Lange Zeit galt TCL in Deutschland als Geheimtipp für preisbewusste Käufer. Doch wer heute in einen Elektronikmarkt geht, kommt an dem Logo des chinesischen Konzerns kaum noch vorbei. Spätestens seit TCL im TV-Markt Giganten wie LG überholt hat und als offizieller Partner der Olympischen Spiele auftritt, stellt sich die Frage: Wie wurde ein ehemaliger Kassettenhersteller zum globalen Tech-Riesen?
Vom Kassetten-Pionier zum Global Player
Die Geschichte von TCL (ursprünglich TTK Home Appliances) begann 1981 in China mit der Produktion von Audio- und Videokassetten. Mit der wirtschaftlichen Öffnung des Landes wuchs das Unternehmen rasant. Ein entscheidender Wendepunkt für den europäischen Markt war das Jahr 2002: TCL übernahm den insolventen deutschen Traditionshersteller Schneider.
Nur zwei Jahre später folgte der Paukenschlag im Mobilfunkbereich durch die Kooperation mit Alcatel. Heute ist der Konzern in über 160 Ländern aktiv und beschäftigt Forscher in 18 Entwicklungszentren weltweit.
„Inspire Greatness“: Mehr als nur billige Fernseher
Das Image des reinen Billiganbieters hat TCL längst abgelegt. Der Slogan wandelte sich über „Today China Lion“ und „The Creative Life“ zum heutigen Leitspruch „Inspire Greatness“. Technologisch spielt TCL in der obersten Liga:
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Mini-LED Vorreiter: Bereits 2018 führte TCL die Mini-LED-Technologie ein und bietet heute Kontraste, die mit teureren OLED-Modellen konkurrieren können.
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Marktführer bei Riesen-Displays: Im Segment der 98-Zoll-Fernseher ist TCL weltweit unangefochtener Spitzenreiter. Das Flaggschiff 98QM8B bietet Heimkino-Dimensionen zu Preisen, die etablierte Marken wie Samsung oder Sony oft deutlich unterbieten.
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Nummer 2 weltweit: Hinter Samsung hat sich TCL den zweiten Platz auf dem globalen TV-Markt gesichert.
Das Ökosystem: Smartphones, Tablets und Smart Home
TCL ist heute weit mehr als ein TV-Hersteller. Unter der Sparte TCL Communication bietet der Konzern Smartphones und Tablets an, die vor allem in der Einsteiger- und Mittelklasse punkten. Eine Besonderheit ist die NXTPaper-Technologie, ein Display-Verfahren, das die Augen schont und ein papierähnliches Leseerlebnis bietet – ideal für E-Books und langes Arbeiten.
Ritterschlag durch Olympia
Die internationale Anerkennung erreichte im Februar 2025 ihren vorläufigen Höhepunkt: TCL wurde offizieller Partner der Olympischen und Paralympischen Spiele bis 2032. Diese Partnerschaft unterstreicht den Anspruch des Unternehmens, nicht mehr nur als preiswerte Alternative, sondern als technologisch führende Weltmarke wahrgenommen zu werden.
Ob Heimkino, Gaming-Monitore oder vernetzte Haushaltsgeräte – TCL hat bewiesen, dass man mit der Kombination aus vertikaler Integration (eigene Panel-Produktion) und aggressiver Preisgestaltung den Markt nachhaltig verändern kann.
Hier sind die wesentlichen Umsatzzahlen und Marktdaten zur wirtschaftlichen Lage von TCL in der Textübersicht:
Wirtschaftlicher Höhenflug: TCL in Zahlen
TCL hat sich in den letzten Jahren von einem reinen Hardware-Produzenten zu einem hochprofitablen Tech-Giganten gewandelt. Die aktuellen Geschäftsberichte (Stand Anfang 2026) belegen diesen Erfolg eindrucksvoll.
Umsatz und Gewinnentwicklung
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Rekordumsatz 2024: Die Sparte TCL Electronics meldete für das Jahr 2024 einen Umsatz von rund 99,3 Milliarden HKD (ca. 11,8 Milliarden Euro). Das entspricht einer Steigerung von über 25 % im Vergleich zum Vorjahr.
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Massive Gewinnsteigerung: Der bereinigte Gewinn konnte im selben Zeitraum mehr als verdoppelt werden.
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Prognose 2025/2026: Analysten erwarten für das laufende Geschäftsjahr ein weiteres Gewinnwachstum zwischen 45 % und 60 %, getrieben durch die starke Nachfrage nach Premium-Geräten.
Marktposition und Absatzmengen
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Globale Nummer 2: TCL hält derzeit einen weltweiten Marktanteil von rund 14 % am TV-Markt. Damit hat sich das Unternehmen fest auf dem zweiten Platz hinter Samsung etabliert und den Vorsprung auf Mitbewerber wie LG und Hisense ausgebaut.
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Stückzahlen: Im Jahr 2024 lieferte TCL weltweit etwa 29 Millionen Fernsehgeräte aus.
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Wachstumssegmente: Besonders spektakulär ist das Wachstum bei High-End-Technologien. Der Absatz von Mini-LED-Fernsehern stieg zuletzt um 153 %, während das Segment der Großbildschirme (über 75 Zoll) um knapp 30 % zulegte.
Der strategische Vorteil: Vertikale Integration Ein wesentlicher Faktor für die starken Zahlen ist die Tochtergesellschaft CSOT. Im Gegensatz zu vielen Konkurrenten produziert TCL seine Display-Panels selbst. Diese vertikale Integration ermöglicht es dem Konzern, die Produktionskosten extrem niedrig zu halten und technologische Innovationen schneller auf den Markt zu bringen.
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