachholbedarf hat, was bundesweite Vorgaben und Städtevergleiche belegen.

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Mit dem Umzug der Anna-Seghers-Bibliothek in den Neubau soll zudem auch in eine moderne Ausstattung investiert werden.

Als „kleine Lösung“ wird den städtischen Gremien vorgeschlagen, am Anwesen „Fuststraße 2“ (zwischen Gutenbergplatz, Fuststraße und Bischofsplatz) ein Teilerbbaurecht mit einer Laufzeit von 99 Jahren zu erwerben.

Von der Stadtverwaltung präferiert wird die „große Lösung“, sofern diese durch eine Landesförderung zu 90 Prozent finanziert werden kann: Demnach soll das gesamte Anwesen Fuststraße 2 erworben werden. Die Stadt Mainz wäre dann alleinige Eigentümerin von Grundstück und Gebäude, sobald es fertiggestellt ist.

Die Mehrkosten gegenüber der „kleinen Lösung“ sollen unter anderem finanziert werden, indem das nicht mehr benötigte Grundstück am ehemaligen „Haus des Deutschen Weins“ veräußert wird. Zudem bekäme die Stadt dann regelmäßige Einnahmen aus der Vermietung des Obergeschosses an das Staatstheater für einen Orchesterproben- und Kammermusiksaal.

Oberbürgermeister Nino Haase: „Der Bau einer modernen Bibliothek in zentraler Lage ist eine kraftvolle Investition in den Bildungsstandort und ein attraktiver Frequenzbringer für unsere Innenstadt. Ein vom Land geförderter Neubau ist zugleich ein nachhaltiger Beitrag zur Haushaltskonsolidierung, da wir künftig jedes Jahr erhebliche Miet- und Energiekosten einsparen können.“

Realisiert werden soll das Projekt mithilfe einer Förderung aus dem „Rheinland-Pfalz-Plan für Bildung, Klima und Infrastruktur“. Bereits im April hat Mainz als erste Kommune in Rheinland-Pfalz das hierfür geforderte „regionale Umsetzungskonzept“ vorgelegt.

Oberbürgermeister Nino Haase: „Wir möchten das Projekt schnellstmöglich auf die Schiene setzen. Unser ambitioniertes Ziel ist, dass die neue Anna-Seghers-Bibliothek das erste Projekt wird, das aus dem Rheinland-Pfalz-Plan finanziert und dann auch in kürzester Zeit realisiert wird. Auch deshalb wäre es ein für Rheinland-Pfalz beispielgebendes Investitionsprojekt.“

Das Förderprogramm Rheinland-Pfalz-Plan hat ein Volumen von 3,5 Milliarden Euro, mit denen Investitionen der Kommunen in den kommenden zwölf Jahren unterstützt werden sollen. Auf Mainz entfällt ein Regionalbudget in Höhe von rund 167 Millionen Euro.

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Hintergrundinformationen

Öffentliche Bibliotheken als bundesweit meistbesuchte kulturelle Einrichtung bieten allen Altersgruppen und sozialen Schichten – niedrigschwellig und ohne jeglichen Konsumzwang – freien Zugang zu Wissen und Information, fördern die Sprach-, Lese- und Medienkompetenz und unterstützen die pluralistische und demokratische Meinungsbildung.

Als Orte des Austauschs, der Begegnung sowie der kulturellen, digitalen und gesellschaftlichen Teilhabe leisten sie einen wertvollen Beitrag zur Stärkung des Gemeinwesens, wirken der gesellschaftlichen Spaltung entgegen und bereichern das öffentliche Leben.

Seit 1980 befindet sich die Zentralbibliothek der Öffentlichen Bücherei Mainz – Anna Seghers auf einer Fläche von 1.600 Quadratmetern zwischen den beiden Bonifaziustürmen. Außerhalb dieser Flächen ist die Verwaltung (Büros und Lagerflächen) im Bonifaziusturm A untergebracht und verteilt sich über zwei Etagen.

Die Mietverträge laufen in den kommenden Jahren aus. Eine Sanierung der Räumlichkeiten und eine Modernisierung der Ausstattung stehen an. Ferner sind die Flächen – gemessen an bundesweiten Vorgaben sowie im Städtevergleich – deutlich zu klein.

Der Bedarf hinsichtlich Aufenthaltsqualität – als Ort zum Lesen, Lernen, Arbeiten und zum gemeinsamen Austausch für durchschnittlich 750 Besucher:innen pro Öffnungstag sowie für mehr Angebote und Fläche der Kinderbibliothek – ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen.

Mit einem Neubau am Gutenbergplatz eröffnet sich die einmalige Gelegenheit zur Schaffung einer modernen Anna-Seghers-Bibliothek in zentraler Lage mit deutlich mehr Flächen.

Publikums- und Verwaltungsbereich unter einem Dach ermöglichen eine zeit- und ressourceneffiziente Arbeitsorganisation zum Nutzen aller Beteiligten. So gelingt eine positive Weiterentwicklung der Mainzer Bibliothekslandschaft auf Grundlage des Bibliotheksentwicklungsplans für das Land Rheinland-Pfalz (2025).

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