Mit einem Novum setzt die Universitätsmedizin Mainz ein klares Zeichen für die Akademisierung der Therapieberufe: Sie habilitiert Physiotherapeut PD Dr. rer. physiol. et med. habil. Ulrich Betz.
Ein Durchbruch für die Gesundheitsberufe
Der Direktor des Instituts für Physikalische Therapie, Prävention und Rehabilitation der Universitätsmedizin Mainz hat mit seinem erfolgreich abgeschlossenem Habilitationsverfahren nun die Lehrbefugnis für das Fach Experimentelle Orthopädie. Diese Habilitierung stellt einen wichtigen Teilerfolg der Bestrebungen dar, die Gesundheitsfachberufe zu akademischen Professionen weiterzuentwickeln.
Die Akademisierung der Therapieberufe (wie Physio-, Ergo- und Logopädie) ist ein zentrales Thema im deutschen Gesundheitswesen. Ziel ist es, den wachsenden Herausforderungen einer alternden Gesellschaft und der zunehmenden Digitalisierung mit wissenschaftlich fundierter Expertise zu begegnen.
„Ich freue mich sehr über diese besondere Anerkennung“, erklärt Univ.-Prof. Dr. Philipp Drees, Dekan der Universitätsmedizin Mainz. Die aktuelle Entwicklung zeige, dass bei den richtigen Rahmenbedingungen Therapieberufe erfolgreich zu wissenschaftlich forschenden Disziplinen aufsteigen können. Die UM Mainz bietet hierfür durch das Zusammenspiel von Forschung, Lehre und Patientenversorgung das bundesweit ideale Umfeld.
„In Deutschland noch in den Kinderschuhen“
Der frisch habilitierte PD Dr. Ulrich Betz, Direktor des Instituts für Physikalische Therapie, Prävention und Rehabilitation (IPTPR), betont die Notwendigkeit dieses Schrittes. Während andere europäische Länder bereits weiter seien, müsse man hierzulande das enorme Potenzial der Therapeuten für das System noch besser erschließen. Die strukturellen Voraussetzungen in Mainz – wie das IPTPR und das Studienzentrum für Bewegungsforschung – seien dafür die perfekte Basis.
Strukturelle Meilensteine der Unimedizin Mainz
Bereits seit über 15 Jahren bereitet die UM den Boden für diesen Erfolg:
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2009: Einrichtung des IPTPR, das täglich ca. 650 Patienten versorgt.
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2020: Gründung des Interprofessionellen Studienzentrums für Bewegungsforschung (ISZB).
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Forschungserfolge: Einwerbung von rund einer Million Euro an Drittmitteln und die Betreuung zahlreicher Promotionen, auch durch Physiotherapeuten.
Ein Pionier mit beeindruckendem Lebenslauf
Der 1963 geborene Ulrich Betz absolvierte von 1983 bis 1986 eine Ausbildung zum Staatlich geprüften Krankengymnasten. Als solcher kam Ulrich Betz 1991 an die Orthopädische Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin Mainz, wo er ab 1994 die Leitung der dortigen Abteilung für Physikalische Therapie innehatte. 1997 wurde Ulrich Betz mit dem Wissenschaftspreis des Zentralverbandes der Deutschen Krankengymnasten ausgezeichnet. Nach seinem ausgezeichneten Abschluss zum Diplom-Physiotherapeuten (FH) im Jahr 2007, promovierte der Vater dreier Kinder 2008 im Fach Humanmedizin an der Universitätsmedizin Mainz mit magna cum laude zum Thema „Rückenmuskelaktivität im Sitzen und Stehen“, und erhielt als erster Physiotherapeut den Titel Dr. rer. physiol..
Im Jahr 2009 wurde er zum Leiter des neu gegründeten Instituts für Physikalische Therapie, Prävention und Rehabilitation der Universitätsmedizin Mainz ernannt. Dieses vereint die Therapieberufe in einer eigenen Einrichtung und ist bis heute bundesweit einmalig. 2017 zeichnete ihn der Deutsche Verband für Physiotherapie für seine hervorragenden wissenschaftlichen Erfolge mit dem „Stein der Weisen“ aus.
2020 initiierte er gemeinsam mit dem Direktor des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie der UM, Univ.- Prof. Dr. Philipp Drees, die Gründung des Interprofessionellen Studienzentrums für Bewegungsforschung an der Universitätsmedizin Mainz. Im Jahr 2025 wurde Ulrich Betz wiederum Pionier und habilitierte an der Mainzer UM als erster rein als Vertreter seines Berufes zum PD Dr. rer. physiol. et med. habil.. Seine Habilitation mit dem Titel „Prozessoptimierung in der Hüft- und Knieendoprothetik – Implementierung, Machbarkeit und Evaluation“ hat er im Fach Experimentelle Orthopädie abgelegt.
Einladung zur Antrittsvorlesung
Wer die wissenschaftlichen Hintergründe und den „Paradigmenwechsel“ hautnah erleben möchte:
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Wann: Freitag, 6. Februar 2026, ab 15:00 Uhr
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Wo: Hörsaal der Chirurgie (Gebäude 505 H), Langenbeckstr. 1, 55131 Mainz
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Thema: „Ongoing-Habilitation – ein Paradigmenwechsel“
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