Große Aufregung auf der dänischen Insel Anholt: Im dortigen Naturschutzgebiet wurde ein riesiger Wal entdeckt. Während Schaulustige auf die Insel pilgern, herrscht bittere Sorge unter Tierschützern. Es besteht der Verdacht, dass es sich bei dem Tier um den bekannten Wal Timmy handelt, der erst kürzlich in die Freiheit entlassen wurde.
Fund im Naturschutzgebiet sorgt für Aufsehen – Es könnte sich um Wal Timmy handeln
Die Sichtung des Meeressäugers verbreitete sich wie ein Lauffeuer auf der kleinen Insel. Laut der dänischen Naturschutzbehörde liegt das Tier etwa 75 Meter vom Ufer entfernt im Wasser. Morten Abildstrøm, ein Aufseher der Behörde in Anholt, bestätigte gegenüber dem dänischen TV-Sender „TV2“ die Dimensionen des Fundes: „Er ist ziemlich groß. Wenn man ihn mit einem Fernglas betrachtet, kann man erkennen, dass er 10 bis 15 Meter groß ist“, sagt Abildstrøm.
Erste Aufnahmen des Tieres verheißen jedoch nichts Gutes. Fotos zeigen, dass der Wal keine gesunde Haut mehr aufweist, was auf einen schlechten Zustand oder den bereits eingetretenen Tod hindeutet. Experten der dänischen Umweltschutzbehörde gehen davon aus, dass der Wal vermutlich schon länger tot ist.
Explosionsgefahr: Behörden warnen Schaulustige
Trotz der Warnungen machten sich bereits zahlreiche Menschen auf den Weg, um das Spektakel aus der Nähe zu betrachten. Die Behörden mahnen jedoch zur äußersten Vorsicht und raten dringend davon ab, sich dem Kadaver zu nähern. Ein toter Wal birgt erhebliche Risiken: Neben der Übertragung von Krankheiten besteht eine akute Explosionsgefahr, da sich durch Verwesungsprozesse enorme Mengen an Gas im Inneren des Tieres ansammeln können.
Um Gewissheit über die Identität und die Todesursache zu erlangen, ist für Freitag eine Untersuchung geplant. Bei Niedrigwasser soll versucht werden, dem Wal eine Gewebeprobe zu entnehmen.
Sorge um Wal Timmy wächst
Die Nachricht löst insbesondere bei Wal-Initiativen in Deutschland Alarmbereitschaft aus. Erst am 2. Mai war der Wal Timmy, der zuvor auf der Insel Poel bei Wismar gestrandet war, rund 70 Kilometer vor Skagen in die Nordsee entlassen worden. Seitdem fehlt von dem Tier jede Spur.
Zwar wurde Timmy mit einem Sender ausgestattet, doch dieser lieferte von Beginn an keine präzisen Positionsdaten. Nun hat sich die Situation verschlechtert: Seit vergangenem Sonntag sendet der Tracker überhaupt keine Signale mehr. Ob es sich bei dem vor Anholt treibenden Tier tatsächlich um den prominenten Rückkehrer handelt, müssen die nun anstehenden Untersuchungen klären.





