Seit 1963 ist Bad Kreuznach partnerschaftlich mit dem französischen Bourg-en-Bresse verbunden. Der rege Austausch zwischen den zwei Städten, der besonders auch von Jugendlichen beider Länder getragen und gepflegt wird, wurde mit Beginn der Corona-Pandemie Anfang 2020 jäh unterbrochen. Die Partnerstädte hoffen jedoch, bis zum Sommer den Bildungsaustausch und die Begegnungen vor Ort wieder aufleben lassen zu können. Um bis dahin in Kontakt zu bleiben, finden regelmäßig digitale Austausche statt.


Jugendbegegnungen und Workshops online

So nahm Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer zusammen mit der Städtepartnerschafsbeauftragten der Stadt, Christine Simmich, an einer Video-Konferenz anlässlich des Deutsch-Französischen-Tages am 22. Januar teil. Das Deutsch-Französische-Jugendwerk zeigte dabei Beispiele zukünftiger Zusammenarbeit auf, etwa über die Plattform www.jumelage.eu zur Förderung der deutsch-französischen Städtepartnerschaften. Denn auch während der pandemiebedingten Einschränkungen sind virtuelle Jugendbegegnungen, Online-Konzerte oder digitale Workshops möglich, um das Nachbarland zu entdecken.

Virtuelle Formate können räumliche Distanzen überbrücken

„Die über viele Jahre gewachsene Freundschaft zwischen Bad Kreuznach und Bourg-en-Bresse darf nicht einschlafen. Daher dürfen wir nicht abwarten, bis die Corona-Krise hinter uns liegt. Zur Gestaltung der Städtepartnerschaft im Jahr 2021 bieten virtuelle Formate eine große Chance, räumliche Distanzen zu überbrücken“, plädiert Kaster-Meurer für den Ausbau der Digitalisierung auch im Bereich Städtepartnerschaften. Außerdem werde sich die Stadt Bad Kreuznach auf „jumelage.eu“ registrieren, um sich mit anderen Kommunen besser über städtepartnerschaftliche Projekte austauschen zu können.

Hoffnung auf direkte Begegnungen

Nichtsdestotrotz hofft die Stadtverwaltung, dass spätestens zum zweiten Halbjahr 2021 auch wieder direkte Begegnungen mit den Freunden aus Bourg-en-Bresse möglich sind. Mit den Projektpartnern, den drei Bad Kreuznacher Gymnasien und den Vereinen steht man in regelmäßigem Kontakt, um die traditionellen Austauschprogramme so früh wie möglich wieder anlaufen lassen zu können.

Zur Pflege der Städtepartnerschaften und der internationalen Beziehungen stehen außerdem für 2021 schon zwei Termine im städtischen Veranstaltungskalender:

Planungen für Veranstaltungen

Zum Europatag am 9. Mai ist wieder eine kleine Feier auf dem Kornmarkt in Zusammenarbeit mit den Bad Kreuznacher Schulen geplant. Auch Bourg-en-Bresse wird seinerseits den Europatag zur Feier der europäischen Grundwerte und der europäischen Staatengemeinschaft begehen.

Vom 10. bis 13. Juni hat sich zudem eine Delegation aus der französischen Partnerstadt für einen Besuch in Bad Kreuznach angekündigt. „Wir freuen uns sehr, unsere Freunde im Frühsommer hoffentlich wiedersehen zu können“, blickt die Oberbürgermeisterin optimistisch in die nahe Zukunft.

Bourg-en-Bresse und die Städtepartnerschaft

Die Stadt Bad Kreuznach suchte bereits früh nach Ende des Zweiten Weltkriegs Kontakt zum Nachbarn und ehemaligen Erzfeind Frankreich. Sie war eine der ersten rheinland-pfälzischen Gemeinden, die mit Bourg-en-Bresse eine Partnerschaft mit einer französischen Stadt einging. Nach Beschluss beider Stadträte unterzeichneten der damalige Bürgermeister Amédée Mercier und Bad Kreuznachs Oberbürgermeister Dr. Gerhard Muhs im Jahr 1963 die Partnerschaftsurkunden.

Im Lauf der Jahrzehnte entwickelte sich ein herzliches Verhältnis zu beiden Seiten – zwischen Schulen, Vereinen und Verwaltung, aber auch zwischen Bürgerinnen und Bürgern. Aus Partnern wurden Freunde. Groß gefeiert wurden in beiden Städten die Jubiläen der Städtepartnerschaft. Zuletzt richtete Bad Kreuznach zum 55. Geburtstag im Jahr 2018 ein großes Festprogramm an Pfingsten aus.

Bourg-en-Bresse hat rund 42.000 Einwohner und liegt im Osten Frankreichs in der Region Auvergne-Rhône-Alpes.