Mit rund 35 Millionen aktiven Nutzern in Deutschland sind PayPal-Kunden eine attraktive Zielgruppe für Cyberkriminelle. Aktuell warnt das Portal „Watchlist Internet“ vor einer besonders perfiden Methode, die gezielt auf das Schamgefühl der Betroffenen setzt: die angebliche Porno-Abbuchung.
Die Masche mit dem „Xvideos“-Abonnement bei PayPal-Kunden
Die Betrugswelle beginnt mit einer E-Mail, die täuschend echt nach einer offiziellen Benachrichtigung des Bezahldienstes aussieht. Unter Betreffzeilen wie „Die Zahlung ist erfolgreich verarbeitet worden“ wird den Empfängern suggeriert, sie hätten ein dreimonatiges Abonnement beim Erotikportal „Xvideos“ abgeschlossen. Die vermeintliche Rechnungshöhe beläuft sich dabei auf stolze 249,66 Euro. Da das Thema Pornografie für viele Menschen schambehaftet ist, erzeugen die Täter einen enormen psychologischen Druck, um die Opfer zu unüberlegten Handlungen zu bewegen.
Der gefährliche Fake-Support am Telefon
Anders als bei klassischen Phishing-Mails, die oft auf infizierte Links setzen, fordern diese Nachrichten die PayPal-Kunden auf, eine angegebene Hotline anzurufen, um die „unautorisierte Transaktion“ zu stornieren. Wer dort anruft, landet jedoch direkt bei den Betrügern. Die Täter geben sich als hilfsbereite Servicemitarbeiter aus und versuchen im Gespräch, sensible Zugangsdaten zum Onlinebanking zu erschleichen. Ein besonders kritisches Ziel sind dabei generierte Freigabecodes: Geben die Anrufer diese weiter, können die Kriminellen die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA) umgehen und eigenständig Überweisungen tätigen.
So erkennen Sie den Betrug
Um nicht Opfer dieser Masche zu werden, sollten PayPal-Kunden auf folgende Warnsignale achten:
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Absender-Check: Prüfen Sie die E-Mail-Adresse des Absenders genau auf Unstimmigkeiten.
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Kein Zeitdruck: Lassen Sie sich nicht von hohen Beträgen oder pikanten Inhalten stressen.
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Eigenkontrolle: Loggen Sie sich direkt über die offizielle Website oder App in Ihr PayPal-Konto ein. Steht dort keine Transaktion, ist die E-Mail ein Fake.
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Telefon-Vorsicht: Nutzen Sie niemals Telefonnummern aus einer verdächtigen E-Mail. Suchen Sie die offizielle Hotline des Kundenservice immer selbst über die verifizierte Webseite heraus.
Sollten Sie bereits Daten preisgegeben haben, ist schnelles Handeln erforderlich. Kontaktieren Sie umgehend Ihre Bank sowie den echten PayPal-Support, um Konten sperren zu lassen, und erstatten Sie Anzeige bei der Polizei. Hier gibt es weitere Verbraucherwarnungen.




