Nachdem bekannt wurde, dass einige beliebte Urlaubsziele wieder ohne Quarantäne erlaubt sind, stieg die Zahl der Reisebuchungen sprunghaft an.


Run auf Flüge

Kaum wurde die Reisewarnung für des deutschen liebste Urlaubsinsel Mallorca aufgehoben, startet auch der Run auf die Flüge nach Palma.
Durch die gesunkenen Infektionszahlen (Stand Freitag, 12. März 2021) ist es wieder möglich ziemlich problemlos auf die Mittelmeerinsel zu kommen. Urlauber unterliegen weder einer Testpflicht noch müssen sie in Quarantäne. Das Einzige was sie benötigen, ist einen negativen Test bei der Einreise nach Spanien.

Keine Einladung zum Reisen

„Das Fehlen einer Reisewarnung ist keine Einladung zum Reisen“, so Maria Adebahr, Sprecherin des Auswärtigen Amtes, gegenüber der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Auch die Bundesregierung reagiert auf den sprunghaften Anstieg auf die Urlaubsbuchungen für die Balearen mit dem Hinweis, dass während der Corona-Pandemie generell freiwillig auf touristische Reisen verzichtet werden sollte. Die Entscheidung müsse aber jeder für sich selbst treffen.

Neben Mallorca wurden weite Regionen Spaniens, Portugal und Dänemark von der Liste der Corona-Risikogebiete gestrichen. Somit wurden auch die bis Freitag bestehenden Reisewarnungen des Auswärtigen Amtes aufgehoben.

300 zusätzliche Flüge

Rechtzeitig vor dem Beginn der Osterferien will der Reiseanbieter TUI bereits am kommenden Wochenende Hotels auf der Urlaubsinsel wieder öffnen. Auch Eurowings als größter Fluganbieter für die Urlaubsinsel hat bereits reagiert und für die Osterzeit 300 zusätzliche Flüge auf die Insel aufgelegt.

Während sich hierzulande die Reisenden freuen, sorgte nach dpa-Informationen die Öffnung der Insel in Spanien für großen Unmut.

Scharfe Kritik aus Spanien

Die spanische Zeitung „ABC“ titelte am Wochenende in ihrer Ausgabe: „Spanien wird zu Ostern ein Bunker für die Spanier und eine Oase für die Touristen aus dem Ausland sein. Auch die Inselzeitung „Mallorca Zeitung“ kritisierte: „Osterferien auf Mallorca: für Deutsche Ja, für Spanier Nein“.

Regierungssprecherin Anke Pösken betonte, dass jeder Reisende wissen müsse, dass er sich einem gewissen Risiko aussetze. Gegenüber dpa warnte der Mainzer Virologe Bodo Plachter: „Wenn die Reiseaktivität steigt, dann werden auch die Inzidenzraten steigen. Das ist relativ klar“

Da sich auf der Insel Menschen nicht nur aus ganz Deutschland, sondern aus ganz Europa treffen, besteht die Gefahr einer Infektionsverbreitung. Ein am Flughafen negativer PCR-Test bedeute nicht, dass der Reisende das Virus nicht bereits in sich trage. „Man holt sich da sehenden Auges ein richtiges Problem ins Land“, so die Regierungssprecherin Pörksen weiter.

Keine kostenlose Stornierungen möglich

Fakt ist, dass durch die Aufhebung der Reisewarnung eine kostenlose Stornierung der Reisebuchung nicht mehr möglich ist.  Der Hinweis des Auswärtigen Amtes, dennoch weiterhin von „nicht notwendigen touristischen Reisen“ abzusehen, ist lediglich eine Empfehlung ohne rechtliche Folgen.