Drei gesperrte Klassenräume, wechselnde Ausweichmöglichkeiten und offene Fragen zur Ursache: An der provisorischen Container-Grundschule am Riedweg in Mainz-Laubenheim gibt es derzeit erhebliche Einschränkungen im Schulbetrieb. Wegen des Verdachts auf Schimmelbefall wurden inzwischen drei Räume gesperrt. Die FDP Mainz-Laubenheim kritisiert insbesondere die aus ihrer Sicht fehlende Information durch die Stadtverwaltung und fordert eine Taskforce, die sich regelmäßig mit den Problemen der Schule befasst.
Drei Klassenräume wegen Schimmelverdachts gesperrt
Auslöser für die Sperrungen waren offenbar ein unangenehmer Geruch, Feuchtigkeit im Bereich des Fußbodens und ein angehobener Bodenbelag. Die genaue Ursache ist bislang nicht abschließend geklärt. Nach Auffassung der FDP müsse bereits der Verdacht auf Schimmelbefall in einem Schulgebäude Anlass für schnelles Handeln und eine umfassende Information der Betroffenen sein.
Die Einschränkungen wirken sich nach Schilderungen von Eltern bereits auf den Schulalltag aus. Eine Klasse sei zunächst in das Lehrerzimmer ausgewichen, das wiederum in die Bibliothek verlegt wurde. Die Bibliothek ist dadurch geschlossen. Eine weitere Klasse nutzt Betreuungsräume, muss diese allerdings um 12 Uhr verlassen und täglich einen anderen verfügbaren Raum finden. Wie die dritte betroffene Klasse künftig untergebracht werden soll, ist nach Angaben der FDP noch offen.
Auch die bereits länger benötigten Erweiterungscontainer für die betreuende Grundschule stehen demnach weiterhin aus.
FDP kritisiert fehlende Information durch die Stadt
Besonders kritisch bewertet die FDP, dass Ortsbeirat und Öffentlichkeit nach ihrer Darstellung nicht durch die Verwaltung über die gesperrten Räume informiert wurden. Stattdessen hätten Eltern auf die Situation aufmerksam gemacht. Dass inzwischen drei Räume betroffen sind, sei am Abend des 3. November in der Einwohnerfragestunde des Ortsbeirats durch Vertreter des Schulelternbeirats angesprochen worden.
Die FDP hatte daraufhin einen Dringlichkeitsantrag zur Einrichtung einer Taskforce eingebracht. Der Antrag wurde von Dr. Christian Hecht und Stadträtin Susanne Glahn für die Sitzung vorbereitet. Obwohl es nach Angaben der Partei auch aus anderen Fraktionen teilweise Zuspruch gegeben habe, ließ Ortsvorsteher Norbert Riffel (CDU) den Antrag nicht zur Beratung zu.
Susanne Glahn kündigte daraufhin an, den Antrag im Stadtrat einzubringen: „Wenn ein Dringlichkeitsantrag zu gesperrten Klassenräumen nicht dringlich genug ist, bringen wir ihn eben dort ein, wo er behandelt werden muss. Die FDP-Fraktion stellt den Antrag jetzt im Stadtrat. Wir wollen dafür Sorge tragen, dass Informationen nicht nur über den Flurfunk kommen – oder gar nicht.“
Taskforce soll regelmäßig tagen
Nach Vorstellung der FDP soll die Taskforce monatlich zusammenkommen und bei akuten Problemen kurzfristig einberufen werden können. Beteiligt werden sollen der Ortsvorsteher, Vertreter des Ortsbeirats, Laubenheimer Mitglieder des Stadtrats, die Schulleitung und Vertreter des Schulelternbeirats. Außerdem sollen auskunfts- und entscheidungsbefugte Vertreter der Stadtverwaltung teilnehmen, jeweils zuständig für den Betrieb der Interimsschule und den Neubau.
Nach jeder Sitzung soll eine kurze Information über die Ergebnisse veröffentlicht werden.
Dr. Christian Hecht, stellvertretender Ortsvorsteher, begründet die Forderung mit der bisherigen Entwicklung: „Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Wir haben jetzt endgültig den Glauben daran verloren, dass den Verantwortlichen die Dringlichkeit bewusst ist. Deshalb wollen wir eine Taskforce unter Einbindung der Betroffenen und der Laubenheimer Ortspolitik, vor den Augen der Öffentlichkeit“, erklärt er. „Nach jahrelangem Hinhalten beim Neubau, untragbaren Zuständen im Provisorium und ausbleibender Transparenz erleben wir nun, dass die gesundheitliche Gefährdung Laubenheimer Kinder im Raum steht, und wollen nicht abwarten, wie damit umgegangen wird. Das können wir nicht akzeptieren.“
FDP verweist auf früheren Antrag zu den Containern
Die Partei erinnert in ihrer Mitteilung außerdem an einen Haushaltsbegleitantrag aus dem Juni 2025. Darin hatte die FDP im Stadtrat unter anderem Verbesserungen bei Belüftung und Klimatisierung, der Heizung und Abluft der Sporthalle, Reparaturen, Beschattung und Begrünung der Interimsschule gefordert. Der Antrag wurde am 25. Juni 2025 mehrheitlich abgelehnt.
„Vor anderthalb Jahren hieß es, das sei nicht nötig. Heute sind drei Räume gesperrt“, erklärt FDP-Stadträtin Susanne Glahn.
Neubau am Longchampplatz lässt weiter auf sich warten
Die Containeranlage wurde 2021 bezogen und war ursprünglich auf eine Nutzungsdauer von rund vier Jahren ausgelegt. Die Betriebserlaubnis läuft am 2. Juni 2028 aus. Für die Miete der Anlage seien seit März 2021 bereits 3.477.421,57 Euro angefallen, heißt es in der Mitteilung der FDP.
Auch beim geplanten Grundschulneubau am Longchampplatz sieht die Partei weiteren Klärungsbedarf. Die Verwaltung habe der FDP-Stadtratsfraktion am 9. Juni 2026 schriftlich mitgeteilt, dass mit dem Beginn der Bauarbeiten im Jahr 2026 zu rechnen sei. Eine Ausschreibung des Neubaus sei auf den öffentlich zugänglichen Vergabeplattformen bislang jedoch nicht zu finden.
Die FDP fordert deshalb auch eine konkrete Auskunft darüber, wann die Ausschreibung erfolgen soll und welcher Zeitplan für das Bauvorhaben vorgesehen ist.
Neun Forderungen an die Stadtverwaltung
Neben der Einrichtung einer Taskforce fordert die FDP, dass die Gesundheit der Grundschulkinder bei allen Entscheidungen Vorrang hat. Dazu gehören aus Sicht der Partei regelmäßige Kontrollen der übrigen Räume, eine unverzügliche Klärung der Schadensursache und eine verbindliche Aussage dazu, wann die gesperrten Klassenräume wieder genutzt werden können.
Außerdem verlangt sie eine tragfähige Übergangslösung für alle betroffenen Klassen, einen verbindlichen Liefertermin für die Erweiterungscontainer sowie eine aktive Information des Ortsbeirats und der Öffentlichkeit über wesentliche Entwicklungen.
Weitere Forderungen betreffen die Ausschreibung und den Zeitplan für den Neubau am Longchampplatz sowie ein Konzept für den Schulbetrieb nach dem Auslaufen der Betriebserlaubnis der Containeranlage im Juni 2028.
Die FDP Mainz-Laubenheim kündigt an, das Thema weiterhin im Ortsbeirat, im Stadtrat und öffentlich zu verfolgen.









