„Wir gehen in das 3. Jahr nach Ausbruch der Corona-Pandemie und noch immer hat die Bundesregierung die Arbeitskräfte, die in der Pflege arbeiten nur ausschnittsweise im Blick.“ Der Vorstand der Stiftung kreuznacher diakonie ist enttäuscht über den Gesetzentwurf, den das Bundeskabinett am Freitag verabschiedet hat. Schließlich hatte man schon vor einem Jahr auf den Missstand hingewiesen, dass die Verteilung der Corona-Prämien auf die Menschen, die in der Pflege und der Betreuung arbeiten, ungerecht ist. Sven Lange, Vorstand Soziales: „Jetzt wurden wieder die Mitarbeitenden in der Behindertenhilfe ausgespart!“ Für ihn ist das eine klare Fehlentscheidung der neuen Bundesregierung.


Fokussierung der Politik auf das Thema Krankenhäuser und Senioreneinrichtungen belastet die Solidargemeinschaft

Die Stiftung kreuznacher diakonie hatte sich im April 2022 mit einem Offenen Brief an die Politik gewandt. Die Vorstände forderten mehr Gerechtigkeit bei der Verteilung der Corona-Prämien. „Die Fokussierung der Politik auf das Thema Krankenhäuser und Senioreneinrichtungen bei der Verteilung belastet die Solidargemeinschaft, die wir als größer Träger jeden Tag leben“, erklären Sabine Richter, Theologische Vorständin, Andreas Heinrich, der als Finanzvorstand auch die Krankenhäuser verantwortet sowie Sven Lange, der für das breit gefächerte Portfolio im Geschäftsfeld Soziales steht.

Im Herbst 2021 hatten sie Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach direkt nach seiner Wahl eingeladen, sich über die vielfältigen Bedingungen unter denen Menschen in der Pflege arbeiten, am Beispiel eines großen Trägers wie der Stiftung kreuznacher diakonie zu informieren. In unseren Einrichtungen der Behindertenhilfe betreuen und begleiten wir Menschen, die nicht nur wegen ihrer kognitiven Einschränkungen, die Corona Schutzmaßnahmen kaum begreifen können. Viele Menschen dort haben zudem multiple Krankheitsbilder, die sie ebenfalls zu einer vulnerablen Gruppe machen. „Den Schutz dieser Menschen gewährleisten unsere Mitarbeitenden“, so Sven Lange. Ihn und auch die anderen Vorstände entsetzt es, wie unsensibel man von Seiten der Bundesregierung bei der Verteilung der Prämien umgeht. „Immer wieder werden die Mitarbeitenden durch solche Beschlüsse aus Berlin vor den Kopf gestoßen“.