Die Druckindustrie hat häufig mit Vorurteilen zu kämpfen, wenn es um das Thema Nachhaltigkeit geht. Doch wie groß ist eigentlich der CO2-Abdruck von gedruckten Erzeugnissen? Und ist Print wirklich schlechter als digitale Werbemittel oder lässt sich auch klimaneutral drucken? Dies klären wir in diesem Artikel.

Aus Alt mach Neu

Print ist meist besser als ihr Ruf, denn die Druck- und Papierindustrie arbeitet größtenteils seit vielen Jahrzehnten höchst umweltbewusst. Die bedeutendste Ressource stellt das Altpapier dar. Um möglichst nachhaltig mit dem Rohstoff umzugehen, arbeiten die Papierfabriken möglichst im Kreislaufprozess. Altpapier ist für die Druckindustrie alles andere als Müll, denn Papierfasern können bis zu sieben Mal wiederverwendet werden.

Das sogenannte Recyclingpapier gewinnt bei den Druckkunden unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit immer mehr an Beliebtheit. In Deutschland funktioniert der Altpapierkreislauf einwandfrei, da die Logistik zur Mülltrennung ausgereift ist. Teilweise organisieren die Papierfabriken selbst die Altpapiersammlungen, damit der Nachschub gesichert ist. Nach Angaben der AGRAPA (Arbeitsgemeinschaft Graphische Papiere) werden rund 84 % der grafischen Papiere recycelt.

Dank der guten Recyclingquote werden unsere Wälder geschont und Wasser sowie Energie eingespart. Durch die Aufforstung deutscher Wälder wird auch in der Forstwirtschaft nachhaltig gearbeitet, sodass sie nicht unter der Druckproduktion leiden und Vorräte aufgebaut werden. Dies bestätigt das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Außerdem stammen die Frischfasern für die Papierindustrie nicht aus dem wertvollen Stammholz, sondern aus Sägewerksabfällen oder Durchforstungsholz.

Print vs. Online

Immer mehr Unternehmen steigen mittlerweile auf Online-Kommunikation um und verbannen ihre Printwerbung, um die Umwelt und besonders das Klima zu schützen. Zwar werden dadurch keine Ressourcen wie Papier oder Farbe verwendet, dennoch macht dieser Fakt die Onlinewerbung nicht automatisch nachhaltiger. Bei dem Vergleich wird oft vergessen, dass digitale Kommunikation einen höheren Energiebedarf erfordert und nicht nachwachsende Rohstoffe beansprucht, z. B. bei der Herstellung von elektronischen Endgeräten oder der energieintensiven Kühlung von Rechenzentren.

Die Übertragung und Speicherung von Daten erhöht den CO2-Ausstoß, auch wenn dies nicht so offensichtlich ist. Der Bundesverband Druck und Medien (bvdm) hat im Jahr 2018 ermittelt wie viel CO2 beim Lesen einer gedruckten Zeitung bzw. einer Onlinezeitung anfällt. Während bei der Nutzung einer Onlinezeitung 36kg CO2 pro Jahr anfallen, fallen bei der Produktion einer Print-Tageszeitung 28kg CO2 jährlich an. Außerdem hat der bvdm festgestellt, dass der CO2-Wert aller Druckerzeugnisse in Deutschland weniger als 1% des Fußabdrucks ausmacht, den eine Person hierzulande pro Jahr hinterlässt.

Viele Druckereien bieten ihren Kunden inzwischen eine klimaneutrale Produktion der Werbemittel an. Dabei werden die für den Druckauftrag anfallenden Emissionen berechnet und anhand der Unterstützung verschiedenster Klimaprojekten ausgeglichen. In der Regel macht der klimaneutrale Druck nur einen geringen Aufschlag auf die Druckkosten aus, mit dem der Kunde einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz leistet.