In den vergangenen Wochen fiel immer wieder auf, dass einige Lastwagen-Fahrer vor der Bahnunterführung in Gustavsburg wenden. Denn Verkehrsschilder, die die zulässige Durchfahrtshöhe anzeigen, gibt es nicht. Obwohl dies laut der STVO auch nicht notwendig ist, werden die Forderungen von LKW-Fahrern und Bürgern nach solchen Schildern immer lauter. BYC-News hat bei der Stadtverwaltung Ginsheim-Gustavsburg diesbezüglich angefragt.


Beschilderung wurde durch Hessen Mobil abgelehnt

Weshalb an der Unterführung Gustavsburg bislang noch keine Schilder angebracht wurden, erklärt die Stadtverwaltung: „Ingenieurbauwerke wie die Bahnunterführung sind nur dann zu kennzeichnen, wenn ihre Durchfahrtshöhe weniger als 4,5 Meter beträgt. Der für die Unterführung zuständige Straßenbaulastträger „Hessen Mobil“ und die Polizeidirektion Groß-Gerau haben deshalb eine Beschilderung abgelehnt.“ Dass möglicherweise verunsicherte LKW-Fahrer ihre Fahrzeuge vor der Unterführung wenden, sei der Stadtverwaltung bereits im Juli/August bekannt geworden.

Verkehrszeichen im Zuge der Landesstraßen in Ginsheim-Gustavsburg werden von der örtlichen Straßenverkehrsbehörde angeordnet. Sie habe jedoch vor ihrer Entscheidung die Straßenbaubehörde „Hessen Mobil“ und die Polizei anzuhören. Allerdings gibt es keine Verkehrszeichen, die den Sachverhalt, um den es hier geht, regeln.

Zudem habe die örtliche Straßenverkehrsbehörde deswegen bereits gegenüber Hessen Mobil vorgeschlagen, die Durchfahrtshöhe zu beschildern. Dies sei jedoch abgelehnt worden. Der Stadt liegen nach deren Angaben keine eigenen Erkenntnisse darüber vor, ob aktuell noch LKWs vor der Unterführung gewendet werden. Bei der demnächst anstehenden Verkehrsschau mit Hessen Mobil und der Polizei solle der  Sachverhalt aber erneut vor Ort erörtert werden. Die Kosten für Verkehrszeichen im Zuge der Landesstraße trage die Straßenbaubehörde Hessen Mobil.

Fußgänger und Radfahrer werden verwarnt

Ebenfalls fällt seit der Eröffnung der Bahnunterführung immer wieder auf, dass auch einige Fußgänger und Radfahrer verbotenerweise die Unterführung nutzen. Was die Kontrollmaßnahmen hierzu angeht, teilt die Stadt mit: „Die Durchführung von Kontrollen und die Ahndung von Verstößen liegen im Ermessen der Polizei beziehungsweise der Stadtpolizei. Radfahrer und Fußgänger, die dort angetroffen wurden, sind von der Stadtpolizei bisher mündlich verwarnt worden.“

Aktueller Stand zur Sperrung der Bahnunterführung für Schwerlastverkehr

„Die Stadt hat bei der hierfür zuständigen Behörde Hessen Mobil die Durchführung einer schalltechnischen Untersuchung beantragt. Diese ist Grundlage für die Prüfung, ob die Voraussetzungen für eine Sperrung aus Lärmschutzgründen vorliegen. Die für die Untersuchung notwendige Verkehrszählung ist von Hessen Mobi“ beauftragt. Mit den Ergebnissen ist Anfang 2022 zu rechnen.“, erklärt die Stadtverwaltung Ginsheim-Gustavsburg mit.

Bushaltestellen in der Hermann-Löns-Allee geplant

Für eine verlängerte Linie 54 sollen zudem in der Hermann-Löns-Allee auf Höhe der Gustav-Adolf-Straße und dort gegenüber jeweils Haltestellen für beide Fahrtrichtungen installiert werden. Die geplanten Haltestellen seien allerdings vorbehaltlich der Entscheidung durch die LNVG.