Biografie von Robert Marc Lehmann – In der deutschen Umweltschutzlandschaft des Jahres 2026 gibt es kaum eine Persönlichkeit, die so polarisiert und gleichzeitig so viel bewegt wie Robert Marc Lehmann. Geboren am 7. Februar 1983 in Jena, hat sich der studierte Meeresbiologe von einem klassischen Wissenschaftler zu einem der einflussreichsten Umweltaktivisten des digitalen Zeitalters entwickelt. Sein Lebensweg ist geprägt von einer radikalen Kehrtwende: Vom ehemaligen Abteilungsleiter in einem Großaquarium, der weltweit Fische für die Gefangenschaft fing, hin zum kompromisslosen Gegner der Wildtierhaltung und zum Retter bedrohter Arten. Lehmann nutzt seine Expertise als Forschungstaucher, Fotograf und Kameramann, um die Schönheit der Natur, aber auch ihre Zerstörung in die Wohnzimmer von Millionen Menschen zu bringen.
Vom Ozeaneum zum Sinneswandel
Die beruflichen Anfänge von Robert Marc Lehmann sind eng mit dem Ozeaneum Stralsund verknüpft. Während Lehmann angibt, dort als Abteilungsleiter weltweit Expeditionen geleitet zu haben, um Aquarien zu füllen, korrigierte das Ozeaneum diese Darstellung später dahingehend, dass er als Teamleiter tätig war. Unabhängig von der hierarchischen Einordnung war diese Zeit jedoch der Katalysator für sein heutiges Wirken. Lehmann berichtet von einem tiefgreifenden Sinneswandel während seiner Arbeit. Die Erkenntnis, dass Wildtiere in Gefangenschaft niemals artgerecht gehalten werden können, führte zum Bruch mit seinen damaligen Vorgesetzten. Seit dem Ende seines Arbeitsvertrages im Jahr 2009 widmet er sein Leben dem Ziel, Menschen für die Freiheit der Tiere und den Erhalt ihrer natürlichen Lebensräume zu sensibilisieren.
Submaris und die Forschungstaucherei
Im Jahr 2013 festigte Robert Marc Lehmann seine wissenschaftliche Basis durch die Gründung der Forschungstauchgruppe „Submaris“ zusammen mit Kollegen wie Christian Howe und Uli Kunz. Der Zweck dieser Gruppe ist die Durchführung wissenschaftlich fundierter Tauchgänge weltweit. Das Team wurde durch Produktionen wie die NDR-Reihe „Nordstory“ einem breiteren Publikum bekannt. Diese Arbeit erlaubte es Lehmann, die Unterwasserwelt nicht nur zu erforschen, sondern sie durch preisgekrönte Kameraarbeit (unter anderem für das ZDF-Format Terra X) filmisch festzuhalten. Seine Bilder zeichnen sich durch eine besondere Nähe zum Tier aus, ohne dabei den respektvollen Abstand zu verlieren.
Die Gründung von „Mission Erde e. V.“ durch Robert Marc Lehmann
Ein Meilenstein in seiner Karriere war die Gründung des Vereins Mission Erde e. V. im Jahr 2019. Der Verein dient als organisatorisches Rückgrat für Lehmanns vielfältige Projekte. Ob es um die aufwendige Bergung von tödlichen Geisternetzen aus der Ostsee geht, den Schutz des Regenwaldes oder die Rettung von verwaisten Orang-Utans auf Borneo – der Verein ermöglicht schnelles und unbürokratisches Handeln vor Ort. Lehmann betont stets, dass er kein klassischer „Sessel-Umweltschützer“ ist. Er ist dort zu finden, wo es brennt: in den Pelzfarmen Europas, auf illegalen Märkten für Wildtiere oder mitten im Dschungel, um bedrohte Arten wie das Sumatra-Nashorn zu dokumentieren.
