StartFrankfurtEvent in Frankfurt: Der Transplant Football World Cup 2026

Event in Frankfurt: Der Transplant Football World Cup 2026

Im September spielen rund 250 transplantierte Athleten beim FSV Frankfurt um die Weltmeistertitel

Vom 13. bis 18. September 2026 verwandelt sich Frankfurt am Main in die Bühne für den Transplant Football World Cup (TFWC) presented by Sanofi. Rund 340 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus 15 Nationen reisen in die Mainmetropole – darunter etwa 250 organtransplantierte Fußballerinnen und Fußballer sowie rund 90 Begleitpersonen. Ausgetragen wird das Turnier auf den Sportanlagen des FSV Frankfurt im 7-gegen-7-Format nach einem internationalen Regelwerk, das sich an den Regularien der FIFA orientiert.

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Der Transplant Football World Cup geht in die zweite Runde

Nach der Erstausgabe des Transplant Football World Cup 2024 im italienischen Cervia wird die Weltmeisterschaft von der World Transplant Games Federation (WTGF) nun zum zweiten Mal veranstaltet. WTGF-Präsidentin Liz Schick betonte, dass der TFWC neben den Sommer- und Winter-Spielen zu einer festen Größe werden und insbesondere jungen Transplantatempfängern Mut für die eigene Zukunft machen soll. Nationaler Gastgeber ist TransDia Sport Deutschland e.V., der größte deutsche Sportverein für Transplantierte und Dialysepatienten. Deutschland tritt bei den Männern als amtierender Sieger der World Transplant Games 2025 an, während Chile als Titelverteidiger der ersten TFWC-Ausgabe ins Rennen geht.

David Odonkor ist Botschafter für den Transplant Football World Cup

Neben dem sportlichen Ehrgeiz dient die Veranstaltung vor allem als Plattform, um das gesellschaftliche Bewusstsein für die Organspende unter dem Motto „Organspende rettet Menschenleben“ zu stärken. Als offizieller Botschafter unterstützt der ehemalige deutsche Nationalspieler und Deutsche Meister von 2002, David Odonkor, das Turnier. Er betont, wie wichtig es sei, offen über das Thema zu sprechen und Angesichts der langen Wartelisten eine persönliche Entscheidung zu treffen.

Transplant football world cup
(v.l.): Lars Weddige (Männer-Nationalmannschaft), Gudrun Manuwald-Seemüller, (1. Vorsitzende TransDia Sport Deutschland), Karen Frauenberger (Frauen-Nationalmannschaft), Dr. Axel Rahmel (Vorstand Deutsche Stiftung Organtransplantation), David Odonkor (Ex-Fußballprofi & Botschafter), Liz Schick (Präsidentin World Transplant Games Federation). Foto-Credits: ©CitySport Marketing GmbH

Die drängende Notwendigkeit verdeutlicht Dr. Axel Rahmel, Medizinischer Vorstand der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO):

Lage in Deutschland: Trotz eines leichten Anstiegs der Spenderzahlen warten hierzulande weiterhin rund 8.000 Menschen auf ein lebensrettendes Organ.

Internationale Zahlen im Vergleich: Im Jahr 2025 kamen in Deutschland 11,8 Organspender auf eine Million Einwohner (Hessen lag bei rund 10). In Ländern mit Widerspruchsregelung liegen die Zahlen deutlich höher – etwa in Österreich bei 25 und in Spanien bei rund 48 Spendern pro Million Einwohner.

Gesetzliche Neuregelung: Die DSO befürwortet die aktuell im Bundestag diskutierte Einführung einer Widerspruchsregelung in Deutschland, um die persönliche Auseinandersetzung mit dem Thema zu fördern.

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Vom Transplantat ins Nationaltrikot

Was diese Zahlen für einzelne Menschen bedeuten können, zeigen Karen Frauenberger und Lars Weddige. Beide leben mit einem transplantierten Organ und gehören zu den deutschen Nationalteams, die beim Transplant Football World Cup in Frankfurt antreten. Karen Frauenberger aus Berlin lebte zwischenzeitlich sogar in Wien, um dort vor rund sechseinhalb Jahren schneller eine neue Niere transplantiert zu bekommen. „Dadurch konnte ich von der dort bestehenden Widerspruchslösung profitieren und habe nur sechs Jahre an der Dialyse verbracht.”

Lars Weddige ist seit 2019 lebertransplantiert und in Frankfurt zu Hause. Für ihn wird die Weltmeisterschaft damit auch ganz persönlich zu einem Heimspiel: „Wir wollen als Team Deutschland bestmöglich vertreten. Für mich ist es immer noch ein Wunder, dass das medizinisch überhaupt möglich ist.”

Erstmals gehen auch Frauen-Mannschaften beim Transplant Football World Cup an den Start. Karen Frauenberger und ihre Teamkolleginnen wollen diese Chance nutzen, um den Frauenfußball innerhalb des Transplantiertensports weiterzuentwickeln: „Wir Mädels wollen den Grundstein für Frauenfußball im Transplantiertensport legen. Drei von uns sind Fußballerinnen, alle anderen haben andere Stammsportarten. Aber wir waren im Trainingslager und üben fleißig, um das Maximale herauszuholen.”

Das Festival-Programm im Überblick

Der Transplant Football World Cup verknüpft die sportlichen Partien mit Begegnungsmöglichkeiten für die Teams und die Bevölkerung:

  • Eröffnung mit „Walk of Nations“: Zum Auftakt ziehen die Teams aus allen 15 Nationen gemeinsam durch die Frankfurter Innenstadt.
  • Spielbetrieb: Auf den Plätzen des FSV Frankfurt werden Vorrunden-, K.-o.- und Finalspiele ausgetragen.
  • Rahmenprogramm: Veranstaltungen wie ein gemeinsamer Kulturabend fördern den internationalen Austausch und das Miteinander.
  • Organisation: Rund 60 freiwillige Helferinnen und Helfer unterstützen die Abwicklung in Kooperation mit German Volunteers in Bereichen wie Logistik, Social Media und Betreuung.