StartSportVince McMahon verhindert in letzter Sekunde einen Gerichts-Prozess

Vince McMahon verhindert in letzter Sekunde einen Gerichts-Prozess

Der ehemalige WWE-Patriarch entgeht einem öffentlichen Prozess, doch die dunkelsten Wolken ziehen erst noch auf

Das globale Wrestling-Universum hielt den Atem an, denn die Enthüllung der dunkelsten Backstage-Geheimnisse stand unmittelbar bevor. Doch kurz vor dem geplanten Prozessbeginn im monumentalen WWE-Aktionärsrechtsstreit in Delaware kam es zur überraschenden Wende: Vince McMahon hat in aller letzter Sekunde einen weitreichenden Vergleich erzielt. Der mit enormer Spannung erwartete Prozess wurde damit vom zuständigen Gericht kurzfristig komplett abgesagt. Durch diesen juristischen Schachzug bleiben unzählige, potenziell brisante Informationen rund um die historische WWE-TKO-Fusion vorerst unter strengem Verschluss. Gleichzeitig entbrennt hinter den Kulissen nun ein erbitterter Kampf um die Frage, wer am Ende die astronomische Vergleichssumme bezahlen wird.

Ein Vergleich in letzter Sekunde

Die Bühne war bereitet, die Akten lagen vor. Der Prozess sollte ursprünglich vier Tage dauern und unter der strengen Leitung von Vizekanzler J. Travis Laster stattfinden. Doch Gerichtsverwalterin Tamara Burton vom Delaware Court of Chancery bestätigte am Samstagabend offiziell, dass der für Montag angesetzte Termin auf ausdrücklichen Wunsch der beteiligten Parteien vom Gerichtskalender gestrichen wurde. Ein Anwalt der Kläger hat den Vergleich mittlerweile bestätigt, auch wenn die exakten Details unter Verschluss bleiben.

Im Vorfeld waren bereits Dokumente durchgesickert, die die WWE in ihren Grundfesten hätten erschüttern können. Besonders ein massiver, 75-seitiger Schriftsatz sorgte in der Branche für ungläubiges Staunen. Darin wurde unter anderem schockierend detailliert behauptet, dass Vince McMahon Ende 2022 massiv damit gedroht habe, überlebenswichtige Medienrechte-Deals oder mögliche Unternehmensverkäufe zu blockieren, falls man ihm die Rückkehr an die Spitze der WWE verwehren würde. Auch die hochkomplexe Geschäftsbeziehung zwischen ihm und TKO-CEO Ari Emanuel wurde darin schonungslos beleuchtet. Durch den hastigen Vergleich gelangen diese brisanten Details und die potenziellen Ergebnisse der Beweisaufnahme nun nicht an die breite Öffentlichkeit.

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Der Kern der Klage

Die besagte Klage wurde von wütenden WWE-Aktionären eingereicht und bezog sich auf die tektonische Fusion zwischen WWE und der UFC-Muttergesellschaft Endeavor im Jahr 2023. Aus diesem gigantischen Deal, dessen Gesamtwert bei unfassbaren 21 Milliarden US-Dollar lag, entstand die heutige TKO Group Holdings. Die Kläger warfen Vince McMahon vor, das von ihm aufgebaute Wrestling-Imperium im Rahmen dieses Deals ganz bewusst unter Wert verkauft zu haben. „Die Macht auf Kosten des eigenen Unternehmens sichern – das ist der schwerste Vorwurf, den man einem Chairman machen kann.“

Die Argumentation der Kläger hatte es in sich: Der ehemalige Chairman Vince McMahon habe den Deal gezielt und ausschließlich in Richtung Endeavor gelenkt, weil er dort weiterhin massiven Einfluss und finanzielle Vorteile für sich selbst behalten konnte. Laut der Klageschrift seien andere hochkarätige Interessenten wie KKR oder Liberty Media nicht fair behandelt und systematisch aus dem Rennen gedrängt worden. Zusätzlich wurde argumentiert, dass diese potenziellen Käufer Vince McMahon aufgrund der schwerwiegenden Vorwürfe des sexuellen Fehlverhaltens möglicherweise vollständig und kompromisslos aus dem Unternehmen gedrängt hätten.

Neben dem ehemaligen Patriarchen wurden auch hochrangige Führungskräfte wie Nick Khan, Paul „Triple H“ Levesque, George Barrios und Michelle Wilson als Beklagte aufgeführt. Die Kläger hatten während der Vorbereitungen auch Dokumente im Zusammenhang mit den vergangenen Skandalen angefordert, um zu beweisen, wie sehr diese privaten Verfehlungen die geschäftlichen Entscheidungen während der Fusion diktierten.

Die ungelöste Millionenfrage: Wer zahlt die Rechnung?

Ein Vergleich in dieser Größenordnung kostet ein Vermögen. Journalist Bryan Alvarez brachte im Wrestling Observer Radio die wohl wichtigste offene Frage auf den Tisch: Wer bezahlt am Ende diesen gigantischen Scheck an die klagenden Aktionäre? Da Vince McMahon selbst lange Zeit der größte Anteilseigner war und gleichzeitig zu den Hauptbeklagten zählte, wird hinter verschlossenen Türen erwartet, dass es extrem spezielle Regelungen geben wird. Damit soll verhindert werden, dass er durch den Kursanstieg indirekt selbst noch von einer Auszahlung an die Aktionäre profitiert.

Die juristische Struktur macht die Lage noch komplexer: Weder WWE noch TKO als Unternehmen selbst wurden verklagt, sondern ausschließlich Einzelpersonen. Führungskräfte wie Nick Khan oder Triple H dürften komfortabel über die weitreichenden Unternehmensversicherungen der WWE abgesichert sein, da sie während der Fusionsphase in offizieller Funktion handelten. Für Vince McMahon sieht die Realität jedoch deutlich ungemütlicher aus. Er ist inzwischen nicht mehr offiziell für die Liga tätig und operierte mit einem komplett separaten Anwaltsteam. Es bleibt völlig offen, ob die WWE, die Versicherungen oder der 78-Jährige persönlich diese astronomischen Kosten tragen müssen.

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Weitere juristische Stürme ziehen auf

Wer nun glaubt, dass der Patriarch aufatmen kann, irrt sich gewaltig. Der erzielte Vergleich in Delaware löscht nur ein einziges Feuer in einem brennenden Wald. Die weitaus brisantere Klage der ehemaligen Mitarbeiterin Janel Grant wegen Missbrauchs und Menschenhandels von Vince McMahon schwebt weiterhin wie ein Damoklesschwert über ihm. Seine Anwälte versuchen derzeit verzweifelt, diesen Fall aus der Öffentlichkeit heraus in ein privates Schiedsverfahren zu verlagern.

Doch damit nicht genug: Kürzlich sahen sich Vince McMahon und seine Frau Linda mit einer weiteren, düsteren Klage konfrontiert. Fünf ehemalige „Ring Boys“ werfen dem Ehepaar vor, vor Jahrzehnten von systematischem sexuellem Missbrauch durch einen damaligen Ring-Crew-Chef gewusst und diesen gedeckt zu haben.

Der nun teuer erkaufte Frieden im Aktionärsstreit hat absolut keinen rettenden Einfluss auf diese parallel laufenden, existenzbedrohenden Verfahren. Das Imperium mag durch den Vergleich in Delaware geschützt worden sein, doch für Vince McMahon ist der Ring-Gong in der wichtigsten juristischen Schlacht seines Lebens gerade erst ertönt.

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