Die Universitätsmedizin Mainz erhält eine Förderung in Höhe von 1,06 Millionen Euro für den Aufbau eines neuen Forschungsprogramms. Mit ACTIVATE – Advanced Clinician Scientists in den Bereichen Immunologie, vaskuläre Immunologie, Tumorimmunologie und Neuroimmunologie sollen klinisch tätige Fachärztinnen und Fachärzte gezielt dabei unterstützt werden, wissenschaftliche Forschung und ihre Tätigkeit in der Klinik miteinander zu verbinden.
Das Programm wird von der Mainz Research School of Translational Biomedicine (TransMed) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ausgeschrieben. Ziel ist es, Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung weiterzuentwickeln und langfristig in die medizinische Anwendung zu übertragen.
Forschung und klinische Arbeit miteinander verbinden
ACTIVATE richtet sich an Ärztinnen und Ärzte nach abgeschlossener Facharztausbildung, die wissenschaftlich im Bereich der translationalen Immunologie tätig sind. Das Programm soll ihnen den notwendigen Freiraum für ihre Forschungstätigkeiten schaffen.
„Im ACTIVATE-Programm arbeiten die teilnehmenden Ärzte interdisziplinär mit Grundlagenforschenden zusammen, erhalten ein strukturiertes Mentoring und werden gezielt für Leitungspositionen in Forschung und Klinik qualifiziert“, sagt Univ.-Prof. Dr. Stephan Grabbe, Leiter von ACTIVATE. „Das soll sowohl die klinische Forschung stärken als auch die Voraussetzungen dafür schaffen, langfristig die Versorgung der Patient durch innovative, personalisierte Therapien zu verbessern.“
Die individuelle Förderung ist auf sechs Jahre ausgelegt. Neben der wissenschaftlichen Arbeit umfasst das Programm ein strukturiertes Umfeld für die weitere klinische und wissenschaftliche Entwicklung.
Fokus auf personalisierte Immuntherapien
Inhaltlich konzentriert sich ACTIVATE auf die personalisierte Immuntherapie sowie die Gefäß-, Tumor- und Neuroimmunologie. Ein Schwerpunkt liegt unter anderem auf der Erforschung genetischer Biomarker. Solche nachweisbaren Genveränderungen können dabei helfen, Diagnosen zu verbessern und Krankheitsaktivität, Therapieerfolg sowie Prognosen genauer einzuschätzen.
Darüber hinaus sollen neue Ansätze für individualisierte Immuntherapien untersucht werden. Nach Angaben der Universitätsmedizin geht es dabei auch darum, den Einsatz breit wirkender Immunsuppressiva und damit verbundene teilweise erhebliche Nebenwirkungen zu reduzieren.
Ein weiterer Forschungsbereich ist die Immunregulation bei Krebserkrankungen. Dabei soll untersucht werden, welche zellulären Bestandteile und entzündlichen Botenstoffe an Fehlsteuerungen des Immunsystems beteiligt sind. Daraus könnten perspektivisch neue Ansatzpunkte für die Behandlung von Krebserkrankungen entstehen.
Auch Infektionen, Allergien und Autoimmunerkrankungen im Blick
ACTIVATE beschäftigt sich darüber hinaus mit der Frage, wie gezielte Veränderungen der Immunantwort dazu beitragen können, Entzündungen und Gewebeschäden zu behandeln oder möglicherweise zu verhindern. Im Fokus stehen dabei unter anderem Krebserkrankungen, Infektionen, Allergien und Autoimmunerkrankungen.
Die Förderung soll damit dazu beitragen, Forschungsergebnisse aus der Grundlagenforschung stärker mit der klinischen Anwendung zu verbinden.
Förderung zunächst bis 2028
ACTIVATE gehört zu den deutschlandweit 17 Advanced Clinician Scientist-Programmen, die vom Projektträger DLR im Auftrag des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) unterstützt werden.
Für die erste Förderphase, die bis zum 31. Juli 2028 läuft, stehen der Universitätsmedizin Mainz insgesamt 1,06 Millionen Euro zur Verfügung.
Bewerbungen bis Ende Oktober möglich
Die Ausschreibung für das Programm läuft bereits. Bewerben können sich Fachärztinnen und Fachärzte, die wissenschaftlich in den Bereichen Immunologie, Gefäßimmunologie, Tumorimmunologie oder Neuroimmunologie tätig sind.
Die Bewerbungsfrist endet am 31. Oktober 2026.








