BYC-NewsÜberregionalWurde Ostsee Wal Timmy in die Irre geführt?

Wurde Ostsee Wal Timmy in die Irre geführt?

Gestörter Magnetkompass durch Sonnenstürme könnte der Grund sein

Seit Tagen bewegt das Schicksal von Wal Timmy in der Wismarer Bucht die Menschen. Während der Kampf um das Überleben des Meeresriesen anhält und MediaMarkt Gründer Walter Gunz das Tier retten will, suchen Experten nach der Ursache für seinen fatalen Irrweg. Eine wissenschaftliche Spur führt nun weit weg von der Ostsee – direkt zur Sonne.

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Hat der innere Kompass von Wal Timmy versagt?

Eigentlich sind Buckelwale Navigationskünstler, die Tausende Kilometer schnurgerade durch die Weltmeere ziehen. Sie orientieren sich dabei am Magnetfeld der Erde. Doch genau dieses feingliedrige System scheint bei Wal Timmy versagt zu haben.

Eine Studie der US-Biologin Dr. Jesse Granger, welche 2020 im wissenschaftlichen Journal Cell Press veröffentlicht wurde, legt nahe, dass starke Sonneneruptionen den inneren Kompass von Meeressäugern außer Gefecht setzen können. Die Daten zeigen: An Tagen mit hoher Sonnenaktivität stranden Wale viermal häufiger als üblich.

Auffälliger Zusammenhang mit Polarlichtern

Der zeitliche Ablauf im Fall Timmy stützt diese Theorie:

  • 20. bis 22. März: Starke Sonneneruptionen lösen spektakuläre Polarlichter aus.

  • 23. März: Kurz darauf taucht Timmy erstmals in der Lübecker Bucht auf.

Offenbar bog der Wal, der sich auf dem Weg Richtung Grönland befand, durch die magnetischen Störungen falsch in die Nordsee ab und landete schließlich in der Sackgasse Ostsee.

Ein einsamer Rufer in der Bucht

Dass Wal Timmy allein unterwegs war, machte ihn laut Experten des Meeresmuseums Stralsund besonders verwundbar. Ohne die Gruppe, an der er sich hätte orientieren können, war er den Störungen schutzlos ausgeliefert. Zeugen berichteten bereits nach der ersten Strandung von den typischen, „herzzerreißenden“ Rufen des Wals, mit denen er versuchte, Kontakt zu seinen Artgenossen aufzunehmen.

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