Die WKW Staustufe Kostheim/Main GmbH & Co. KG (WKW) wird den Fischaufstieg landseitig um das Wasserkraftwerk verbessern. Die vorgelegten Planungen für einen zusätzlichen, kraftwerksnahen Fisch-Einstieg hatte das Regierungspräsidium Darmstadt im Oktober 2017 genehmigt. Der Bund beteiligt sich an dem Vorhaben und übernimmt auch einen Teil der Kosten. Nachdem nun alle notwendigen Genehmigungen vorliegen, die Finanzierung gesichert ist, Vorarbeiten bereits durchgeführt wurden und die Vergabe erfolgte, beginnt der Bau ab sofort.


Bauarbeiten dauern bis Herbst 2022

Dabei wird die WKW Kostheim am Main GmbH &Co.KG unterstützt vom Bauunternehmen Eiffage Infra-Südwest GmbH und dem Wasserbauunternehmen Natursteinwerk P. Engels. Die Fertigstellung des Fischaufstiegs ist im Herbst 2022 geplant. Während der gesamten Bauzeit ist der Übergang zwischen Hochheim und der Schleuse Ginsheim-Gustavsburg über den Wehrsteg gesperrt.

Die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes betreibt die benachbarte Stauanlage mit Schleuse. „Unser Ziel ist es, die ökologische Gesamtdurchgängigkeit an dieser Stelle des Mains zu erhöhen“, erklärt Mareike Bodsch, Leiterin des Wasserstraßen-Neubauamts Aschaffenburg (WNA). „Indem wir uns dem Vorhaben des Kraftwerksbetreibers anschließen, können wir auch Erfordernisse aus der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie erfüllen.“

Zu der erweiterten Planung hat das Regierungspräsidium seine Zustimmung erteilt. Das Vorhaben wird auf ein Volumen von rund 4,8 Millionen Euro veranschlagt. 65 Prozent der Kosten übernimmt der Bund, den Rest bezahlt die WKW.

Wanderkorridor für aufsteigende Fische

Um Kraftwerk und Staustufe so durchgängig wie möglich zu gestalten, wird für Fische ein zweiter Einstieg unmittelbar am Turbinenauslauf gebaut. Schwimmstarke Wanderfische – Zander und Lachs zum Beispiel – erhalten so eine zusätzliche Möglichkeit, mainaufwärts zu wandern. Der dafür vorgesehene kraftwerksnahe Einstieg soll nun gemäß der erweiterten Planung durch einen so genannten Dotationskanal ergänzt werden. Dieser 150 Meter lange und acht Meter tiefe Kanal mündet in den Bypass zwischen bestehendem Fischaufstieg und dem neuen Einstieg und erhöht dessen Wassermenge bei Bedarf von zwei auf vier Kubikmeter je Sekunde. Ungefähr ein Kubikmeter je Sekunde kann bei hohen Unterwasserständen zusätzlich über ein Steuerorgan in den bestehenden Fischaufstieg abgeleitet werden.

Damit wird über ein hydraulisches System eine gleichbleibende Strömungsgeschwindigkeit erreicht, auch bei sich ändernden Wasserständen im Main. Das hält den Wanderkorridor für die aufsteigenden Fische aufrecht. Der Bypass zwischen bestehender Fischaufstiegsanlage und neuem Einstieg wird als offener Kanal gebaut. Er ist ca. 40 Meter lang, zwei Meter breit und fünf Meter tief. Fische steigen in den Bypass in Höhe des Turbinenauslaufs ein. An dieser Stelle werden sie durch eine starke Gegenströmung angelockt und in den Bypass geleitet.

Ein fischökologisches Fachbüro begleitet Planung und Bau des künftigen, zweigliedrigen Kanalsystems und überprüft dessen Wirksamkeit. „Wir freuen uns, dass wir dieses Projekt nun realisieren können. Das System wird den Fischaufstieg gegenüber dem bisherigen einfachen Umgehungsgerinne deutlich verbessern“, sagt Manfred Staib, Geschäftsführer der WKW.