BYC-NewsWirtschaftPlaymobil stellt Produktion in Deutschland ein

Playmobil stellt Produktion in Deutschland ein

Das Aus für den Standort Dietenhofen ist besiegelt. Während die Konzernleitung auf Kostenersparnisse setzt, wettert die Gewerkschaft gegen jahrelanges Missmanagement und verspricht Widerstand.

Es ist ein schwarzer Tag für den Industriestandort Mittelfranken. Die Horst-Brandstätter-Group hat am Dienstag (3. Februar 2026) das Aus für das Playmobil-Werk in Dietenhofen verkündet. Damit verschwindet die Produktion der weltberühmten Kunststoff-Figuren bis Ende Juni komplett aus Deutschland. 350 Beschäftigte stehen vor der Kündigung.

„Umstrukturierung“ wegen hoher Kosten

In einer Mitteilung begründete das Unternehmen die geplante Werksschließung bei Playmobil mit den massiv gestiegenen Produktionskosten am Standort Deutschland. Um Synergien innerhalb des Konzerns besser zu nutzen, soll die Fertigung in andere Werke verlagert werden.

Die Mitarbeiter wurden in einer außerordentlichen Versammlung über die Pläne und die damit verbundenen Kündigungen informiert. Während die Logistik in Herrieden und die Verwaltung in Zirndorf erhalten bleiben, wird das Herzstück der Spielwarenproduktion in Dietenhofen stillgelegt. Die Geschäftsführung kündigte an, mit dem Betriebsrat über eine „sozialverträgliche Umsetzung“ verhandeln zu wollen.

Gewerkschaft fassungslos: „Eine Riesensauerei“

Die Gewerkschaft IGBCE reagierte mit beispielloser Schärfe auf die Nachricht der Werksschließung bei Playmobil. Gewerkschaftssekretär Maximilian Krippner warf der Konzernleitung vor, die Belegschaft über Monate hinweg im Unklaren gelassen zu haben.

  • Vorwurf Missmanagement: Laut IGBCE werde die Verantwortung für jahrelange Fehlentscheidungen nun auf dem Rücken der 350 Angestellten abgewälzt.

  • Vertrauensbruch: Krippner betonte, dass die Horst-Brandstätter-Group eine Schließung im Rahmen des aktuellen Umstrukturierungsprozesses zuvor eigentlich ausgeschlossen hatte. Dass die Pläne nun so kurzfristig präsentiert wurden, sei eine „Riesensauerei“.

  • Informationspolitik: Seit einem Dreivierteljahr habe der Hersteller bei Fragen zur Standortperspektive „gemauert“.

Widerstand angekündigt: Kampf um die Produktion

Die IGBCE und der Betriebsrat wollen die Werksschließung bei Playmobil nicht kampflos hinnehmen. „Wir werden das nicht ohne Widerstand zulassen“, so Krippner. Die Gewerkschaft fordert nun ergebnisoffene Verhandlungen über den Fortbestand der Produktion in Deutschland. Nach Ansicht der Arbeitnehmervertreter ist das letzte Vertrauen in die Unternehmensführung endgültig verspielt.

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