Die Situation um den in der Ostsee festliegenden Buckelwal Timmy spitzt sich zu – nicht nur im Wasser, sondern auch an Land. Während die Behörden die Rettungsversuche am Mittwoch offiziell eingestellt haben, formiert sich im Hafen von Kirchdorf auf der Insel Poel massiver Protest.
Menschenkette für den Buckelwal Timmy
Unter dem Banner der Gruppe „Save the Ocean“ versammelten sich am Donnerstag rund 50 Tierschützer zu einer angemeldeten Demonstration. Mit einer Menschenkette und Plakaten wie „Eure Ignoranz tötet“ machten sie ihrem Unmut Luft. Die Aktivisten fordern den sofortigen Einsatz des bekannten Meeresbiologen und YouTubers Robert Marc Lehmann und seines Teams.
„Statt Rettung droht Stillstand“, so die Initiatoren auf Facebook. Sie werfen den Verantwortlichen unterlassene Hilfeleistung vor. Der öffentliche Druck wird durch eine Petition untermauert, die bereits von mehr als 41.000 Menschen unterschrieben wurde. Ziel ist es, Lehmann, der zuvor wegen Vorwürfen der „Selbstdarstellung“ von der offiziellen Rettung ausgeschlossen wurde, wieder einzubeziehen.
Offizielle Seite: „Rettung wäre Tierquälerei“
Trotz der Proteste bleibt die offizielle Linie hart. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) und Burkard Baschek, Direktor des Deutschen Meeresmuseums, sehen keine Erfolgsaussichten mehr. Der Buckelwal Timmy sei zu geschwächt, um ihn erneut zur Flucht in tieferes Wasser zu animieren. Weitere Versuche wurden als „reine Tierquälerei“ eingestuft.
„Wir gehen fest davon aus, dass das Tier dort verstirbt“, erklärte Baschek nüchtern. Um den Wal wurde eine 500-Meter-Sperrzone eingerichtet, deren Einhaltung strikt kontrolliert wird – auch Drohnenflüge sind untersagt.
Gespaltene Meinungen vor Ort
Nicht jeder auf der Insel teilt den Aktivismus der Demonstranten. Der Poeler Feuerwehrchef Bodo Köpnick kritisierte die Unruhe im Hafen: „Der Wal ist ein Wildtier, die wollen ihre Ruhe.“ Die Experten betonen, dass es das vierte Mal in wenigen Wochen sei, dass sich das Tier festgeschwommen habe – ein Zeichen für dessen extrem schlechten Gesundheitszustand.
Aktueller Status: Lebenszeichen am Morgen
Trotz der düsteren Prognosen für den Wal waren am Donnerstagmorgen gegen 6:30 Uhr auf Livebildern aus der Bucht noch kleine Wasserfontänen zu erkennen – ein Zeichen, dass der Buckelwal Timmy noch atmet. Die Wasserschutzpolizei bestätigte jedoch, dass das Tier seine Position in der Nacht nicht verändert hat.





