Bislang noch unbekannte Täter haben eine Gedenktafel in Gustavsburg entwendet. Die Tafel an der Gedenkstätte „Rosengarten“ würdigte das Schicksal von Verschleppten aus ganz Europa. Nun ermittelt der polizeiliche Staatsschutz der Kriminalpolizei in Darmstadt.
Die Gedenktafel in Gustavsburg soll an Verschleppte erinnern
In der Zeit zwischen Montagmittag, dem 11. Mai, und Dienstagmorgen, dem 12. Mai 2026, schlugen die Täter zu. An der Gedenkstätte in der Wilhelm-Leuschner-Straße demontierten sie die Gedenktafel, die an ehemalige Zwangsarbeiter erinnerte. Die Tafel war ursprünglich mit mehreren Schrauben fest an einem Sockel verankert, was auf ein gezieltes Vorgehen der Unbekannten hindeutet.
Mit der Gedenktafel erinnert die Stadt Ginsheim-Gustavsburg an das Lebensschicksal der Menschen, die aus ihren Heimatorten in Frankreich, Holland, Belgien, Polen, Russland, der Ukraine, Italien, Weißrussland, Litauen, u. a. zwischen 1940 und 1945 nach Deutschland verschleppt und gezwungen wurden in der Stadt zu arbeiten und unter den Bedingungen der nationalsozalistischen Diktatur zu leben. Das Verschwinden dieses Mahnmals ist nicht nur ein materieller Verlust, sondern auch ein Angriff auf die regionale Erinnerungskultur.
Staatsschutz bittet um Mithilfe
Aufgrund des historischen Hintergrunds der Gedenkstätte hat der polizeiliche Staatsschutz der Kriminalpolizei in Darmstadt die Ermittlungen übernommen. Wer in diesem Zusammenhang verdächtige Beobachtungen gemacht hat oder sachdienliche Hinweise geben kann, wird gebeten, sich bei den Ermittlern unter der Rufnummer 06151 – 9690 zu melden.





