Die offenbar erheblichen Verzögerungen beim Planfeststellungsverfahren zum Ausbau der A643 zeigen, wie sinnvoll die Bitte der Mainzer SPD war, die Weisung zum Ausbau noch einmal zu überdenken.

Der kommissarische Vorsitzende der Mainzer SPD Dr. Eckart Lensch

„Der ursprünglich ins Auge gefasste Plan, die Standstreifen je nach Verkehrsaufkommen freizugeben, war gut“, erklärte der kommissarische Vorsitzende der Mainzer SPD Dr. Eckart Lensch. „Dass das Bundesverkehrsministerium dieses Vorhaben vor Jahren vom Tisch gewischt hat, stellt sich mehr und mehr als Fehler heraus. Die Freigabe der Standstreifen ist eine im Rhein-Main-Gebiet erprobte Technik, wie die Beispiele der A3, der A5 oder der A63 zeigen. Nichts spricht dagegen, sie auch an der A643 anzuwenden.“ Die Verzögerung bei den Planfeststellungsverfahren biete die Chance umzusteuern, ohne dass damit dann größere Vorarbeiten verworfen würden.

Weiter erinnerte Lensch daran, dass die SPD in ihrer jüngsten Stellungnahme mit gutem Grund die Position des Rhein-Main-Gebiets als Wirtschaftsregion von europaweiter Bedeutung hervorgehoben habe. „Wir stimmen mit denen überein, die diese Einschätzung vertreten“, betonte Lensch. „Uns ist auch bewusst, dass Mobilität eine der Grundlagen für wirtschaftlichen Erfolg ist. Aber uns ist ebenso klar, dass bestimmte Formen der Mobilität an ihre Grenzen gestoßen sind und dass wir andere Formen ausbauen müssen.“

Greenpeace ist ebenfalls gegen den Ausbau

„Die geplante Erweiterung der A 643 passt nicht in die Zeit und schädigt das Ökosystem der Naturschutzgebiete Lenneberger Wald und Mainzer Sand,“ sagt Julie Fischer, Aktive von Greenpeace Mainz-Wiesbaden, auf mehreren Kurzkundgebungen der Infoaktion in Mainz am zweiten Oktoberwochenende. „Wir fordern, dass die neue Bundesregierung im Bundesverkehrswegeplan den Ausbau der A 643 nicht mit aufnimmt“, so Julie Fischer von Greenpeace. Greenpeace Aktivisten demonstrierten am 9. Oktober in Mainz gegen den Ausbau der A643.