Im Winter 2021 / 22 waren sie in den Wintersportgebieten kaum zu übersehen: Immer mehr Menschen schützten sich in mollig warmen Daunenjacken gegen die manchmal beißende Kälte. Wer sich nicht selbst in eine Moncler Jacke hüllen konnte, ertappte sich in der Warteschlange am Skilift womöglich bei einigen Fragen: Habe ich womöglich einen Trend verschlafen? Und wer steckt hinter diesen so sportlichen wie eleganten Jacken?

Alte Tante oder Fashion Girl?

Beides. Moncler wurde bereits 1952 von René Ramillion in der französischen Stadt Grenoble gegründet. Ursprünglich beabsichtigte der Gründer, Expeditionen in die Alpen mit Ausrüstung auszustatten. Schnell stellte sich ein erstaunlich großer Erfolg ein, der durch das heute noch wichtigste Produkt des Unternehmens, der Daunenjacke, noch verstärkt wurde. Diese fanden besonders unter italienischen Teenagern der Oberschicht reißenden Absatz. Gleichzeitig etablierte sich die junge Marke als Ausrüster für Alpinisten, die es sich leisten konnten. Über Viele Jahre arbeitete Moncler eng zusammen mit dem französischen Skiverband, um die eigenen Produkte immer weiter zu verbessern.

Im Laufe der 1980er und 90er Jahre fuhr die Marke einen recht starken Schlingerkurs und stand 2003 kurz vor der Insolvenz. Mit dem Kauf durch Remo Ruffini kam das Unternehmen schnell wieder zur alten und bald darauf zu einer vorher nie gekannten Blüte. Ob Ruffini, der schon mit 14 Jahren seine erste Daunenjacke von Moncler besaß, dies damals geahnt hätte? Ruffini krempelte die Ärmel hoch und das Unternehmen um. Inzwischen ist Moncler eine italienische Marke, die ihre französischen Wurzeln nicht vergessen hat. Und auch nicht das eigene Spitzenprodukt, die Daunenjacke.

Die ersten Modelle brachten noch knapp 1,5 Kilogramm auf die Waage, heute sind es nur noch 150 Gramm. Trotzdem hält die Jacke nach wie vor mollig warm, daher ist sie auch die erste Wahl von internationale Stars. Auch als Traditionsmarke geht man bei Moncler inzwischen neue Wege: Längst wurde die Daunenjacke durch zahlreiche andere Kleidungsstücke für jede Saison ergänzt. Anstatt auf einen einzigen Chefdesigner zu setzen, arbeitet Moncler mit bis zu 10 Designern gleichzeitig zusammen. Und statt zwei- bis viermal im Jahr eine neue Hauptkollektion auf den Markt zu bringen, bringt man lieber verteilt über den ganzen Jahresverlauf immer wieder kleinere Kapselkollektionen heraus. Damit erreicht Moncler immer wieder andere Zielgruppen und hält seine Kunden bei Laune.

Moncler spielt in einer Liga mit den großen Fashion-Labels

Früher war der Markt weitgehend aufgeteilt: Viele Hersteller versorgten ihre Kunden mit Alltagskleidung, eine überschaubare Anzahl befasste sich mit hochwertiger Sportswear und ein noch kleinerer Kreis war im Segment der Haute Couture unterwegs. Inzwischen wurde diese Aufteilung gründlich durchmischt. Top-Designer entwerfen Modelle für weite Teile der Bevölkerung und eine Abgrenzung zwischen Mode und Sportswear ist immer weniger erkennbar. In den digitalen Medien erreichen sportlich-dynamische Labels wie Moncler ihre jungen Zielgruppen sogar oftmals noch besser, als es den Vertretern der High Fashion möglich ist. Moncler ist traditionell in beiden Welten zu Hause und wird von Profisportlern ebenso geschätzt wie von Amateuren – und von Stars der Modewelt wie Naomi Campbell.

Mit Moncler durch den Sommer

Sommer und Daunenjacke scheinen ungefähr so gut zusammenzupassen wie Grönland und Badeurlaub. Genau aus diesem Grund lassen auch die meisten Hersteller ihre Finger von diesem heißen Eisen. Nicht so die Marke mit dem stilisierten Hahn im Logo. Hier hat man längst auch eine leichte, sommerliche Variante der Kultjacke im Angebot. Auch Daunenwesten im klassische gesteppten, aber nicht zu dicken Design sorgen dafür, dass man an kühlen Sommerabenden nicht zu frieren braucht. Hosen und Shorts, die am Strand ebenso gut ausschauen wie im Büro, runden die Kollektion für das Frühjahr und den Sommer 2022 ab. Und selbstverständlich kann man schon jetzt eine warme Daunenjacke von Moncler erwerben. Denn nach dem Winter ist bekanntlich vor dem Winter.