Leserbrief von L. Kammberger aus Mainz: Wer heute als berufstätiger Mensch nach Feierabend die Stadtgrenze von Mainz überquert, den ereilt kein Gefühl von Heimkehr, sondern ein flaues Gefühl im Magen. Das Thema Anwohnerparken in Mainz hat sich von einer organisatorischen Herausforderung zu einer massiven Belastung für den sozialen Frieden in unseren Vierteln entwickelt.
Die Situation in der Neustadt ist längst über den Punkt des bloßen Ärgernisses hinaus
Jeden Abend ab 17:30 Uhr beginnt ein bizarres Schauspiel: Fahrzeuge kreisen wie in einem endlosen Korso durch die Blöcke. Man starrt auf jede Rückleuchte, die aufleuchten könnte, und hofft auf die Erlösung durch eine freiwerdende Lücke. Doch die Realität beim Anwohnerparken in Mainz ist oft deprimierend. Man zahlt Jahr für Jahr für einen Ausweis, der einem suggeriert, man hätte ein Anrecht auf einen Platz in Wohnnähe. Tatsächlich kauft man sich jedoch lediglich das Recht, überhaupt suchen zu dürfen – ein teurer „Such-Pass“, mehr nicht.
Besonders frustrierend ist die Beobachtung, wie der Parkraum für Anwohner systematisch zusammenschmilzt. Überall entstehen neue Poller, großzügige Sperrflächen oder Umnutzungen, während die Anzahl der zugelassenen Fahrzeuge in einer wachsenden Stadt wie Mainz natürlich nicht im gleichen Maße sinkt. Das führt zu einer gefährlichen Solidaritätskrise unter Nachbarn. Wer einen der begehrten Plätze ergattert hat, bewegt sein Auto tagelang nicht mehr aus Angst, ihn zu verlieren. Das blockiert den ohnehin knappen Raum für diejenigen, die täglich pendeln müssen.
Wir Anwohner fühlen uns oft im Stich gelassen
Das Anwohnerparken in Mainz wird zum reinen Stressfaktor, der die Lebensqualität massiv mindert. Wenn man nach einem Zehn-Stunden-Tag noch einmal 40 Minuten um den Block fahren muss, nur um am Ende drei Stadtteile weiter entfernt zu parken und im Regen nach Hause zu laufen, dann läuft etwas gewaltig schief. Es ist ein täglicher Kampf um den Asphalt, der an den Nerven zerrt und die Aggressivität im Straßenraum spürbar erhöht.
Es braucht dringend Lösungen, die über das bloße Verteilen von Strafzetteln hinausgehen. Die bloße Erhöhung der Gebühren ohne eine gleichzeitige Schaffung von Alternativen – wie etwa die konsequente Öffnung von Supermarktparkplätzen oder gewerblichen Tiefgaragen in den Nachtstunden – macht das Anwohnerparken in Mainz zu einem unfairen Geduldsspiel auf dem Rücken derer, die hier leben und arbeiten. Weitere Informationen zum Anwohnerparken in der Stadt Mainz
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