Tierschützer demonstrieren vor dem Circus Alberti in Wiesbaden

BYC-News war vor Ort und sprach mit den Tierschützern und der Moderatorin des Circus Alberti darüber.

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Seit dem 23. Septemer 2021 ist der Circus Alberti auf dem Freudenberg in Wiesbaden-Dotzheim. Am Samstag (9. Oktober 2021) fand gegen 16:30 Uhr eine Demonstration von Tierschützern vor dem Zirkus statt. BYC-News war vor Ort und sprach mit den Tierschützern und der Moderatorin des Circus Alberti darüber.


„Tiere sind keine Entertainer oder Clowns“

„Wir sind hier weil wir gegen Tiere im Zirkus sind. Es ist Ausbeutung und Profit auf Kosten der Tiere und letztlich sind es keine Entertainer oder Clowns. Auch das ganze Drumherum ist nicht artgerecht, die Transportwege, die Auftritte in den Zelten und die Lautstärke. Das ist untypisch für Tiere“, erklärt die Veranstalterin der Demo gegenüber BYC-News.

„Wir möchten hier heute Aufklärungsarbeit betreiben und mit den Besuchern vor Ort ins Gespräch kommen. Wir unterhalten uns gerne mit ihnen darüber, warum das nicht gut ist und möchten aufklären, warum das keine artgerechte Haltung ist. Wir freuen uns natürlich, wenn wir den ein oder anderen Besucher davon abhalten können, die Show zu besuchen“, sagt sie weiter. Kein Zirkus könne dafür garantieren, dass die Tiere artgerecht gehalten werden.

„Unsere Tiere gehören zur Familie“

BYC-News sprach vor Ort auch mit Nadja Frank, der Moderatorin des Zirkus Alberti über die Situation und die Vorwürfe der Tierschützer. „Ich finde die Demonstration unnötig. Als Corona war kam kein Tierschützer vorbei und hat mal eine Karotte oder ein Apfel für die Tiere vorbei gebracht. Jetzt wo wieder Publikumsverkehr ist, wollen sie wieder groß aufschlagen“, kritisiert sie.

„Unsere Tiere gehören zur Familie, die sind bei uns aufgewachsen. Wir haben Pferde, Ponys, Lamas und Kamele, da sind keine Exoten dabei. Ich sehe keinen Grund, hier zu demonstrieren.“ Die Kritik der Tierschützer könne sie nicht nachvollziehen. „Wir haben hier große Koppeln für unsere Tiere, wie es in jedem Reitstall auch der Fall ist. Die haben Auslauf und werden jeden Tag trainiert. Ich sehe hier bei uns deshalb gar keinen Kritikpunkt“, sagt Nadja Frank. Sie hat in den letzten Jahren bemerkt, dass sich das ganze Thema Tierschutz stark gewandelt hat. Es werde nun mehr darauf geachtet und der Tierschutz habe sich modernisiert. Aber auch bei den Circussen habe sich einiges getan in der Zeit, auch diese seien längst moderner und tierfreundlicher.

Kamele sind etwas abseits untergebracht

Die Kamele sind außerhalb der Circus-Vorstellungen auf einer Wiese in einem großen Zeltunterstand untergebracht, wo sie auch versorgt werden. Diese befindet sich rund 50 Meter von dem Gelände entfernt. Erst kurz vor der Show werden die Tiere von dort den kurzen Weg über die Straße „Veilchenweg“ zur Manege gebracht.

Um dies so sicher wie möglich für alle Beteiligten zu gestalten, werden Passanten und Autofahrer von den Circus-Angestellten gebeten, für einen Moment anzuhalten. Anschließend werden die Kamele von ihrem Stellplatz gelassen und in Richtung Circus gelotst, wo sie schließlich von ihrem Tiertrainer empfangen und sicher auf das Gelände gebracht werden. Dort bleiben sie noch einen kurzen Moment in einer Art Paddock, bis ihr Auftritt beginnt. Im Anschluss kommen die Tiere wieder auf die Wiese.

Einer der Circus-Mitarbeiter berichtet gegenüber BYC-News: „Schon als Kind wurde mir beigebracht, dass immer zuerst die Tiere versorgt werden und wir uns dann erst um uns kümmern. Eben, weil die Tiere sich nicht selbst versorgen können. Deshalb gehen wir zum Beispiel morgens erst zu den Tieren und füttern sie, bevor wir selbst frühstücken“