Am Samstagmittag (8. Mai 2021) in der Zeit zwischen 13:45 und 16:00 Uhr demonstrierte die Organisation „Campen mit Abstand“ mit einem Wohnmobil-Korso in Mainz und Wiesbaden. „Campen mit Abstand“ ist eine Gruppe von Campern, die zeigen wollen, dass Campen auch unter Corona Auflagen mit genug Abstand und einem Hygienekonzept funktioniert.

Fahrstrecke des Korsos

Die Demo startete unter Begleitung der Mainzer Polizei auf dem Messegelände in Mainz-Hechtsheim um 13:50 Uhr. Die Strecke führt über die Genfer Allee, die Rheinhessenstraße, die Pariser Straße, die Alicienstraße und schließlich über die Kaiserstraße und Rheinallee über die Theodor-Heuss-Brücke weiter nach Wiesbaden.

Dort wartete bereits die hessische Polizei, um den Korso in Empfang zu nehmen und weiter zu begleiten. In Wiesbaden verlief die Strecke unter anderem über die Wiesbadener Landstraße, den Amöneburger Kreisel, den Gustav-Stresemann-Ring und Bismarckring bis zu den Auffahrten zur A66.

Massive Verkehrsbehinderungen und uneinsichtige Autofahrer

Der Verkehr an der Kreuzung der Landstraße L425 zur Rheinhessenstraße in Mainz-Hechtsheim wurde in der Zeit von 13:50 bis circa 15:00 Uhr durch die Polizei geregelt. Trotzdem kam es zu massiven Verkehrsbehinderungen. Zahlreiche Autofahrer missachteten die Anweisungen der Polizeibeamten und fuhren anders als die polizeilichen Anordnungen es zuließen. Häufig musste die Polizei den Autofahrern erklären, dass sie sich an die Regeln zu halten haben, was nicht nur ein mal zu Diskussionen führte.

Wie die Polizei mitteilte, sei es während des Korsos auf der gesamten Strecke und besonders an anderen Kreuzungen zu massiven Verkehrsbehinderungen und Diskussionen mit den eingesetzten Polizeibeamten gekommen. Das mangelnde Verständnis und die Ungeduld der Verkehrsteilnehmer habe zu zusätzlichen Verzögerungen geführt. Zudem sei es auch zwischen Verkehrsteilnehmern und Demonstranten vereinzelt zu Streitigkeiten gekommen, von denen einige polizeilich geschlichtet werden mussten. Zu strafrechtlich relevanten Vorfällen kam es nach Angaben der Polizei allerdings nicht.

Während der Fahrt der Wohnmobile kam es innerhalb des Konvois zu einem Auffahrunfall. Verletzt wurde bei dem Unfall glücklicherweise niemand.

„Die Menschen sind pandemiemüde“

Wie Thomas Albrecht, Pressesprecher der Organisation, vor Ort gegenüber BYC-News mitteilte, seien rund 1.200 Campingfahrzeuge vor Ort gewesen. Ziel der Demonstranten sei es, die Landesregierungen dazu zu bewegen, schnellstmöglich für die Öffnung der Stell- und Campingplätze zu sorgen. Deshalb habe man auch bewusst die Strecke durch die Regierungsviertel der beiden Landeshauptstädte gewählt.

Aufgrund der aktuellen Corona-Verordnung müssen Campingplätze geschlossen bleiben. Die Organisation sieht darin keinen Sinn, da man sich beim Campen im Freien aufhalte und die geltenden Hygieneauflagen einhalten könne. „Die Menschen sind pandemiemüde. Sie halten es einfach nicht mehr aus. Seit September letzten Jahres sind die Menschen quasi zuhause eingesperrt in einem Dauer-Lockdown und wollen nun endlich mal wieder an die frische Luft. Die wollen fahrradfahren, spazieren gehen, andere Orte sehen und einfach mal Horizonte sehen“, sagt Albrecht.

Die Campingplätze hätten mittlerweile gezeigt, dass alle Hygienekonzepte eingehalten werden können. Es würde ja schon reichen die Campingplätze zu öffnen, auch wenn die Sozialeinrichtungen auf den Plätzen zunächst geschlossen blieben. Die meisten Camper bräuchten sowieso nur einen Stellplatz und hätten Sanitäranlagen im Wohnmobil. Notwendig sei lediglich die Möglichkeit, Schmutzwasser abzulassen, Frischwasser aufzunehmen und eine Stromzufuhr. „Ich appelliere wirklich, den Menschenverstand nach 14 Monaten Pandemie endlich mal walten zu lassen“, sagt Albrecht abschließend.