BYC-NewsAlzey-WormsParkgebühren in Alzey werden erhöht

Parkgebühren in Alzey werden erhöht

Nach über zwei Jahrzehnten stabiler Preise reformiert der Alzeyer Stadtrat die Parkgebührenordnung grundlegend

Parkgebühren in Alzey – In seiner jüngsten Sitzung hat der Alzeyer Stadtrat mit großer Mehrheit eine umfassende Anpassung der Parkgebühren im Stadtgebiet beschlossen. Die neuen Tarife sollen, abhängig von den technischen Voraussetzungen, schnellstmöglich im Laufe des Jahres 2026 eingeführt werden. Mit dieser Entscheidung reagiert die Politik auf die Tatsache, dass die Gebühren für die rund 600 kostenpflichtigen Stellplätze seit über 20 Jahren nahezu unverändert geblieben sind.

Strategische Ziele der neuen Parkgebühren in Alzey

Die Stadt Alzey verfolgt mit der neuen Preisgestaltung der Parkgebühren in Alzey mehrere Ziele gleichzeitig: Eine bessere Nutzung des vorhandenen Parkraums, die Vermeidung von dauerhaften Parkplatzblockaden auf besonders attraktiven Stellflächen sowie eine spürbare Erleichterung der Parkplatzsuche am Obermarkt und auf dem Museumsplatz. Gleichzeitig sollen die Einnahmen wichtige Investitionen sichern, um die Innenstadt für Besucher und den lokalen Handel attraktiv zu halten.

Historisch betrachtet kostete eine Parkstunde im Jahr 2000 noch eine D-Mark. Seit 2015 liegt der Tarif bei 60 Cent und damit deutlich unter dem Durchschnitt vergleichbarer Städte. Im gleichen Zeitraum sind die Kosten im öffentlichen Nahverkehr bundesweit um rund 102 Prozent gestiegen. Diese Schieflage soll nun bewusst angeglichen werden, auch um den Ausbau des ÖPNV-Angebots und die Förderung des Radverkehrs weiter voranzutreiben.

Massive Investitionen in die Parkinfrastruktur

Ein zentraler Grund für die Preisanpassung der Parkgebühren in Alzey ist der hohe Finanzbedarf für die Instandhaltung und den Ausbau der Infrastruktur. Die dringend notwendige Sanierung der Tiefgarage wird auf rund zwei Millionen Euro geschätzt. Hinzu kommen Kosten für ein neues Parkleitsystem, das sich derzeit in Vorbereitung befindet, sowie die Schaffung von neuem Parkraum durch das Parkdeck in der Friedrichstraße mit ca. 250 innenstadtnahen Stellplätzen. Die erwarteten Mehreinnahmen von rund 250.000 Euro pro Jahr sollen zweckgebunden direkt in diese Maßnahmen zurückfließen und somit bessere Bedingungen, insbesondere auch für Dauerparker, schaffen.

Ende der Parkplatzblockaden am Obermarkt

An zentralen Standorten wie dem Obermarkt und dem Museumsplatz werden Stellplätze derzeit häufig über lange Zeit blockiert – oft durch Arbeitnehmer, für die das Tagesticket von nur sechs Euro eine kostengünstige Pendler-Option darstellt. Dies führt zu Frust bei Besuchern, die nur kurz zum Einkaufen, für Arzttermine oder einen Cafébesuch in die Stadt möchten. Durch höhere Parkgebühren in Alzey an diesen gefragten Stellen soll ein schnellerer Wechsel erreicht werden, wovon Einzelhandel und Gastronomie nachhaltig profitieren sollen. Für längere Aufenthalte stehen weiterhin die Tiefgarage, der Parkplatz Zentrum und der Parkplatz Stadthalle zur Verfügung, von denen aus das Zentrum in wenigen Gehminuten erreichbar ist.

Anpassungen beim Bewohner- und Dauerparken

Auch beim Bewohnerparken sieht der Stadtrat Änderungsbedarf, da die bisherigen Gebühren den Verwaltungs- und Kontrollaufwand nicht mehr decken. Die Gebühr wird auf 90 Euro pro Jahr angepasst, was 7,50 Euro pro Monat entspricht. Im regionalen Vergleich zu Städten wie Worms oder Bad Kreuznach bleibt Alzey damit weiterhin moderat.

Für Pendler bleibt das Park-and-Ride-Angebot am Bahnhof eine attraktive Option. Die Preise werden zwar angehoben, bleiben aber bewusst unter den Tarifen für das innerstädtische Dauerparken, um den Umstieg auf die Bahn zu fördern. Ähnlich verhält es sich mit dem Pendlerparkplatz in der Jean-Braun-Straße.

Digitales Parken und Flexibilität

Die Stadt setzt parallel verstärkt auf digitales Handyparken, das eine minutengenaue Abrechnung und eine flexible Verlängerung der Parkzeit ermöglicht. Dennoch bleibt die Barzahlung am Automaten in 20-Cent-Schritten (für 12 Minuten Parkzeit) erhalten, um Kurzentschlossenen eine einfache Lösung zu bieten. Behindertenparkplätze bleiben weiterhin kostenfrei.

Die neuen Parkgebühren im Überblick (ab 2026)

  • Allgemeines Stadtgebiet: 1,00 Euro pro Stunde (Kurzparken: 20 Cent für 12 Minuten).

  • Obermarkt und Museumsplatz: 2,00 Euro pro Stunde zur Erhöhung der Fluktuation.

  • Dauerparken (Zentrum, Stadthalle, Sickinger/Ostdeutsche Str.): 60,00 Euro pro Monat.

  • Tiefgarage: 65,00 Euro für Tagesparker (7–23 Uhr) / 90,00 Euro für Dauerparker pro Monat.

  • Vermietete Dauerparkplätze Innenstadt: 65,00 Euro pro Monat (ab 01.01.2027 bzw. Neuverträge).

  • Park-and-Ride am Bahnhof: Tagesticket 3,00 Euro / Woche 8,00 Euro / Monat 20,00 Euro / Jahr 200,00 Euro.

  • Bewohnerparken: 90,00 Euro pro Jahr (7,50 Euro im Monat).

Artikelempfehlung: ROFU Kinderland meldet Insolvenz an

ABONNIERE UNS IN DEN SOZIALE MEDIEN