Der Volkswagen-Konzern steckt in der tiefsten Krise seit fast einem Jahrzehnt. Wie das Unternehmen am Dienstag (10.03.2026) mitteilte, ist der Nettogewinn im vergangenen Jahr dramatisch um 44 Prozent auf 6,9 Milliarden Euro eingebrochen. Dies ist das schlechteste Ergebnis seit dem Jahr 2016. Angesichts der massiven finanziellen Belastungen verschärft der Konzern seinen Sparkurs und plant einen umfangreichen Stellenabbau bei VW in Deutschland.
Massiver Stellenabbau bei VW bis 2030
Vorstandschef Oliver Blume stimmte die Aktionäre in einem Brief auf harte Einschnitte ein: Bis zum Jahr 2030 sollen im gesamten Konzern in Deutschland rund 50.000 Stellen wegfallen. Diese Zahl übersteigt die bisherigen Planungen für die Kernmarke VW, die bereits Ende 2024 einen Abbau von 35.000 Stellen angekündigt hatte. Trotz dem massiven Stellenabbau bei VW schließt eine Tarifeinigung mit der IG Metall betriebsbedingte Kündigungen bis Ende 2030 aus.
Porsche-Krise und US-Zölle drücken die Marge
Das enttäuschende Jahresergebnis wird vor allem auf zwei Faktoren zurückgeführt: US-Importzölle und ein beispielloser Ergebniseinbruch bei der Tochter Porsche. Die Sportwagenschmiede lieferte operativ nur noch 90 Millionen Euro ab – im Vorjahr waren es noch mehr als fünf Milliarden Euro gewesen. Die operative Rendite des Gesamtkonzerns sank auf 4,6 Prozent. Ohne die Belastungen durch die US-Zölle hätte dieser Wert bei 5,5 Prozent gelegen. Finanzvorstand Arno Antlitz stellte klar, dass diese Profitabilität langfristig nicht ausreiche.
Umsatz stabil, Profitabilität sinkt
Trotz der Gewinnkrise blieb der Umsatz mit 322 Milliarden Euro nahezu stabil (minus 0,8 Prozent). Weltweit verkaufte Volkswagen knapp neun Millionen Fahrzeuge. Während die Absatzzahlen in Europa (+5 %) und Südamerika (+10 %) stiegen, schwächelten die wichtigen Märkte in Nordamerika (-12 %) und China (-6 %) deutlich.
Ein Hoffnungsschimmer zeigt sich bei der Elektromobilität: Der Absatz von E-Autos legte um 55 Prozent zu. Dennoch belasten diese Fahrzeuge weiterhin die Marge, da die hohen Investitionen in Entwicklung und Batterieproduktion die Profitabilität drücken.
Das Konzernergebnis im Überblick
- Nettogewinn 2025: 6,9 Milliarden Euro (-44 %)
- Umsatz: 322 Milliarden Euro
- Fahrzeugabsatz: Knapp 9 Millionen Einheiten
- Geplanter Stellenabbau: 50.000 in Deutschland bis 2030
- Hauptbelastungen: US-Zölle, Porsche-Ergebnis, Konzernumbau



