Im Herbst 2020 verkündete der Mainzer Spezialglashersteller SCHOTT, bis 2030 klimaneutral werden zu wollen. In einem vierteiligen Aktionsplan spielt der Technologiewandel eine zentrale Rolle. Nun erhielt SCHOTT von Bundesumweltministerin Svenja Schulze zwei Förderbescheide in Höhe von insgesamt 4,5 Millionen Euro, um die Entwicklung von klimafreundlichen Glasschmelzprozessen zu unterstützen. Die Fördermittel stammen aus dem Förderprogramm „Dekarbonisierung in der Industrie“ des Bundesumweltministeriums.


Gelder fließen in zwei Projekte

Die Fördergelder fließen in zwei Entwicklungsprojekte mit dem Ziel, die Glasschmelzaggregate künftig nahezu vollständig oder zu einem großen Teil mit Strom aus erneuerbaren Energien anstelle des fossilen Energieträgers Erdgas zu beheizen. Mit den neuen Technologien will SCHOTT die CO2-Emissionen weitgehend vermeiden.

Dr. Frank Heinricht, Vorsitzender des Vorstandes der SCHOTT AG

„Die technologische Transformation ist die größte Herausforderung auf unserem Weg zur Klimaneutralität. Sie erfordert einen massiven Umbruch in der Glasproduktion mit zum Teil bahnbrechenden Innovationen. Wir setzen dabei vor allem auf die Elektrifizierung auf Basis von Grünstrom und die Wasserstofftechnologie. Ein solcher Kraftakt kann nur mit Unterstützung staatlicher Forschungsförderung gelingen. Deshalb sind wir für die bewilligten Fördermittel sehr dankbar“

Ministerpräsidentin Malu Dreyer

„Wir arbeiten in Rheinland-Pfalz mit voller Kraft an unseren Klimazielen. Klimawandel und Klimafolgen sind drängende Herausforderungen, die gemeinsames Handeln von Politik, Wirtschaft und Gesellschaft erfordern. Ich bin froh über das Förderprogramm „Dekarbonisierung in der Industrie“ des Bundesumweltministeriums, das Unternehmen eine gute Chance zum Umrüsten bietet. Wir haben mit der SCHOTT AG ein innovatives Vorzeigeunternehmen, das auch beim Thema Nachhaltigkeit Maßstäbe setzt. Es erfüllt mich mit Stolz, dass erstmals zwei Forschungsprojekte gefördert werden, die Alternativen zum Einsatz von fossilen Energien in der Glasindustrie erproben“, so die Ministerpräsidentin.

Bei einem Entwicklungsprojekt geht es um den Schmelzprozess für Pharmaglas, aus dem zum Beispiel Fläschchen für COVID-19-Impfstoffe hergestellt werden. Hier liegen die zugesagten Fördermittel bei rund 784.000 Euro. Beim zweiten Projekt geht es um den Schmelzprozess für Spezialgläser für technische Anwendungen. Hier liegen die Fördermittel bei 3,72 Millionen Euro.

Spezialgläser werden bei Temperaturen von bis zu 1.700 Grad Celsius geschmolzen. Die Glasschmelze ist ein hochkomplexer Prozess. Daher ist die Entwicklung neuer Technologien mit großen Herausforderungen verbunden.

SCHOTT will das ambitionierte Ziel Klimaneutralität mit einem Aktionsplan auf vier Handlungsfeldern erreichen. Neben dem Technologiewandel zählen die weitere Verbesserung der Energieeffizienz, der Umstieg auf 100 Prozent Grünstrom und die Kompensation nicht vermeidbarer Restemissionen dazu.


Pioneering – responsibly – together

Diese Attribute charakterisieren SCHOTT als Hersteller von High-Tech-Werkstoffen rund um Spezialglas. Gründer Otto Schott gilt als dessen Erfinder und wurde Wegbereiter einer ganzen Industrie. Mit Pioniergeist und Leidenschaft immer neue Märkte und Anwendungen zu erschließen – das treibt die #glasslovers von SCHOTT seit über 130 Jahren an. Präsent in 34 Ländern ist das Unternehmen kompetenter Partner für Hightech-Branchen: Gesundheit, Hausgeräte & Wohnen, Consumer Electronics, Halbleiter & Datacom, Optik, Industrie & Energie, Automotive, Astronomie, Luft- und Raumfahrt. Im Geschäftsjahr 2020 erzielten die 16.500 Mitarbeiter einen Umsatz von 2,24 Milliarden Euro. Mit den besten Teams, unterstützt durch die besten digitalen Tools, will der Konzern weiter wachsen. Die SCHOTT AG gehört der Carl-Zeiss-Stiftung, einer der ältesten Stiftungen in Deutschland. Mit der Dividende des Konzerns fördert sie die Wissenschaft. Als Stiftungsunternehmen hat SCHOTT die Verantwortung für Mitarbeiter, Gesellschaft und Umwelt tief in seiner DNA verankert. Ziel ist es, bis 2030 ein klimaneutrales Unternehmen zu werden.