Die Stiftung kreuznacher diakonie hat ihre Ziele im vergangenen Geschäftsjahr nicht erreicht. Darüber informierte der Träger von mehr als 120 sozialen Einrichtungen in Rheinland-Pfalz, Saarland und Hessen in einem Brief alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Darin erklärte der vierköpfige Vorstand, dass „unabhängig von den Belastungen der COVID-19-Pandemie unsere Umsatz- und Ergebnisziele nicht erreicht wurde“. Die Folge davon: Wie im vergangenen Jahr erhalten Mitarbeitende, die dem Diakonie-Tarif unterliegen, in 2021 nur 50 Prozent der Jahressonderzahlung.

Ergebnisverbesserung haben den Abwärtstrend gestoppt

Auch wenn die Stiftung das gesetzte Umsatzziel nicht erreichen konnte, haben die eingeleiteten Maßnahmen zur Ergebnisverbesserung den Abwärtstrend gestoppt. Das leicht verbesserte Jahresergebnis 2020 gegenüber 2019 lässt es jedoch nicht zu, die Jahressonderzahlung in vollem Umfang an die Mitarbeitenden auszuzahlen.

Die Stiftung kreuznacher diakonie beschäftigt 6.800 Mitarbeitende und betreibt Krankenhäuser, Hospize, Senioren-, Wohnungslosen-, Kinder-, Jugend- und Familienhilfe-Einrichtungen, Sozialstationen sowie Wohnungen und Werkstätten für Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen und psychischen Erkrankungen.

Arbeit unter schwierigsten Bedingungen

Die Stiftungsvorstände und beteiligten Gremien, zu denen das Kuratorium, die Gesamt-Mitarbeitervertretung und die Stiftungsaufsicht gehören, bedauern diesen „unvermeidlichen Schritt“ zutiefst: „Wir wissen, dass das Jahr 2020 bei allen tiefen persönlichen und wirtschaftlichen Spuren hinterlassen hat. Seit mehr als einem Jahr arbeiten Sie alle unter schwierigsten Bedingungen für die bestmögliche Versorgung unserer Patientinnen und Patienten, Bewohnerinnen und Bewohner sowie Klientinnen und Klienten. Gerne hätten wir Ihre Leistungen, Ihr Engagement auch finanziell wertgeschätzt. Denn, dass Sie es verdient haben, steht außer Frage!“

2019 hat die Stiftung kreuznacher diakonie damit begonnen, alte und defizitäre Strukturen aufzubrechen, um das Unternehmen zukunftsfähig aufzustellen. Die Corona-Pandemie und politische Rahmenbedingungen bremsten einige dringend notwendige Neuorganisationen massiv aus. Mit Blick auf das 1. Quartal 2021 ist festzustellen, dass Corona die Ergebnisentwicklung weiter prägt.

Der Vorstand Finanzen, Andreas Heinrich, dazu

Der in 2020 an Bord gekommene Vorstand Finanzen Andreas Heinrich erklärt, dass man intensiv an Maßnahmen und Prozessen arbeitet, um das Leistungsangebot zu verbessern und den diakonischen Auftrag weiter zu erfüllen. Zeitgleich befinden sich die Vorstände bei vielen Themen immer noch in Gesprächen mit Ministerien und Kostenträgern, in denen eine auskömmliche Finanzierung der vielfältigen Dienstleistungen verhandelt wird: „Als Stiftung sind wir der Überzeugung, dass wir zwar eine Eigenverantwortung haben, uns stetig zu verbessern. Unsere Arbeit müssen wir aber in angemessener Form vergütet bekommen.“