BYC-NewsBad KreuznachDie Zukunft vom Kurmittelhaus Bad Münster am Stein

Die Zukunft vom Kurmittelhaus Bad Münster am Stein

Nachrichten Bad Kreuznach – Die Zukunft eines der bedeutendsten historischen Gebäude der Region „Kurmittelhaus Bad Münster am Stein“ steht an einem entscheidenden Wendepunkt. Nach jüngsten Berichten haben Oberbürgermeister Emanuel Letz und Investor Jürgen Grossmann am 23. Januar 2026 eine gemeinsame Erklärung abgegeben, um den aktuellen Stand des Projekts „Kurmittelhaus Bad Münster am Stein“ zu präzisieren und Missverständnisse auszuräumen.

Vertrauensvolle Zusammenarbeit trotz Rückzug

Entgegen anderslautender Darstellungen betonen beide Seiten die hohe Qualität ihrer Kooperation. „Die Darstellung des Projekts und unserer Zusammenarbeit in Teilen der jüngsten Berichterstattung entspricht nicht den Tatsachen. Sie wird unserer intensiven und konstruktiven Zusammenarbeit der vergangenen Monate nicht gerecht“, erklären Letz und Grossmann übereinstimmend. Die Zusammenarbeit sei „stets vertrauensvoll, respektvoll und ergebnisorientiert“ gewesen.

Zu seinem vorläufigen Rückzug aus dem Projekt stellt Jürgen Grossmann klar: „Ich habe mich nach reiflicher Überlegung und aus privaten Gründen zunächst von dem Projekt zurückgezogen. Diese Entscheidung ist mir nicht leichtgefallen, denn die Entwicklung historischer Bausubstanz – und damit auch die Zukunft des Kurmittelhauses – liegt mir sehr am Herzen.“

Die Kernfrage: Verkauf oder Erbbaurecht vom Kurmittelhaus Bad Münster am Stein

Für das weitere Schicksal des Ensembles ist eine politische Richtungsentscheidung unumgänglich. Grossmann stellt fest: „Für mich kommt jedoch nur der Erwerb eines Gebäudes in Betracht, nicht die Vergabe im Rahmen eines Erbbaurechts. Das ist meine persönliche und sachliche Position und keine Kritik an der geleisteten Arbeit der Stadt oder am Oberbürgermeister.“

Oberbürgermeister Letz sieht nun die politischen Entscheidungsträger in der Pflicht: „An diesem Punkt sind nun Ortsbeirat und Stadtrat am Zug. Die Verwaltung hat ihre Hausaufgaben gemacht: Wir haben eine professionell begleitete Investorensuche über die Städtebauförderung initiiert, intensive Gespräche geführt, Gutachten erstellt und eine fundierte Beschlussvorlage für den Verkauf erarbeitet.“

Professionelle Investorensuche und Transparenz

Die Stadt hatte bereits 2023 eine strukturierte Suche über die Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung (GMA) gestartet. Von 24 kontaktierten Investoren gab lediglich Jürgen Grossmann eine positive Rückmeldung. OB Letz tritt zudem dem Vorwurf der Geheimniskrämerei entgegen: „Ich bin mir der emotionalen und symbolischen Bedeutung des Kurmittelhauses – insbesondere für Bad Münster – sehr bewusst. Daher haben wir von Beginn an auf professionelle Unterstützung gesetzt, den Ortsbeirat frühzeitig und umfassend eingebunden und Schritt für Schritt die Basis für eine fundierte politische Entscheidung geschaffen.“

Ein „Liebhaberobjekt“ mit Millionen-Investment

Dass die Sanierung kein leichtes Unterfangen ist, verdeutlichen die Rahmenbedingungen:

  • Sanierungskosten: Erheblicher zweistelliger Millionenbetrag.

  • Anforderung: Tragfähiges Gesamtnutzungskonzept für den langfristigen Betrieb.

  • Bedeutung: Denkmalgeschütztes Ensemble mit großer historischer und emotionaler Tragweite.

Offene Tür für die Zukunft

Trotz der aktuellen Pause bleibt eine spätere Einigung möglich. Jürgen Grossmann unterstreicht: „Sollte sich die Stadt – über Ortsbeirat, Ausschüsse und Stadtrat – für einen Verkauf entscheiden und meine privaten Rahmenbedingungen es zulassen, bleibt die Tür für eine erneute Befassung mit dem Projekt offen. Voraussetzung dafür ist jedoch ein klarer politischer Wille zum Verkauf.“

Abschließend appellieren beide an die Verantwortung der Gremien: „Die Zukunft des Kurmittelhauses ist eine einmalige Chance für Bad Münster und die gesamte Stadt. Jetzt braucht es eine klare politische Entscheidung zur Frage des Eigentums.“

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