In der Nacht von Montag auf Dienstag (21. Dezember 2021) verlor ein 19-Jähriger auf der Haifa-Allee in Mainz-Bretzenheim die Kontrolle über seinen 2,3 Tonnen AMG Mercedes. Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei eilten gegen 01:15 Uhr zur Unfallstelle, nachdem das E-Call-System des Mercedes auslöste und den Notruf absetzte. BYC-News war vor Ort.


SUV hinterlässt Spur der Verwüstung

Der 19-jährige Fahrer des Mercedes GLE 63s AMG hatte die 612 PS seines SUVs offenbar völlig unterschätzt. Er war gegen kurz nach 1:00 Uhr mit seinem 18-jährigen Beifahrer, von der Autobahn in Richtung Mainz-Marienborn unterwegs. Dabei verlor er aufgrund stark überhöhter Geschwindigkeit auf Höhe des Aldi-Marktes in einer leichten Linkskurve die Kontrolle über sein Geländewagen und fuhr geradeaus in das Unterholz. Das Fahrzeug mähte mehrere Bäume nieder, schleuderte durch das Gebüsch, über die Bahnschienen der Straßenbahn, knapp an einem massiven Pfeiler der Oberleitung der Straßenbahn vorbei, überfuhr den Begrenzungszaun der Bahntrasse, an einer Laterne vorbei, und kam letztendlich auf einem Erdwall der dortigen Einfamilienhäuser am Zedernweg zum Stehen. Alle Airbags sprangen bei dem Unfall im Fahrzeug auf. Das E-Call-System des Boliden löste aus, verständigte die Rettungskräfte.

Straßenbahnfahrer als Ersthelfer vor Ort

Kurz darauf kam eine Straßenbahn der Linie 51 an der Unfallstelle vorbei, der Fahrer der Tram sah einen Baum auf den Gleisen liegen, hielt an. Kurz darauf bemerkte er den silbergrauen Mercedes links von ihm im Gebüsch liegen. Er wählte ebenfalls den Notruf. Stieg aus und wollte helfen. Doch er kam an die beiden Insassen des PKW nicht ran, die Beifahrertür des Fahrzeuges ließ sich nicht öffnen, auf der anderen Seite, konnte der Fahrer zwar aussteigen, stand aber mitten im Gebüsch. Erst als die Feuerwehr eintraf, konnten die Personen über Steckleitern aus der misslichen Lage befreit werden.

Feuerwehr muss Fahrzeug freischneiden

Nachdem die Personen dem Rettungsdienst übergeben wurden, machte sich die Feuerwehr an die Bergung des Fahrzeuges. Da sich der PKW durch die Wucht des Aufpralls in den Erdwall eingegraben hatte, hatte die Feuerwehr Mühe an die Batterie des Fahrzeuges zu kommen. Kurzerhand wurde das Gebüsch, in dem der AMG stand, gestutzt. Anschließend wurde die Batterie abgeklemmt, somit der Brandschutz sichergestellt. Die Feuerwehr sicherte den 2,3 Tonnen SUV zudem mit Stützen, damit wurde ein weiteres Abrutschen an dem Erdwall unterbunden. Ein weiterer Trupp entfernte den Baum, der auf die Gleise der Bahntrasse gestürzt war, musste ihn mit Kettensägen klein schneiden.

Glück im Unglück: Zwei Personen lediglich leicht verletzt

Die Polizei überprüfte die Fahreigenschaft des 19-jährigen Fahrers, Alkoholkontrolle, Drogenkontrolle. Er musste noch an der Unfallstelle in einen Becher pinkeln. Fahrer und Beifahrer wurden, nachdem sie vom alarmierten Notarzt gesichtet wurden, in Mainzer Kliniken transportiert. Beide hatten Glück im Unglück. Ersten Informationen zufolge wurden sie durch den Unfall nur leicht verletzt.

Straßenbahnfahrer der Mainzer Mobilität berichtet:

Der Fahrer der Straßenbahn berichtet dieser Online-Zeitung gegenüber seine Erlebnisse, er merkt zudem an, was passiert wäre, hätte er nur kurze Zeit früher die Unfallstelle passiert. Er möchte sich die Folgen überhaupt nicht ausmalen, wären die mehr als zwei Tonnen in seine Bahn gekracht, in dem wohlgemerkt auch um 1:00 Uhr Fahrgäste saßen.


Sachschaden geht in die Hunderttausende

Allein der Mercedes GLE 63 AMGs hat einen Listenpreis von 150.000 Euro, mit 612 PS und 850 Nm ist der Bolide kein Schnapper. Das Fahrzeug wurde erst im Mai zugelassen, ist kein Jahr alt. Dazu kommen die Kosten für das beschädigte Unterholz, des beschädigten Zauns. Zudem kommen je nachdem, wie das Ergebnis der Urin-Probe ausfällt, die Kosten für den Arbeitsaufwand, der Einsatzkräfte und der Schienenersatzverkehr, den die Mainzer Mobilität aufgrund der blockierten Strecke einrichten musste.

Ein Verkehrsunfall – 24 Einsatzkräfte

Die Berufsfeuerwehr der Feuerwache 1 war mit Einsatzleitwagen und Hilfslöschfahrzeug im Einsatz. Insgesamt 16 Mann der Feuerwehr Mainz rückten zu dem Unfall aus. Der Rettungsdienst der Malteser, sowie der Johanniter mit jeweils einem Rettungswagen und 4 Einsatzkräften. Der Notarzt mit Standort an der Uniklinik Mainz, begleitet durch einen Notfallsanitäter des DRK-Rettungsdienstes sowie die Polizei Mainz mit zwei Beamt:innen und einem Funkstreifenwagen. Der Notfallmanager der Mainzer Mobilität begutachtete ebenfalls die Unfallstelle und kümmerte sich um den Schienenersatzverkehr.

Hier geht es zum Video auf Youtube

++Abonniere uns auch bei Facebook unter: Rhein-Main Nachrichten ++