Unterwegs mit der Feuerwehr Mainz-Finthen – Im Ernstfall zählt jede Sekunde

BYC-News hat die fiktive Rettungsfahrt der Freiwilligen Feuerwehr begleitet.

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Am Dienstag (22. Februar 2022) hatte die Freiwillige Feuerwehr Mainz-Finthen mit Unterstützung der Mainzer Berufsfeuerwehr im Ortsteil Finthen ab 18:00 Uhr eine „fiktive Rettungsfahrt“ mit Einsatzfahrzeugen durchgeführt. Ziel war es, über eine vorgegebene Route durch die Straßen des Finther Ortskerns, die Befahrbarkeit für die Einsatzfahrzeuge im Notfall zu testen. BYC-News hat die Maßnahme begleitet.


Im Ernstfall zählt jede Sekunde

Damit die Finther Feuerwehr im Brandfall ihren lebensrettenden Einsatz durchführen kann, braucht sie freie Wege zur Einsatzstelle. Oftmals werden diese wichtigen Rettungswege jedoch zugeparkt – gerade in engen Ortskernen ist dies ein großes Problem. Daher führt die Landeshauptstadt Mainz regelmäßig Befahrungen mit Feuerwehrfahrzeugen durch, um die Passierbarkeit zu prüfen und die Bürger für dieses wichtige Thema zu sensibilisieren.

Die Feuerwehr wurde dabei von Kräften des Verkehrsüberwachungsamtes und der Straßenverkehrsbehörde begleitet. Zudem waren auch die Verkehrsdezernentin Janina Steinkrüger sowie der Finther Ortsvorsteher Manfred Mahle mit dabei.

Einige problematische Stellen festgestellt

Die Feuerwehr startete an der Wache in der Kirchgasse und fuhr von dort aus über die Lambertstraße in die Henri-Dunant-Straße. Hier kam es zu der ersten Engstelle, da ein parkendes Auto die Durchfahrt blockierte. Nach kurzer Besprechung rangierte die Feuerwehr mit ihren Fahrzeugen und konnte die Stelle schließlich passieren.

Weitere problematische Stellen wurden unter anderem auch in der Aubachstraße, im Kakteenweg sowie im Kreuzungsbereich von der Uhlerbornstraße zur Steubenstraße festgestellt. Auch hier wurde die reibungslose Durchfahrt der Feuerwehr durch parkende Autos behindert. Ebenfalls schwierig gestalteten sich die Wendehammer im Sertoriusring, da auch hier Fahrzeuge geparkt wurden, die für Probleme sorgten.

Auf das Schreiben von Strafzetteln und das Abschleppen der störenden Fahrzeuge verzichtete die Verkehrsaufsichtsbehörde jedoch während der fiktiven Rettungsfahrt. Stattdessen setzten die Beamten auf Gespräche und Aufklärung der jeweils ermittelten Fahrzeughalter. Die Bürger zeigten sich auf die Ansprachen hin einsichtig und fuhren ihre Fahrzeuge weg. Um 20:20 Uhr traf die Feuerwehr wieder an der Wache ein und konnte die Maßnahmen beenden.


Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Mainz-Finthen, Markus Schmitt, dazu

„Das ist auch ein bisschen Öffentlichkeitsarbeit, dass die Leute sehen, dass wir durchs Ort und durch die Straßen durch fahren. Wir schauen uns dabei verschiedene Punkte an, wo uns in der Vergangenheit schon aufgefallen ist, dass wir da Probleme hatten, durchzukommen.“, erklärte der Wehrleiter der Feuerwehr Mainz-Finthen, Markus Schmitt, gegenüber BYC-News. „Wir sind relativ gut durchgekommen, das muss man schon sagen. Ich habe mir eigentlich sogar versprochen, dass ein paar mehr Problemparker vorhanden sind. Denn unsere Erfahrungen gerade im Einsatz sind, dass wir oft Probleme haben, mit unseren großen Fahrzeugen durchzukommen“, so der Wehrleiter weiter.

Manfred Mahle, Ortsvorsteher von Mainz-Finthen: „Das Ordnungsamt wird künftig genauer kontrollieren“

„Ich habe die Verkehrsfahrt gefördert und beantragt. Das hat längere Zeit gedauert, auch wegen Corona, aber ich bin froh, dass es jetzt geklappt hat“, so der Ortsvorsteher Manfred Mahle. Weiter erklärt er: „Wir haben auch eine Verkehrskommission in Finthen. Da werden wir sicherlich bei der nächsten Sitzung diese Verkehrsfahrt nochmal durchsprechen und dann auch die Punkte aufzeigen, wo man vielleicht mehr Markierungsarbeit machen muss. Da wird auch nötig sein, dass der ein oder andere Poller noch gesetzt wird.“ Auch das Ordnungsamt werde die brisanten Punkte künftig bei Ordnungsfahrten genauer ins Auge fassen.