So gut gefüllt wie am Samstag (30. Oktober 2021) war das Gustavsburger Bürgerhaus seit langer Zeit nicht mehr. Unter der gemeinsamen Organisation durch die beiden Dachverbände der Vereine, SKG Ginsheim und SKB Gustavsburg stellten sich die Kandidatin Christina Gohl (Bündnis 90/Die Grünen) und die beiden Kandidaten Matthias Zimmerer (CDU) und Thorsten Siehr (SPD) in einer dreistündigen Podiumsdiskussion den Fragen aus der Vereinswelt der Stadt rund ums Thema Ehrenamt und Vereine.


Vorstellungen zu den vereinspolitischen Fragen

Etwa 140 Teilnehmer aus den Vereinen aber auch aus den Fraktionen der Stadtverordnetenversammlung erlebten einen interessanten Abend und konnten so ihre Eindrücke über das zukünftige Stadtoberhaupt sammeln und deren Vorstellungen zu den vereinspolitischen Fragen aufnehmen.

Gleich nach der Begrüßung durch die Vorsitzenden der Dachverbände, Daniel Martin (SKB) und Klaus Metzger (SKG) stieg das Moderationsteam Susanne Kühn-Benning und Uwe Fischer in die Fragenrunden ein. Professionell und mit Geschick achteten sie darauf, dass sich alle Beteiligten an die zuvor verabredeten Regeln hielten, so dass eine angenehme Diskussionsatmosphäre entstand.

Zahlreiche Themen wurden angesprochen

Fragen rund um die zum Teil brisanten Themenfelder Neubau der Sport- und Kulturhalle, anstehender, ersatzloser Abriss der Gymnastikhalle der Albert-Schweitzer Schule in Ginsheim, Vernachlässigung von Sportanlagen in Gustavsburg, Neubau des Feuerwehrgerätehauses und Weiterem zu diesem Themengebiet waren zu beantworten. Thema war auch immer wieder die prekäre Haushaltslage der Stadt.

Vor diesem Hintergrund drehte sich auch die Diskussion um das Spannungsfeld zwischen der Förderung der Vereine im Sport- Kultur- und sozialen Bereich und den aktuellen Bestrebungen der Politik durch die Erhebung von Nutzungsgebühren für die kommunalen Einrichtungen Einnahmen für den klammen Haushalt der Stadt zu generieren. Aus den Fragen und Stellungnahmen der Vereinswelt war auch der Wunsch nach einer deutlichen Verbesserung der Kommunikationsstruktur in Richtung Politik und Verwaltung zu entnehmen.

Die Kandidaten und die Kandidatin, alle in ihren Lebensläufen mit einer gehörigen Portion Erfahrung im Ehrenamt ausgestattet, hatten die Möglichkeit ihre Positionen und Visionen darzustellen. Das Forum zeigte aber den anwesenden Politikern die anstehenden Handlungsfelder auf und es wurde deutlich, dass politisches Handeln und Verwaltungshandeln durch die Vereine genau beobachtet wird.

„Ein ereignisreicher, interessanter und spannender Abend“

Der Sport- und Kulturbund Gustavsburg teilte hierzu mit: „Nicht ganz klar wurde, ob deswegen keine hitzigeren Diskussionen entstanden, weil das Bürgerhaus nicht weiter zu heizen war und die Anwesenden sich teilweise in Jacken und Mäntel hüllen mussten. Ob die Ursache des Heizungsausfalls auf die von der Stadtverordnetenversammlung beschlossene allgemeine Haushaltskürzung zurückzuführen ist oder sich um ein Verwaltungsversehen handelte, wird zu klären sein.“

Von allen Beteiligten und den anwesenden Vereinen wurde die Veranstaltung sehr begrüßt und als gelungen bezeichnet. „Ein ereignisreicher, interessanter und spannender Abend für die Vereine in Ginsheim-Gustavsburg“ wie es Klaus Metzger und Daniel Martin in Ihrem Abschlussstatement zusammenfassten.