Rückruf von Aptamil Babynahrung – Nachdem Branchenriese Nestlé bereits Anfang Januar den Rückruf hunderter Produkte startete, zieht nun der französische Lebensmittelkonzern Danone nach. In Deutschland sind mindestens drei Chargen der beliebten Marke Aptamil betroffen. Im Kern steht der Vorwurf einer Belastung mit dem gefährlichen Bakteriengift Cereulid.
Diese Aptamil Babynahrung ist betroffen
Danone hat in Abstimmung mit den deutschen Behörden eine Rücknahme spezifischer Chargen eingeleitet. Eltern sollten ihre Vorräte umgehend auf folgende Daten prüfen:
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Aptamil Pronutra Pre (1,2 kg Packung)
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Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD): 19.11.2026
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EAN-Nummer: 4056631003701
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Aptamil Profutura Duo Advant Pre (800 g Packung)
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Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD): 20.04.2027
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EAN-Nummer: 4056631003435
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Aptamil Pronutra 1 (800 g Packung)
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Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD): 10.11.2026
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EAN-Nummer: 4056631001226
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Wichtiger Hinweis: Sollten Sie eine dieser Packungen besitzen, verwenden Sie das Pulver keinesfalls weiter. Betroffene Produkte können im Handel zurückgegeben werden.
Die Gefahr: Was ist Cereulid?
Der Auslöser für den Rückruf ist eine mögliche Verunreinigung mit Cereulid, einem Toxin, das vom Bakterium Bacillus cereus gebildet wird. Die Spur führt laut Ermittlern zu einem chinesischen Zulieferer von ARA-Öl (Arachidonsäure), einer wichtigen Zutat für Säuglingsnahrung.
Das Toxin gilt als besonders tückisch, da es hitzestabil ist – einfaches Abkochen der Milch zerstört das Gift nicht. Bei Säuglingen kann der Verzehr bereits nach 30 Minuten bis drei Stunden heftiges Erbrechen, Durchfall und Magen-Darm-Beschwerden auslösen. In Frankreich untersuchen Behörden derzeit sogar einen möglichen Zusammenhang zwischen dem Tod zweier Säuglinge und den verunreinigten Produkten.
Kritik an „stillem Rückruf“: Foodwatch erhebt schwere Vorwürfe
Die Verbraucherschutzorganisation Foodwatch kritisiert das Vorgehen der Konzerne scharf. Während Nestlé bereits seit Dezember 2025 von internen Hinweisen gewusst haben soll, erfolgte eine öffentliche Warnung oft erst Wochen später. Chris Methmann, Geschäftsführer von Foodwatch Deutschland, wirft den Unternehmen vor, die Produkte „still und heimlich“ aus den Regalen geräumt zu haben, anstatt die Eltern umfassend zu warnen.
Inzwischen haben acht französische Familien und Foodwatch Klage gegen die Hersteller eingereicht. Auch in Deutschland melden sich immer mehr besorgte Eltern, deren Kinder nach dem Verzehr von Flaschenmilch erkrankten.
Was Eltern jetzt tun sollten
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Chargencheck: Vergleichen Sie das MHD und die EAN auf der Packungsunterseite mit den oben genannten Daten.
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Symptome beobachten: Zeigt Ihr Kind nach der Fütterung Erbrechen oder Durchfall? Suchen Sie umgehend einen Kinderarzt auf.
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Hotline nutzen: Danone hat für betroffene Eltern eine Service-Nummer für Rückfragen eingerichtet.
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Beweise sichern: Foodwatch rät Eltern betroffener Kinder, die angebrochenen Packungen sowie Kaufbelege als Beweismittel aufzubewahren.
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