Pünktlich zum kalendarischen Frühlingsanfang am 20. März erwacht die Natur zu neuem Leben. Doch während die ersten Krokusse blühen, ist für eine bedrohte Tierart noch lange nicht Aufstehen angesagt: Der Gartenschläfer hält in vielen Regionen, besonders im Südwesten Deutschlands, noch bis in den Mai hinein seinen Winterschlaf. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) mahnt Gartenbesitzer nun zu besonderer Vorsicht bei der anstehenden Frühjahrspflege.
Nistkästen als gefährliche Falle im Frühjahr
Ein häufiges Problem für die kleinen Bilche mit der markanten „Zorro-Maske“ ist ihre Wahl des Winterquartiers. Da natürliche Baumhöhlen oft fehlen, nutzen sie gerne für Vögel aufgehängte Nistkästen. Werden diese im zeitigen Frühjahr zur Reinigung geöffnet, schreckt dies die schlafenden Tiere unsanft auf. Ein solches Erwachen kostet den Gartenschläfer lebenswichtige Energiereserven und lässt ihn im schlimmsten Fall ohne schützendes Quartier zurück. Friederike Scholz, Wildtierexpertin beim BUND, empfiehlt daher, Nistkästen grundsätzlich erst im September zu reinigen und sie im Frühjahr bei offensichtlicher Belegung sofort wieder zu schließen.
Schutzmaßnahmen im eigenen Garten
Der Gartenschläfer steht als „stark gefährdet“ auf der Roten Liste. Um den Fortbestand der Art zu sichern, können Gartenbesitzer aktiv beitragen:
-
Spezielle Nistkästen: Es gibt spezielle Kästen für Bilche, deren Zugang auf der Rückseite zum Baumstamm hin liegt.
-
Verzicht auf Gifte: Rattengift und Pestizide sind eine tödliche Gefahr für die Tiere und ihre Nahrungskette.
-
Insektenfreundlichkeit: Da sich der Gartenschläfer zum großen Teil von Insekten ernährt, hilft ein naturnaher Garten bei der Nahrungssuche.
-
Gefahrenquellen sichern: Regentonnen sollten unbedingt abgedeckt werden, um ein Ertrinken der Tiere zu verhindern.
Bürgerwissenschaft: Sichtungen melden
Seit 2017 sammelt der BUND über eine spezielle Online-Plattform Daten zur Verbreitung der Art. Über 12.000 Meldungen sind so bereits zusammengekommen. Diese „Spurensuche“ ist essenziell, um effektive Schutzmaßnahmen zu entwickeln. Wer einen Gartenschläfer in seinem Garten beobachtet, kann diese Begegnung online melden und so einen wertvollen Beitrag zur Forschung leisten.
Das Projekt „Spurensuche Gartenschläfer“, das von 2018 bis 2024 wissenschaftlich begleitet wurde, hat gezeigt, dass vor allem der Verlust von Lebensräumen den Tieren zusetzt. Gärten mit Steinhaufen, dichten Gebüschen und alten Baumhöhlen sind daher Rückzugsorte von unschätzbarem Wert.



