Kredite kommen heute nicht mit einheitlichen Konditionen auf die Vergleichsseiten. Die letztendlichen Konditionen berechnen sich aus der persönlichen Bonität, der Bank an sich, der Laufzeit, Kreditsumme und auch dem Kreditgrund. Doch wie kann ein Kunde seine monatliche Rate berechnen? Dieser Artikel zeigt die Faktoren genauer auf.

Kreditsumme

Gewiss ist die gewünschte Summe das ausschlaggebende Kriterium. Ein Kredit über 2.500 Euro wird meist mit niedrigeren Raten einhergehen als einer mit 25.000 Euro. Hierbei gilt pauschal:

  • Kreditsumme – als erstes Detail steht die Kreditsumme ganz oben auf der Liste.
  • Laufzeit – sie dient zur Division. Um beim obigen Beispiel zu bleiben: 2.500 durch 12 Monate ergibt 208,33 Euro monatlich. Bei 25.000 Euro wären es bei derselben Laufzeit schon 2.083,33 Euro.

Zinsen sind in diesem Beispiel noch nicht enthalten. Grundsätzlich ist die Kreditsumme aber auch für die Laufzeitdauer entscheidend. Nur wenige Personen würden wohl die 25.000 Euro innerhalb eines Jahres zurückzahlen können.

Laufzeit

Wie oben schon gezeigt, entscheidet die Laufzeit mit über die monatlichen Kosten für einen Kredit. Allerdings darf die Anzahl der Monate nicht allein betrachtet werden, denn die Laufzeit hat einen entscheidenden Einfluss auf die Kreditkosten:

  • Zinsen – sie berechnen sich jährlich, bei unter dem Jahr auslaufenden Krediten weiterhin anteilig. Jeder Monat der Laufzeit kostet Zinsen.
  • Kurze Laufzeit? – kostentechnisch ist eine kurze Kreditlaufzeit natürlich günstig. Allerdings eignet sich dieser Weg nur, wenn absolut sichergestellt werden kann, dass die ebenso höhere Rate auch stets bezahlt werden kann. Wer eine hohe Kreditrate zwar begleicht, doch stattdessen andere Kosten schleifen lässt, der muss praktisch auch die Mahngebühren oder sonstigen Mehrkosten mit auf die Rate anrechnen. Das gilt übrigens auch, wenn das Leben für die Ratenzahlung massiv eingeschränkt wird. Fiktiv verteuert sich die monatliche Rate um die Summe, die statt Nudeln nicht gegessen wird.
  • Lange Laufzeit? – sie ist immer teurer, da der Jahreszins länger greift. Das obige Beispiel zeigt aber, dass eine längere Laufzeit bei einer niedrigeren Rate günstiger sein kann, wenn das eigene Leben normal und ohne Abstriche weitergeführt werden kann. Gut ist ein Mittelweg zwischen beiden Extremen.

Höhe des Zinssatzes

Der Zinssatz ist einer der wichtigsten Faktoren, die die Kosten beeinflussen. Der Zinssatz in Kreditvergleichen ist jedoch nur beispielhaft zu sehen. Hier kommt das repräsentative Beispiel zum Tragen, welches auf zwei Drittel der möglichen Kreditnehmer zustimmen muss. Ebenso interessant ist die Zinsspanne, denn sie zeigt den niedrigsten und den höchsten Zinssatz eines Kredits an. Und wie kommt der Zinssatz zustande?

  • Bonität – die Bonitätsauskunft bei der Schufa oder einer anderen Auskunftsdatei ist ein wichtiges Kriterium. Sie sagt aus, mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Kunde den Kredit zurückzahlen wird. Jeder hat übrigens die Möglichkeit, einmal jährlich eine Eigenauskunft anzufordern.
  • Einkommen – die zur Verfügung stehenden Einnahmen sind ein weiteres Indiz. Sie werden nicht allein herangezogen, um überhaupt die Kreditvergabe zu prüfen, sondern auch, um festzustellen, welches Risiko besteht. Ein erhöhtes Risiko lassen sich Kreditgeber über die Zinsen bezahlen.
  • Ausgaben – auch sie werden zur Prüfung und zur Festsetzung des Zinssatzes genutzt. Zuletzt berechnet sich aus Ein- und Ausgaben die mögliche Rate. Weisen die Ausgaben hingegen schon auf etliche Kreditverpflichtungen hin oder überschreiten die Ausgaben ein bestimmtes Maß, so steigt der Zinssatz.

Die Höhe des Zinssatzes hängt aber auch maßgeblich von dem Kredithintergrund ab. Wie soll der Kredit verwendet werden? Autokredite, bei denen die Bank den Fahrzeugbrief erhält, sind meist wesentlich günstiger als Ratenkredite.

Der Zinssatz kommt gerade bei langen Laufzeiten in den Mittelpunkt. Da er stets aufs Jahr gerechnet wird, ist ein Kredit über fünf Jahre natürlich teuer als einer über vier Jahre.

Tilgungsart

Im Regelfall handelt es sich bei einem Kredit um Ratenkredite. Auch Annuitätendarlehen fallen darunter, denn sie entsprechen dem Schema:

  • Monatliche Rate – sie ist gleichbleibend über die gesamte Laufzeit. Bei normalen Konsumentenkrediten werden die Zinsen in gleicher Höhe auf die monatlichen Raten aufgeschlagen, sodass die Kreditsumme plus Zinsen monatlich zum Teil X abbezahlt werden. Je nach Summe wird anfangs oder zum Ende eine einzige abweichende Rate fällig. Dies kennen die meisten auch von Handyratenverträgen: Die ›ungerade‹ Summe ist die Restsumme, die nicht addiert werden konnte, da der Betrag sonst zu krumm wird.
  • Tilgung – bei den gewöhnlichen Verträgen gehen Tilgung und Zinsen Hand in Hand. Die monatliche Rate deckt beide Bereiche ab. Eine Ausnahme sind endfällige Darlehen. Über die Laufzeit hinweg werden nur die Zinsen bedient. Zum Schluss kommt die Endrate, also der aufgenommene Betrag.

Die Sonderoptionen behandeln jedoch besondere Kreditfälle. Bei den handelsüblichen Krediten, die Verbraucher für neue Küchen, Autos, Urlaube oder auch für die Ablöse des Dispokredits nutzen, werden gewöhnliche Ratenkredite genutzt. Für den Verbraucher haben diese Kredite nur Vorteile:

  • Gewissheit – schon bei Abschluss des Kredits wissen Kunden, wie hoch die Gesamtkosten des Kredits inklusive aufgenommener Kreditsumme sind. Wer 2.500 Euro aufnimmt und mit Zinsen über die Laufzeit von 500,00 Euro rechnen muss, der zahlt am Ende 3.000 Euro.
  • Planbarkeit – da die Raten stets gleich sind, können Verbraucher hervorragend den Kredit über die Laufzeit hinweg einplanen.
  • Keine Endrate – da monatlich immer Zinsen plus Kredit bedient wurden, fallen am Ende der Laufzeit keine zusätzlichen Gebühren mehr an. Weder alle Zinsen noch die gesamte Kreditsumme müssen auf einmal bezahlt werden.

Fazit – Kreditkosten setzen sich aus vielen Faktoren zusammen

Es gibt nicht den einen Faktor, der über die Kosten eines Kredits entscheidet. Kreditvergleiche bieten dennoch einen guten Überblick und lotsen in die Richtung eines günstigen Angebots. Die wichtigsten Merkmale sind aber Kreditgrund, Laufzeit, die Kreditsumme und natürlich auch die eigene Bonität.