BYC-NewsMainzPolizei Mainz zieht Dealer und Waffen aus dem Verkehr

Polizei Mainz zieht Dealer und Waffen aus dem Verkehr

Zwei Wochen intensiver Kontrolldruck in der Mainzer Neustadt zeigen Wirkung. Die Bilanz der Ermittler liest sich wie ein Krimi: Festnahmen vor Schulen, aggressive Messer-Führer und ein Dealer, der ausgerechnet Zivilpolizisten seine Ware anbot.

Grünanlagen, die zum Drogenumschlagplatz werden, und Schulkinder, die von Dealern angesprochen werden, diese Umstände stehen aktuell im Fokus der Polizei Mainz. Die Situation rund um die Kaiserstraße und die Christuskirche in Mainz hat in den letzten Monaten für Unruhe gesorgt.

Erfolgreicher Schlag gegen Brennpunkt-Kriminalität

Nun hat die Mainzer Polizei nach 14 Tagen verstärkter Präsenz eine erste, beeindruckende Bilanz vorgelegt. An neun Kontrolltagen wurden die Brennpunkte systematisch überwacht.

Die Zahlen der Kontrollwochen

Die Statistik der Polizei Mainz verdeutlicht die Intensität des Einsatzes:

• Personenkontrollen: 140 Personen wurden überprüft, fast alle davon (128) auch durchsucht.

• Strafanzeigen: 28 Ermittlungsverfahren wurden eingeleitet, der Großteil davon wegen illegalen Handels mit Cannabis und Kokain.

• Sicherstellungen: Neben 200 g Marihuana und verkaufsfertigem Kokain fanden die Beamten ein Arsenal an Waffen: 8 Messer (darunter Butterfly- und Rasiermesser), einen Schlagring sowie Pfeffersprays.

• Bargeld: Über 1.000 Euro in kleinen Scheinen – typisches „Dealer-Geld“ – wurden beschlagnahmt.

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Kuriose und gefährliche Szenen im Einsatz der Polizei Mainz

Der Kontrolldruck brachte teils absurde, teils hochgefährliche Situationen ans Licht:

1. Der „Blindflug“-Dealer: Ein 22-Jähriger fragte in einer Grünanlage zwei Passanten, ob sie „etwas brauchen“. Pech für ihn: Es waren Zivilpolizisten. Er wanderte mit 21 verkaufsfertigen Tütchen direkt in die Kontrolle.

2. Aggressiver Messer-Mann: Ein 30-Jähriger baute sich drohend vor Beamten auf („jetzt gleich eskalierts“). Bei seiner Durchsuchung kam ein Rasiermesser zum Vorschein.

3. Der Unbelehrbare: Ein 45-Jähriger wurde an drei Tagen in Folge beim Dealen erwischt. Als ihm Drogen und Geld abgenommen wurden, drohte er, Autos zu zertrümmern. Die Quittung: Ingewahrsamnahme und ein dreimonatiges Betretungsverbot für das Viertel.

Schutz von Schülern und Anwohnern

Besonders besorgniserregend waren Berichte von Schulleitungen, wonach Schüler gezielt auf Drogen angesprochen wurden. Durch gezielte Observation am 117er Ehrenhof konnten zwei Dealer (30 und 40 Jahre alt) festgenommen werden. Anwohner zeigten sich gegenüber der Polizei erleichtert über das konsequente Durchgreifen.

Die Polizei Mainz kündigte an, den Druck an der Kaiserstraße auch in den kommenden Wochen nicht nachzulassen. Ziel ist es, den öffentlichen Raum für Bürger und Familien dauerhaft zurückzugewinnen.