Die geplante Sport- und Kulturhalle ist für die Stadt Ginsheim-Gustavsburg von großer Bedeutung. Seit vielen Jahren in Planung stehen die Ausschreibungen nun kurz bevor. BYC-News sprach mit dem Bürgermeister-Kandidaten der SPD, Thorsten Siehr, darüber.


Rund 40 Prozent der Kosten abgedeckt

Bei der Sport- und Kulturhalle sei man auch durch das Zutun der SPD auf einem guten Weg. Die Bagger seien aber noch nicht da, also müsse man sich weiterhin für das Projekt stark machen. „Es wird sicherlich nochmal spannend, wenn die ersten Ergebnisse der Ausschreibungen vorliegen. Dann erfahren wir auch in welchen preislichen Regionen wir angesichts der rasant steigenden Baupreise da liegen. Es sind aber mit dem alten Bürgerhausgrundstück rund 40 Prozent der kalkulierten Kosten abgedeckt und damit auch eine solide Finanzierung vorhanden“, so der Bürgermeister-Kandidat.

Nachdem der Haushalt nun beschlossen wurde, heiße es nun ‚dranbleiben‘, denn die Sport- und Kulturhalle sei sehr wichtig für die Vereine. Und genau hier kritisiert Siehr auch die Arbeit von Thies Puttnins-von Trotha, dem aktuellen Bürgermeister.

„Den Vereinen vor den Kopf gestoßen“

„Dass ich die Arbeit des aktuellen Bürgermeisters etwas kritisch betrachte, dürfte klar sein. Gerade auch mit Blick auf die Sport- und Kulturhalle. Wenn ich überlege, wie lange der Weg war. Wir hatten 2014 eigentlich eine fertige und mit den Vereinen abgestimmte Planung. Damals noch für den Fritz-Bauer-Platz. Da hat es sicher noch Probleme gegeben, das möchte ich gar nicht abstreiten. Aber dass man dann auf dem weiteren Weg die Vereine nicht mehr mit eingebunden hat und ihnen dann mit der vorgelegten Planungsvariante so vor den Kopf gestoßen hat, das kann ich nicht nachvollziehen. Diese Variante hätte den Vereinen in keiner Weise geholfen. Es war daher richtig, die weitere Konzeption im Ausschuss Bürgerzentrum möglichst transparent und in großem Konsens anzugehen. Das ist mein Versprechen, da muss eine andere Kommunikation her, die die Beteiligten frühzeitig einbindet und wo nötig Kompromisse findet.“

Ausreichend Wohnraum und gesellschaftliches Leben

Abschließend erklärt er, was für ihn außerdem noch wichtig ist: „Ganz klar ist, dass wir mit dem Pfund unserer Wohnungsbaugesellschaften vor Ort wuchern müssen, um weiter für bezahlbaren Wohnraum zu sorgen, und zwar so, dass er möglichst bedarfsgerecht ist und man auch im Alter lange selbstbestimmt darin leben kann. Ich setze mich für einen Seniorentreff auch im Stadtteil Gustavsburg ein. Wenn Familien hierherkommen, haben die Kinder natürlich auch einen Betreuungsanspruch. Es muss also auch bei den Kindergärten weiter viel getan werden, damit gute Bedingungen für die Kinder und Betreuer herrschen. Es sind aktuell nicht ausreichend Plätze vorhanden und da müssen wir schnell handeln.

Nach Corona muss alles dafür getan werden, dass unser gesellschaftliches Miteinander, dass unsere Stadt ausmacht, wieder vorangebracht wird. Da sehe ich etwas mit Sorge auf das aktuelle Thema der ‚Nutzungsgebühren für Räume‘ für die Vereine. Ich hoffe, dass wir das in konstruktiven Gesprächen in die richtige Richtung bringen können. Denn was hilft es, wenn wir die Vereinsförderung einerseits verbessert haben und auf der anderen Seite den Vereinen über Nutzungsgebühren dieses Geld wieder aus der Tasche nehmen. Ich weiß aber, dass die Vereine da auch gesprächsbereit sind.

Das alles und noch mehr ist ein Strauß an Aufgaben, die es anzugehen gilt. Ich lebe und brenne für Ginsheim-Gustavsburg. Und nur was man mit dem Herzen macht, macht man auch gut. Ich glaube sagen zu dürfen, dass das bei mir der Fall ist.“

Teil 1: Thorsten Siehr – Bürgermeisterkandidat für Ginsheim-Gustavsburg

Teil 2: Thorsten Siehr: Ich sehe das Altrheinufer in Ginsheim als Naherholungsgebiet

Teil 3: Thorsten Siehr: Bestehende Verkehrsprobleme in Gustavsburg müssen in den Fokus

Teil 4: Thorsten Siehr: Mehr Sicherheit im Burgpark in Gustavsburg