Die Auswirkungen des Iran-Kriegs drohen den europäischen Flugverkehr massiv zu lähmen. Aufgrund blockierter Lieferwege im Nahen Osten warnt der Luftfahrtverband IATA nun offiziell vor möglichen Flugausfällen ab Ende Mai. Die Situation wird von Experten als eine der schwersten Energiekrisen der Geschichte eingestuft.
Blockade der Straße von Hormus trifft Europa hart und könnte für zahlreiche Flugausfälle sorgen
Hauptursache für den drohenden Engpass ist die Blockade der Straße von Hormus, einer der weltweit wichtigsten Schlagadern für den Öltransport. Europa ist hier besonders verwundbar: Rund 75 Prozent des benötigten Kerosins stammen aus dem Nahen Osten. Im Vergleich zu anderen Kraftstoffen ist die Abhängigkeit von Importen beim Flugbenzin am höchsten.
Fatih Birol (68), Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), zeichnet ein düsteres Bild: Er rechnet damit, dass schon bald erste Verbindungen zwischen europäischen Städten aufgrund leerer Treibstofftanks gestrichen werden müssen. „Es ist die größte Energiekrise, die wir je erlebt haben“, so Birol in einem aktuellen Interview.
IATA fordert Notfallpläne
IATA-Generaldirektor Willie Walsh drängt die Behörden zum Handeln. Neben der Suche nach alternativen Lieferwegen seien koordinierte Rationierungspläne notwendig. Dazu gehören eine klare Kommunikationsstrategien für den Ernstfall und Ausnahmeregelungen für Start- und Landerechte (Slots), damit Airlines nicht bestraft werden, wenn Flüge mangels Treibstoff ausfallen müssen.





