BYC-NewsMainzUniklinik Mainz: Neue Behandlung der Lungenembolie rettet Leben

Uniklinik Mainz: Neue Behandlung der Lungenembolie rettet Leben

Ultraschall und Katheter gegen Blutgerinnsel – Forscher veröffentlichen Ergebnisse.

Ein internationales Forschungsteam unter der wissenschaftlichen Leitung der Universitätsmedizin Mainz hat einen bedeutenden Fortschritt in der Behandlung akuter Lungenembolien erzielt. Die Ergebnisse der sogenannten HI-PEITHO-Studie belegen, dass eine gezielte ultraschallunterstützte und kathetergesteuerte Lungenembolie-Therapie das Risiko für tödliche Komplikationen im Vergleich zur Standardbehandlung drastisch reduziert.

-Werbeanzeige-

Minimalinvasives Verfahren gegen Gerinnsel

Bei einer akuten Lungenembolie verstopft ein Blutgerinnsel die Gefäße der Lunge, was die Herzfunktion massiv beeinträchtigen kann. Die untersuchte Therapie setzt auf ein hochmodernes, minimalinvasives Verfahren. Dabei wird ein dünner Katheter über die Leiste direkt bis in die Lungenarterie geführt.

Über diesen Zugang wird ein Medikament zur Auflösung des Gerinnsels verabreicht, während gleichzeitig Ultraschallenergie eingesetzt wird. Diese Kombination beschleunigt den Abbau des Verschlusses, wodurch die benötigte Medikamentendosis gesenkt und die Behandlungszeit verkürzt werden kann.

Sterblichkeitsrisiko um 61 Prozent gesenkt

Die Studie, an der 544 Patienten aus Europa und den USA teilnahmen, liefert beeindruckende Zahlen. Innerhalb der ersten sieben Tage nach der Behandlung lag die Rate von Todesfällen oder Kreislaufzusammenbrüchen in der Katheter-Gruppe bei lediglich 4 Prozent. In der Kontrollgruppe, die nur die herkömmliche Standardtherapie erhielt, lag dieser Wert bei 10,3 Prozent.

„Die HI-PEITHO-Studie ist die bisher größte und erste ihrer Art auf dem Gebiet der Lungenembolie. Sie zeigt, dass ein Kathetereingriff wirksam sein kann und die Prognose für bestimmte Patienten und Patientinnen mit schwerer Lungenembolie bei einem niedrigen Risiko für Blutungskomplikationen verbessern kann“, sagt Professor Konstantinides, Ärztlicher Direktor am Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH) der Universitätsmedizin Mainz.

Sicherheit im Fokus der Forschung

Ein entscheidender Vorteil der neuen Therapie ist die Sicherheit. Da herkömmliche blutverdünnende Medikamente in hohen Dosen oft das Risiko für schwere Blutungen erhöhen, wurden sie bisher nur in extremen Notfällen eingesetzt. In der aktuellen Studie traten schwere Komplikationen jedoch insgesamt selten auf; Hirnblutungen wurden in keiner der untersuchten Gruppen beobachtet.

Die Universitätsmedizin Mainz festigt mit dieser Studie ihre Position als führender Standort für die Erforschung und Behandlung von Gefäßerkrankungen. Die Ergebnisse wurden nun in der renommierten Fachzeitschrift New England Journal of Medicine veröffentlicht und könnten den klinischen Alltag weltweit nachhaltig verändern.

-Werbeanzeige-