BYC-NewsVerbraucherwarnungGeplantes Verbot von Aromastoffen in Einweg-E-Zigaretten

Geplantes Verbot von Aromastoffen in Einweg-E-Zigaretten

Streit um Vape-Regulierung: Landwirtschaftsministerium plant Aromaverbot – Umweltschützer fordern konsequentes Produkt-Aus

Die Debatte um die Regulierung von Einweg-E-Zigaretten in Deutschland spitzt sich zu. Laut einem aktuellen Referentenentwurf zur Änderung der Tabakerzeugnisverordnung plant Landwirtschaftsminister Alois Rainer, lediglich bestimmte Aromastoffe in den populären „Vapes“ zu untersagen. Damit rückt das Ministerium von der ursprünglich durch die Bundesregierung im November 2025 angekündigten Linie eines vollständigen Produktverbotes ab.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) reagierte mit scharfer Kritik auf diese Pläne und bezeichnete das Vorhaben als „Mogelpackung“. Ein reines Aromaverbot löse weder die gesundheitlichen noch die massiven ökologischen Probleme, die mit dem Konsum verbunden sind.

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Massive Umwelt- und Brandgefahren

Ein zentraler Kritikpunkt bleibt die katastrophale Ökobilanz. Jährlich werden mehr als 60 Millionen Einweg-E-Zigaretten in Deutschland verbraucht. Da diese Produkte fest verbaute Lithium-Ionen-Akkus enthalten, stellen sie bei falscher Entsorgung ein erhebliches Sicherheitsrisiko dar. Laut DUH lösen weggeworfene Vapes nahezu täglich Brände in Müllfahrzeugen und Sortieranlagen aus.

„Lediglich Aromastoffe zu verbieten, wäre ein Geschenk an die E-Zigaretten-Industrie“, erklärt Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH. An der Verschwendung wertvoller Ressourcen und der Brandgefahr ändere ein reines Verbot von Geschmacksrichtungen nichts. Zudem verleiteten die enthaltenen Stoffe weiterhin zum dauerhaften Konsum und gefährdeten insbesondere Kinder und Jugendliche.

Kein EU-weites Verbot in Sicht

Entgegen anderslautender Berichte wird es nach Angaben der DUH kein automatisches EU-weites Verbot geben. Die oft zitierte EU-Batterieverordnung schreibt ab Februar 2027 lediglich vor, dass Batterien austauschbar sein müssen. Vorschriften zur Wiederbefüllbarkeit fehlen jedoch. Wenn die Geräte weiterhin zu extrem niedrigen Preisen angeboten werden, sei davon auszugehen, dass Akkus nicht getauscht, sondern die Geräte weiterhin nach einmaliger Nutzung entsorgt werden.

Die DUH fordert die Bundesregierung daher auf, ihrem ursprünglichen Versprechen zu folgen und ein nationales Verbot für Einweg-E-Zigaretten in Deutschland umzusetzen, wie es bereits in Ländern wie Frankreich und Belgien praktiziert wird.

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