Seitdem hat sich vieles getan: Nicht nur der medizinische Fortschritt hat sich in den letzten 40 Jahren rasant entwickelt, sondern auch das bauliche Erscheinungsbild der Klinik ist im Laufe der Jahre ein anderes geworden. Aber der Reihe nach.

Aufbruchstimmung

Wir schreiben den 3. Juni 1981. Es herrscht Aufbruchstimmung in der Mainzer Straße. An diesem Tag ist es sowohl für das Krankenhauspersonal als auch die Patientinnen und Patienten soweit: Der Umzug des Stadtkrankenhauses in den Neubau auf der Herrnsheimer Höhe steht an. Durch tatkräftige Unterstützung des Roten Kreuzes wird der Transport aller Patientinnen und Patienten, darunter auch der intensiv zu betreuenden Schwerkranken, in nur viereinhalb Stunden bewältigt. Das erste Baby dieses Tages wurde noch im alten Stadtkrankenhaus geboren, das nächste Neugeborene erblickte bereits am neuen Standort das Licht der Welt. Der Umzug an nur einem Tag ohne eine Unterbrechung in der medizinischen Versorgung war eine logistische Meisterleistung, an die sich alle Beteiligte immer wieder gerne zurückerinnert haben.

1888 eröffnete Hospital

Bis es soweit kam, vergingen mehrere Jahrzehnte voller Überlegungen und Planungen. Das 1888 in der Mainzer Straße eröffnete Hospital stieß aufgrund der stetig steigenden Patientenzahlen immer wieder an seine Kapazitätsgrenzen. Zwar erfuhr das Stadtkrankenhaus im Laufe der Jahre immer wieder bauliche Erweiterungen, zusätzlich zu den räumlichen Problemen machten sich erste technische Mängel bemerkbar. Die Forderungen nach einem Neubau wurden bereits in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts laut, dessen Umsetzung kam in den folgenden Jahrzehnten aber nicht über eine Vorplanungsphase heraus. Die ersten Bauarbeiten begannen schließlich Ende 1974. Die Rohbauarbeiten am eigentlichen Krankenhausbau – Parkdecks und Personalwohnhäuser befanden sich bereits im Bau – starteten im Oktober 1975.

1976 Grundsteinlegung für neues Krankenhaus

Nur kurze Zeit später, am 23. Juni 1976, konnte der Grundstein auf der Herrnsheimer Höhe gelegt werden. An diesem ungewöhnlich heißen Sommertag verschwand bei flotter Musik und kühlen Getränken ein Metallkasten im Grundstein. Dieser enthielt neben diversen Urkunden auch Wormser Wein, die gängigen Scheidemünzen, eine silberne Kompassnadel sowie eine tagesaktuelle Ausgabe der Wormser Zeitung. Bereits 15 Monate später, am 28. September 1979, konnte Richtfest gefeiert werden, wobei die Baumasse des neu entstehenden Krankenhauskomplexes immer deutlicher Gestalt annahm. Der Innenausbau dauerte gut drei Jahre. Im Juni 1981 war das Mammut-Projekt Krankenhausneubau mit dem Bezug des Gebäudekomplexes schließlich geschafft. Die offizielle Einweihung fand am 22. September 1981 statt.

MutterKindZentrum prägt Erscheinungsbild

Es sollte nicht lange dauern, bis es auch in den neuen Räumlichkeiten auf der Herrnsheimer Höhe allmählich enger wurde. Neben der Erweiterung des Klinikkomplexes um ein neues Parkhaus und Verwaltungsgebäude prägt mittlerweile auch das neue MutterKindZentrum das bauliche Erscheinungsbild des Krankenhauses. Auch im Inneren des Klinikums hat heute, stolze vier Jahrzehnte nach seinem Bezug, modernste High-Tech-Medizin Einzug gehalten. Von Innovationen, wie etwa dem computergestützen Operations-Roboter Da Vinci, konnte man an besagtem 3. Junitag 1981 sicherlich nur träumen.

Eigentlich sollte das Jubiläum mit einem Tag der Offenen Tür gebührend begangen werden. Aufgrund der Corona-Pandemie konnte dieser leider nicht wie ursprünglich geplant stattfinden.