BYC-NewsUnterhaltung & MedienSchauspieler Mario Adorf ist tot

Schauspieler Mario Adorf ist tot

Ein Weltstar, der nie die Bodenhaftung verlor, geht von der Bühne.

Deutschland und die internationale Filmwelt trauern um einen ihrer profiliertesten Charakterdarsteller: Mario Adorf ist tot. Wie sein Management am Mittwoch (9. April 2026) mitteilte, verstarb der Schauspieler im Alter von 95 Jahren nach kurzer Krankheit in seiner Wohnung in Paris.

Sein langjähriger Manager Michael Stark übermittelte einen letzten Gruß des Künstlers: Adorf habe sich ausdrücklich bei seinem Publikum für die jahrzehntelange Treue bedankt.

Von der Eifel in die Weltspitze

Obwohl 1930 in Zürich geboren, schlug Adorfs Herz stets für das Rheinland. Er wuchs im beschaulichen Mayen in der Eifel auf – einer Stadt, zu der er bis zuletzt eine tiefe emotionale Bindung pflegte. „Heimat hat man nur eine“, sagte er einst. Von dort aus eroberte er die Bühnen und Leinwände der Welt, lebte später in München, Rom, Paris und Saint Tropez.

-Werbeanzeige-

Mario Adorf war ein Meister der Schattierungen: Vom Schurken zum Patriarchen

In über 200 Rollen bewies Adorf eine schauspielerische Bandbreite, die ihresgleichen suchte. Sein Durchbruch gelang ihm 1957 als Mörder in „Nachts, wenn der Teufel kam“. Später wurde er zum Gesicht des neuen deutschen Films: Er glänzte in Volker Schlöndorffs „Die Blechtrommel“ und unter Helmut Dietl wurde Mario Adorf in „Rossini“ und „Kir Royal“ zur Legende. Er arbeitete sußerdem mit Größen wie Billy Wilder, Rainer Werner Fassbinder und Margarethe von Trotta.

Unvergessen bleibt sein Auftritt als Kleberfabrikant Heinrich Haffenloher in „Kir Royal“. Sein Satz „Ich scheiß dich sowas von zu mit meinem Geld“ brannte sich in das kollektive Gedächtnis der deutschen Fernsehgeschichte ein.

Ein „Weltstar“ ohne Allüren

Trotz seines enormen Erfolgs blieb Mario Adorf bescheiden. Den Begriff „Weltstar“ reservierte er stets für Kollegen wie Sophia Loren oder die großen Amerikaner. Für sein Publikum war er jedoch genau das: ein Gigant, der es schaffte, selbst die dunkelsten Charaktere so menschlich darzustellen, dass man sich als Zuschauer oft auf die Seite des „Bösen“ schlug.

Mario Adorf hinterlässt seine Ehefrau Monique Faye, mit der er seit 1985 verheiratet war, sowie seine Tochter Stella aus erster Ehe.

-Werbeanzeige-