Pünktlich um 20:40 Uhr ist am Samstag (26. März 2022) der letzte Flieger der Billig-Airline Ryanair am internationalen Flughafen Frankfurt in Richtung Dublin abgehoben. Die Airline, welche am 28. November 1984 gegründet wurde, schließt damit das Kapitel, welches Anfang 2017 für viel Aufstehen sorgte.


Seit 2017 am internationalen Drehkreuz Frankfurt

Ende März 2017 war die Airline nach Frankfurt am Main gekommen. Anfangs mit zwei Maschinen, zum Ende mit fünf Passagierflugzeugen. Der Anreiz war groß, denn die Fraport hatte ihre Fluggebühren für neue Airlines gesenkt, um sein Angebot an Europaflügen auszubauen. Ärgerlich für Lufthansa und Condor, denn Gebührennachlässe, von denen die Ryanair profitiert hatte, drückten die Preise bei den Fluggesellschaften, die bereits am Flughafen in der Mainmetropole ansässig waren.

Gebührenerhöhung als Ursache

Bereits Anfang des Jahres 2022 war bekannt, dass die irische Fluggesellschaft nach knapp fünf Jahren ihre Basis am Frankfurter Flughafen aufgibt. Grund dafür ist die Erhöhung der Gebühren, welche die Fraport für Start- und Landungen aufgeschlagen hatte. Ryanair verteilt nun seine Flugzeugflotte auf kostengünstigeren Flughäfen. In einer Pressemeldung kritisierte die Billigairline: “Leider hat sich Frankfurt, anstatt Anreize für die Erholung des Verkehrs zu schaffen, dafür entschieden, die Preise noch weiter zu erhöhen.“ Damit sei das internationale Drehkreuz für die Airline aus Irland nicht mehr wettbewerbsfähig gewesen. Fraport wies die Kritik als unberechtigt zurück. Mit einer genehmigten Preiserhöhung um 4,3 Prozent liege man im europäischen Vergleich der Drehkreuze sehr niedrig. Jetzt muss sich die Fraport, welche vom Land Hessen und der Stadt Frankfurt getragen wird, Gedanken machen, wie die Auslastung des nahezu fertiggestellten und explizit auf die Bedürfnisse von Direktfluganbietern wie Ryanair zugeschnittenen Flugsteig G gestemmt wird.

Kunden bekamen Rückerstattung

Ryanair erklärt weiterhin, dass alle bisher in Frankfurt am Main stationierten Mitarbeiter eine Möglichkeit hätten, innerhalb des Ryanair-Netzes einen alternativen Arbeitsplatz zu finden. Kunden, die von Flugannullierungen betroffen waren, wurden von der Fluggesellschaft benachrichtigt und bekamen eine Rückerstattung oder Gutscheine.