Es war ein Samstagabend (07.03.2026), der in die Geschichte des VC Wiesbaden eingehen wird. Vor 1.783 begeisterten Zuschauern in der Sporthalle am Platz der Deutschen Einheit lieferten die Hessinnen dem favorisierten Deutschen Meister SSC Palmberg Schwerin einen leidenschaftlichen Kampf. Trotz der 1:3-Niederlage (25:27, 19:25, 25:22, 13:25) verließ das Team das Feld mit erhobenem Haupt – überstrahlt von der hochemotionalen Verabschiedung des langjährigen Hallensprechers Tobias Radloff.
Sportliches Drama und ein gewonnener Satz des VC Wiesbaden
Der VC Wiesbaden startete, wie schon im Spiel gegen Stuttgart, extrem stark. Im ersten Satz begegneten die Gastgeberinnen dem Spitzenreiter über weite Strecken auf Augenhöhe und führten zeitweise sogar mit 22:18. Doch am Ende fehlte die nötige Kaltschnäuzigkeit, um den Sack zuzumachen (25:27). Nachdem auch der zweite Satz an die Gäste ging, belohnte sich das Team von Interim-Chefcoach Benedikt Frank im dritten Durchgang: Mit einer couragierten Leistung und starken Aufschlägen holten sich die Hessinnen das 25:22 – ein echtes Saison-Highlight gegen den Favoriten.
Erst im vierten Satz konnte der VCW dem druckvollen Spiel der Schwerinerinnen nichts mehr entgegensetzen. Während beim Gast die Außenangreiferin Anne Hölzig (Gold-MVP) glänzte, wurde beim VCW Mittelblockerin Laura Broekstra zum beeindruckenden fünften Mal in Folge als wertvollste Spielerin (Silber-MVP) ausgezeichnet.
Abschied unter Tränen: „Die Stimme des VCW“ geht
Nach dem Abpfiff gehörte die Bühne Tobias Radloff. Nach 17 Jahren als Hallensprecher nahm der 39-Jährige unter Standing Ovations und „Tobi“-Sprechchören Abschied. Co-Geschäftsführer Christopher Fetting würdigte ihn als „beständigen und verlässlichen Teil der VCW-Familie“. Ehemalige Spielerinnen sendeten Videogrüße, während in der Halle zahlreiche Tränen flossen. Radloff wird beim nächsten Heimspiel am 25. März nicht mehr am Mikrofon stehen – ein Nachfolger wird dann die „Crowd“ übernehmen.
VC Wiesbaden-Chefcoach Benedikt Frank: „Es war unser Ziel, einen Satz gegen einen der Großen für uns zu entscheiden. Wir waren in drei Abschnitten komplett auf Augenhöhe. Wir haben ein tolles, emotionales Match geliefert.“
Laura Broekstra (MVP): „Ich bin sehr stolz auf unsere Mannschaft. Wir wollten unsere Fans inspirieren und das ist uns trotz des 1:3 auch gelungen.“




