Das Thema Wasserstoff wird zunehmend als Alternative zu herkömmlichen Energien wahrgenommen. Welche Chancen dieser Stoff bietet, konnten die beiden Beauftragten, Dietmar Tuldi und Joaquim da Silva, vom Bundesverband mittelständische Wirtschaft e.V. (BVMW Rheinhessen-Nahe) mit wirklich profunden Kennern der Materie in einer Talkrunde per Liveschaltung aus dem Studio SETUP68 in Saulheim, zahlreichen Interessierten näher bringen.

Nach mehr als 80 Anmeldungen zu dieser Veranstaltung folgten zahlreiche Teilnehmer aus ganz Deutschland und dem Ausland gespannt den Vorträgen der Referenten

  • Prof. Oliver Türk, TSB (Transferstelle Bingen);
  • Andy Fuchs, Toyota mobility Foundation;
  • Dr. Lars Peter Thiesen, Leiter Einführungsstrategie Wasserstoff & Brennstoffzelle, Fa. Stellantis (Opel Automobile GmbH) und
  • Carsten Retzke, Senior Manager Public Affairs, Marketing & Communication, TOTAL GAS MOBILITY, Niederlande, zu.

Wasserstoff (H2) ist nicht nur ein synthetischer Kraftstoff für Fahrzeuge und andere Antriebsmotoren; er ist auch ein Grundstoff für die chemische und andere Industrien und wird dort in großen Mengen benötigt. Wasserstoff kann ein wesentlicher Baustein werden, um die Energiewende in absehbarer Zeit zu schaffen.

Bundesverband mittelständische Wirtschaft e.V. (BVMW Rheinhessen-Nahe)
Oben von Links: Joaquim da Silva (BVMW), Dietmar Tuldi (BVMW) Unten von Links Prof. Oliver Türk, TSB (Transferstelle Bingen); Andy Fuchs, Toyota mobility Foundation; Dr. Lars Peter Thiesen, Leiter Einführungsstrategie Wasserstoff & Brennstoffzelle, Fa. Stellantis (Opel Automobile GmbH) und Carsten Retzke, Senior Manager Public Affairs, Marketing & Communication, TOTAL GAS MOBILITY, Niederlande, zu.

Dabei gilt es zwischen „grünem“ und anderem Wasserstoff zu unterscheiden

Die Herstellung des „grünen“ Wasserstoffes ist bereits heute vielerorts möglich und wird auch schon erfolgreich umgesetzt, in dem der überschüssige Strom aus der Windenergie, z. B. in der Nacht, in Wasserstoff umgewandelt wird. Nicht zufällig beschäftigen sich immer mehr Menschen mit diesem Zukunftsthema und die Politik, auf der Ebene von Bund, Land und EU, stellen Forschungsmittel sowie Mittel zur Projektförderung zur Verfügung. Beispielhaft sei hier ein internationales Projekt in Chile angeführt, das vom BMWI in Berlin mit 8,23 Mio Euro gefördert wurde.

Aber auch national gibt es viele Projekte, die aus anderen Töpfen gefördert werden und für die heimische Wirtschaft wie die Kommunen interessant sein sollten. Die Nationale Wasserstoffstrategie verzahnt Klima-, Energie-, Industrie- und Innovationspolitik. Ziel ist es, Deutschland international zu einem Vorreiter bei grünem Wasserstoff zu machen und langfristig die Weltmarktführerschaft bei Wasserstofftechnologien zu erlangen und zu sichern.

Dafür stellt der Bund viel Geld zur Verfügung

Im Einzelnen sind sieben Milliarden Euro für die Förderung von Wasserstofftechnologien hierzulande und zwei Milliarden Euro für internationale Partnerschaften im Kontext von Wasserstoff vorgesehen. Anwendungen sollen etwa in der Stahl- und in der Chemieindustrie, im Wärmebereich, aber auch im Verkehrsbereich stattfinden.
Auch das Land Rheinland-Pfalz beschäftigt sich mit diesem Thema. Kernpunkte der Strategie sind die Nutzung von Wasserstoff in umgerüsteten Verbrennungsmotoren sowie die Bildung eines Unternehmens-Netzwerks Wasserstoff. Ein Unternehmensnetzwerk, dem wir uns anschließen sollten bzw. es stärken und unterstützen. Das Land nimmt dafür, nach Aussagen von Wirtschaftsminister Wissing im Februar 2021, rund 23 Millionen € in die Hand.

Besonders freuten sich die beiden BVMW Beauftragten Tuldi und da Silva darüber, dass mit der Toyota mobility Foundation ein Partner gefunden wurde, der sich nicht nur intensiv dieses Themas annimmt, sondern auch seine Kompetenz in dieser Frage bis hin zur Bezuschussung besonderer Projekte zur Verfügung stellt. „Mit dem Generalmanager der Stiftung für Europa und Afrika, Herrn Andy Fuchs, haben wir eine kompetente Persönlichkeit für dieses Thema und einen profunden Kenner unserer Region“, so die BVMW Beauftragten

Besonders freuen würden sich Tuldi und da Silva, wenn am Ende der gemeinsamen Bemühungen ein so genanntes „Wasserstoffbündnis“ für Rheinland-Pfalz stehen würde, wie es andernorts bereits vollzogen wurde, mit dem die Ziele Klimaschutz, Energie, Mobilität und Innovation sinnvoll vereint werden könnten.
Um dieses und weitere Ziele zu erreichen, gehen die weiteren Bemühungen nun in eine Präsenzveranstaltung, bei der sobald als möglich, weitere Ideen und Vorstellungen präsentiert sowie noch mehr Interessierte und Teilnehmer gewonnen werden sollen.