YouTube-Erfolg und digitale Mobilisierung
Der enorme Einfluss von Robert Marc Lehmann ist heute untrennbar mit seinem YouTube-Kanal verbunden. Seit dem Start im Mai 2021 hat sich der Kanal zu einer der wichtigsten Plattformen für Umweltbildung im deutschsprachigen Raum entwickelt. Lehmann kombiniert dort Abenteuer-Vlogs mit tiefgreifenden Analysen und Reaktionen auf aktuelle Umweltthemen. Sein Erfolg lässt sich in Zahlen messen: Im Jahr 2022 belegte er Platz 4 der am schnellsten wachsenden Kanäle in Deutschland. Ein legendärer Moment seiner Online-Karriere war ein Livestream zu „7 vs. Wild“, bei dem seine Community innerhalb kürzester Zeit über 100.000 Euro für den Mission Erde e. V. spendete. Diese Fähigkeit, Menschen zur aktiven Unterstützung zu bewegen, macht ihn zu einem Schlüsselakteur im modernen Naturschutz.
Zusammenarbeit mit großen Organisationen
Trotz seines Status als „Einzelkämpfer“ arbeitet Robert Marc Lehmann eng mit etablierten Organisationen wie Greenpeace, dem WWF oder der Soko Tierschutz zusammen. Besonders hervorzuheben ist sein Engagement gegen das „Finning“ von Haien. Durch seinen gezielten Appell an andere Creator und Politiker konnte die Initiative #StopFinningEU in Rekordzeit über eine halbe Million Unterschriften sammeln. Auch im Kampf gegen die Pelzindustrie in Europa („Fur Free Europe“) leistete er durch Vor-Ort-Recherche in Pelzfarmen einen entscheidenden Beitrag zum Erreichen des Quorums der Europäischen Bürgerinitiative.
Auszeichnungen und schriftstellerisches Werk
Die Arbeit von Robert Marc Lehmann wurde vielfach gewürdigt. Er ist zweifacher Preisträger der Cannes Corporate Media & TV Awards und Gewinner des National Geographic Fotowettbewerbs. 2022 erhielt er die „Mensch-Umwelt-Tierschutz-Medaille“ der Tierschutzpartei, und 2025 wurde ihm der renommierte „21st Century Adventurer Award“ verliehen. Neben seinen Filmen hat er sein Wissen in Büchern wie „Mission Erde – Die Welt ist es wert, um sie zu kämpfen“ (2021) und dem Bildband „Meer als nur ein Bildband“ (2022) niedergelegt. Seine Werke dienen nicht nur der Information, sondern unterstützen direkt Projekte wie den Schutz des Regenwaldes.
Das KSK-Ausbildungsprogramm: Ein kontroverses Kapitel
Im Jahr 2018 sorgte Lehmann für Aufsehen, als er für die Webserie „KSK – kämpfe nie für dich allein“ das Ausbildungsprogramm „Dschungelkampf“ des Kommandos Spezialkräfte durchlief. Während das Format für seine reißerische Darstellung kritisiert wurde, nutzte Lehmann die Aufmerksamkeit, um auf die harten Bedingungen in den Urwäldern und die Notwendigkeit von Disziplin und Durchhaltevermögen im Umweltschutz hinzuweisen. Es zeigte seine Bereitschaft, körperliche und mentale Grenzen zu überschreiten, um seine Botschaften zu verbreiten.
Filmografie und aktuelle Dokumentationen
In den letzten Jahren hat Lehmann die Produktion von Dokumentarfilm-Serien massiv vorangetrieben. Seine Reisen führten ihn nach Peru, Uganda, Brasilien und zuletzt zur Hunderettung nach Griechenland (2024). Jede dieser Missionen wird aufwendig dokumentiert und bietet den Zuschauern einen ungeschönten Blick auf die Realität vor Ort. Ob es um den Kampf gegen Wilderei oder die Zerstörung der Meere durch Plastikmüll geht – Lehmann bleibt seinem Motto treu: Die Welt ist es wert, um sie zu kämpfen. Sein Wirken zeigt eindrucksvoll, dass ein einzelner Mensch durch Leidenschaft, Fachwissen und die geschickte Nutzung moderner Medien eine globale Bewegung für den Erhalt unseres Planeten auslösen kann.







